Drei Tage im Paradies

Erlhof©astrid Steibrecher-Raitmayr

Auf der Via Culinaria durch das Salzburger Land. 

Als ich meinen 25-jährigen Sohn Clemens im September fragte, ob er mit mir drei Tage lang mit einem Porsche auf der Via Culinaria durch das Salzburger Land fahren möchte, kam die Zusage so prompt wie noch nie.

„Wenn der Tag mit der Frage ‘welchen Porsche hätten Sie gerne‘, beginnt, dann kann man im ersten Moment gar nicht glauben, dass man nicht schläft. Meine Reaktion und Antwort im Porsche Zentrum Salzburg Alpenstraße war daher noch zögerlich. Letztlich entschied ich mich für den zeitlosen Klassiker des Hauses Porsche, den 911er (GTS)“, schwärmt Clemens.

Nach einer ausführlichen Einschulung ging es über die Tauernautobahn auch schon los. Die erste Etappe führte uns auf der A10 bis Bischofshofen und weiter über die Hochkönig-Bundesstraße über Saalfelden bis nach Zell am See/Thumersbach ins Restaurant Erlhof. Im familiengeführten Landhotel erwartete uns auf der Sonnenterrasse ein herrlicher Blick über den Zeller See, zur Schmittenhöhe und das Kapruner Kitzsteinhorn und ein köstliches Mittagsmenü aus der „Alpinen Küche“. Das Rahmsüppchen von Thumersbacher Waldpilzen erinnerte mich an meine Großmutter, sie war die Einzige, die es noch besser zubereiten konnte. Der Hauptgang, ein Saiblingsfilet mit Roten Rüben und Polenta schmolz auf der Zunge, konnte aber die anschließenden Topfenknödel mit Zwetschen-Hollerkoch (jedenfalls für mich als absolute Topfenknödel-Liebhaberin) nicht toppen.

Clemens zeigt sich von seinem Traumauto auf Zeit begeistert: „Schon im ersten Moment ist man vom Innenleben des 911er begeistert. Eine hochwertige Verarbeitung und Knöpfe, die man womöglich in keinem anderen Auto vorfindet, sind nur wenige Merkmale des Flitzers. Auf meine Frage, wo denn der Tempomat sei, antwortete der Techniker lachend, ich diesen wohl nicht benötigen würde. Die Erklärung des Fahrzeugs war daher äußerst unkompliziert: einfach Gas geben und gelegentlich Gebrauch von der Bremse machen.“

Die Reise geht weiter

Imposantes Bad Gastein Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Über Bruck und Fusch fuhren wir zur Mautstelle Ferleiten der Großglockner Hochalpenstraße. Wie ein Bänderornament liegt die Großglockner Hochalpenstraße zwischen grünen Bergmatten, bunten Blumenwiesen, felsigem Geröll, Eis und Schnee. Sie schmiegt sich an Hänge, folgt dem Verlauf des natürlichen Untergrunds, passt sich dem Berg an, als wäre sie ein Teil von ihm. Das Rauschen von Wasserfällen, das schrille Pfeifen der Murmeltiere und das Pfeifen des Windes in den Gipfelregionen ergibt eine hochalpine Geräuschkulisse, die man nicht vergisst. Und dann taucht er plötzlich auf: seine Majestät, der Großglockner, der schwarze Berg, das Energiekraftwerk.

Die insgesamt 48 Kilometer lange Passstraße führt mit 36 Kehren tief hinein ins Zentrum des größten Nationalparks Österreichs – dem Nationalpark Hohe Tauern – dessen 1.856 Quadratkilometer großes Gebiet sich auf die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten erstreckt. Der höchste Punkt der Gebirgsstraße ist die Edelweißspitze auf der Franz-Josefs-Höhe, die auf knapp über 2.500 Metern liegt. Zahlreiche Dreitausender öffnen sich dem Blick, aber der höchste von allen ist der Großglockner mit 3.798 Metern.

Von hier führte die Tour weiter nach Heiligenblut (Tipp: Stopp im Gasthof Schöneck einlegen) und Lienz. Zurück in den Pinzgau ging es über die Felbertauernstraße nach Mittersill und weiter nach Bramberg ins Hotel Weyerhof, wo wir die erste Nacht verbrachten. Der Weyerhof ist ein Erbhof mit langer Tradition, der von der Familie Meilinger in siebter Generation betrieben wird. Er liegt idyllisch in unmittelbarer Nähe des Habachtals in Bramberg am Wildkogel. Küchenchef Franz Meilinger zauberte für uns ein alpines Dinner mit regionalen Zutaten. Für ihn geht es nicht nur um die Herkunft der Zutaten, sondern auch um den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Er verbindet gekonnt traditionelle und unverfälschte österreichische Gerichte mit zeitgemäßen und neu interpretierten Köstlichkeiten.

Von Mittersill nach Bad Gastein und Golling

NationalparkWelten in Mittersill Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Am nächsten Morgen „durchwanderten“ wir mit einem Nationalpark-Ranger zehn faszinierende Naturräume in den NationalparkWelten in Mittersill. Wir lernten dabei die außergewöhnliche Vielfalt des größten Schutzgebietes der Alpen kennen und verstehen. Mit dem spektakulären 360° Grad Panoramakino zählt die Ausstellung zu Recht zu den beliebtesten Besucher-Highlights in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern.

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„Natur pur“ im Nationalpark Hohe Tauern

Für uns ging es weiter ins Gasteinertal, wo wir bis ins Kötschachtal fuhren und von dort etwa 20 Minuten zur Himmelwandhütte spazierten. In himmlischer Lage auf 1.079 Metern erreichten wir diese Jausenstation, deren vorzügliche Strudelspezialitäten weitum bekannt sind.

Idyllisch gelegen, Heiligenblut Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

sommer.frische.kunst ist seit Jahren ein Fixpunkt im kulturellen Leben von Bad Gastein. Internationale Künstler geben sich hier jährlich ein Stelldichein. Im Kraftwerk Bad Gastein – eine der maßgeblichen Locations – bekamen wir einen kurzen Einblick über diese Initiative. Unser nächstes Ziel war Golling zum Check-in in Döllerers Genusswelten mitten im Ort. Dieser Abend gehörte der Kunst auf der Burg Golling, Operettengala inklusive.

Im Anschluss erwartete uns ein viergängiges Souper im Gourmetrestaurant von Andreas Döllerer. Seine absolute Leidenschaft gehört dem guten Geschmack. Seine Gerichte sind kulinarische Ausflüge in seine Heimat, das Salzburger Land. Sie sind geprägt von seiner Liebe zu den Bergen, den Kräuter, Aromen des Waldes und den Produkten seiner Region – in der Alpine Cuisine fließt alles zusammen.

Tag Drei

Ein Abstecher zum Winterstellgut in Annaberg stand an. Bis ins 12. Jahrhundert gab es im Lammertal nur Wald. Das änderte sich, als in Hallein, am halben Weg zwischen Lammertal und Salzburg, die Salzgewinnung zu florieren begann. Weil für die Sudhäuser große Mengen von Brennholz benötigt wurden, verschiffte man über die Lammer hunderttausende Quadratklafter Sudholz Richtung Hallein.

Auf den frei gewordenen Flächen bestellten die Bauern ihre Felder und ließen ihr Vieh weiden. Ihre Höfe bauten sie hoch oben auf den Almen, wo sie vor dem Hochwasser der sumpfigen Lammer sicher waren.

Einer dieser Höfe war das Winterstellgut. Leider konnten wir nicht länger bleiben, aber allein schon wegen des Topfenstrudels kommen wir bestimmt wieder.

Frischer Saibling von der Schlossfischerei Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Über Abtenau ging es über die abwechslungsreiche Panoramastraße mit herrlichen Ausblicken auf die Postalm. Sie ist nicht nur das größte zusammenhängende Almgebiet Österreichs, sondern auch das zweitgrößte Hochplateau Europas. Die Route führte uns weiter Richtung Strobl und St. Gilgen am Ufer des Wolfgangsees zum Fuschlsee in die Schlossfischerei des Schloss Fuschl. Das Motto hier lautet „Frische Fische in Pole-Position“. Direkt am Ufer des Fuschlsees ließen wir uns von Fischereimeister Gerhard Langmaier frisch geräucherte Forellen und Saiblinge kredenzen. Zwei- bis dreimal pro Woche holt er mit den ersten Sonnenstrahlen die Netze aus dem See. Zu Zeiten, in denen Salzburgs Erzbischöfe das Schloss Fuschl noch für Jagdausflüge nutzten, wurde er zum „Hofküchensee“ ernannt. Das bedeutete, dass der gesamte Fischfang aus dem See ausschließlich für die Tafel des Erzbischofs bestimmt war – ein Beweis für die besonders gute Qualität aus dem glasklaren Wasser. Auch heute noch ist der Fuschlsee mit bis zu 70 Metern Tiefe und Trinkwasserqualität der sauberste und klarste von allen.

Fahrvergnügen pur

Nun hieß es Abschied nehmen. Vom Salzburger Land und vom Traumauto. Clemens´ Fazit nach diesen drei genussvollen Tagen lautet: „Bereits nach der ersten Kurve ist einem bewusst, dass der 911er praktisch auf der Straße klebt. Sowohl im normalen Straßenverkehr als auch auf der Autobahn hat man nie das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Durch sämtliche Assistenzsysteme hatte ich nicht nur perfekte Unterstützung, sondern bekam schnell ein Gespür für die Länge und Breite des Autos.

Das für mich am erstaunlichsten war jedoch ein kleines Drehrad, das sich auf der rechten Seite des Lenkrades befindet. Mit diesem Rädchen werden die Fahrmodi eingestellt. Hier hat man die Möglichkeit zwischen Wet, Normal, Sport und Sport Plus zu wählen. Selbstverständlich war es keine Option, auch nur einen dieser Modi nicht auszuprobieren. Erstaunlich ist der enorm geschmeidige Übergang beim Verstellen der Modi während der Fahrt, was zu einem einzigartigen Fahrvergnügen führt. Ob im Ortsgebiet, auf der Autobahn, auf Bergstraßen oder bei starkem Regen, Porsche hat den optimalen Modus für (fast) jede Straßen- und Wetterlage. Mit 473 PS ist der GTS schon ordentlich in Bewegung. Mit einer sensationellen Leichtigkeit beschleunigt das Auto und lässt so ziemlich alles hinter sich.

Betonen möchte ich auch, dass man in der Fahrerkabine keinesfalls taub wird. Porsche hat es einfach geschafft, einen optimalen Ausgleich zwischen Fahrvergnügen, Komfort, Luxus und – für die etwas Hitzigeren unter uns – Sound zu bauen. Noch nie davor wollte ich aus einem Auto nicht mehr aussteigen. Ein pures Meisterwerk für mich. Ich würde nicht behaupten, dass es nur ein Auto für fortgeschrittene Fahrer ist. Allerdings lässt der Preis für Anfänger wohl nicht zu, sich einen 911er als erstes Auto zu leisten.“

Via Culinaria

Auf zehn Genusswegen führt die Via Culinaria zu den besten kulinarischen Adressen im Salzburger Land und bietet wahre Festspiele für den Gaumen. Qualität und Regionalität, Originalität und Authentizität sind die entscheidenden Ingredienzien bei der Auswahl der Gastronomen und Produzenten.

Hier noch einige Informationen https://www.salzburgerland.com/de/via-culinaria/

2 Kommentare

  1. Paradies ist zwar übertrieben, aber schaut schon schon alles aus. Wenn es auch so schmeckt und noch preislich attraktiv ist, dann kommen wir.

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