Die Geschichte des Kabeljaus und ihrer Fischer

Von "Cebolada" bis zum "Dory-Boot"

Alles über diese portugiesische Geschichte, jeden Tag ans „Ende der Welt“ zu reisen, um das tägliche Mittagessen zu fangen.

Die Geschichte ist abenteuerlich und spannend zugleich und entführt uns in die Zeit der großen Seefahrer. Die Rede ist von der Geschichte der Kabeljau-Fischerei, die mit der Entdeckung Neufundlands zusammenhängt und für Portugal von großer Bedeutung war und noch heute ist. Man muss noch erzählen, wie unzählige Generationen von Portugiesen in den unwirtlichsten Meeren der Welt ihr Leben riskierten und verloren, um eine „Cebolada“, ein Kabeljau-Gericht mit Zwiebeln zuzubereiten. Hier ein kleine Auswahl an feinen Lokalen in Lissabon.

Der Fisch aus dem fernen Neufundland und Grönland gehört seit langem zur portugiesischen Küche, vor allem aber zur volkstümlichen Kultur und Identität. Ihr – der Geschichte – wurde vor Kurzem mit dem Centro Interpretativo da História do Bacalhau (Informationszentrum zur Geschichte der Kabeljau-Fischerei) ein eigenes Museum in Lissabon* gewidmet, dass sie bei ihrem nächsten Lissabon Besuch ansehen sollten.

Es ist ein Ort, der dem Kabeljau huldigt, der das Symbol für Gastronomie, Kultur und Geschichte eines Landes ist, das schon seit langer Zeit global denkt. Dieses Zentrum wird an Generationen von Seeleuten und Fischern erinnern und die Art und Weise eines Volkes erklären, das immer bereit ist, das anzubieten, was es hat, und ans Ende der Welt zu fahren, um das zu suchen, was ihm fehlt.

Das Haus, das sich auf dem Terreiro do Paço, in der Nähe anderer beliebter Attraktionen befindet, ist eine Hommage an das Symbol portugiesischer Gastronomie und hat seit Mitte Juli 2020 für die Öffentlichkeit geöffnet. Der Tourismusverband von Lissabon (ATL) und das Lissaboner Rathaus (CML) sind Initiatoren und Organisatoren dieses Projektes. Wir haben uns die Geschichte etwas näher angesehen.

Eine Ausstellung „am Ende der Welt ins Meer stürzt“.

In verschiedenen Ausstellungsbereichen können Besucher den Beginn der Odyssee eines ganzen Volkes beobachten und wie es sich „am Ende der Welt ins Meer stürzt“. Welche Gefahren die Fischer auf der Jagd nach dem Kabeljau damals überstehen mussten und wie einsam sie sich manchmal auf hoher See fühlten, erleben die Besucher am eigenen Leib bei einer simulierten Fahrt auf einem traditionellen Dory-Boot.

Zudem lernen sie die Arbeitsabläufe an Bord kennen und erfahren, was es mit dem Mythos des „treuen Freundes“ auf sich hat. Doch das Museum informiert nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Zukunft des Kabeljaus – über nachhaltige Fischerei, den Verzehr sowie über neue Zubereitungsmethoden des Fisches. Beleuchtet werden neben den wirtschaftlichen Aspekten auch die kulturellen und kulinarischen Aspekte dieser für Portugal so wichtigen Fischart.

Eine Reise in die Vergangenheit

Weiter begeben sich die Besucher im Saga-Raum auf eine gedankliche Reise in die Vergangenheit und haben hier die Möglichkeit, sich in einem riesigen Buch die legendären und fantastischen Erzählungen der portugiesischen Fischerei im Nordatlantik anzusehen. Bemerkenswert ist auch die Ausstellung ausgewählter Objekte aus der Sammlung des Schifffahrtsmuseums von Ílhavo, die beim Kabeljaufischen verwendet werden. Zudem ist jede Menge Interaktion an verschiedenen Stationen der Ausstellung gefragt: So können die Gäste beispielsweise ihr ultimatives Rezept für Kabeljau im neuen Informationszentrum abgeben, an Bord eines Dorys fotografiert werden oder die Textur eines Kabeljaus erspüren.

Im zum Museumskomplex gehörenden Restaurant „Terra Nova“ können sie sich schließlich den Fisch auf der Zunge zergehen lassen, denn dieser ist hier der absolute Star der Speisekarte.

Öffnungszeiten:

Täglich von 10 bis 20 Uhr im Torreão Nascente do Terreiro do Paço

Preise:

  • Erwachsene: 4 Euro
  • Senioren (+65 Jahre) / Studenten (+16 Jahre): 3 Euro
  • Kinder (6 bis 15 Jahre): 2 Euro
  • Kind (unter 6 Jahren): kostenlos

Hier noch weitere Informationen über Lissabon. https://www.visitlisboa.com/de

Fotos©Centro Interpretativo da História do Bacalhau

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