Wie wird Winterurlaub heuer – gibt es Skifahren?

Wir sind gespannt

Winterurlaub Foto: Rainer-Sturm_pixelio.de

Österreich, ein ganzes Land lebt von Wintertourismus.

Während Italien ein europaweites Verbot von Skiurlaub will und mit allen EU-Regierungen Kontakt zu den alpinen Nachbarländern aufnimmt, darunter Österreich, um über eine mögliche Schließung zu diskutieren, rüsten sich Österreichs Seilbahnen für den Winter.

Klare Handlungsregeln für die Wintersaison

Die heimischen Seilbahnbetriebe bereiten sich bereits auf Hochtouren auf die kommende Wintersaison vor.

„Diese für unsere Betriebe wirtschaftlich höchst bedeutsame Zeit wird wie der Sommer deutlich vom Coronavirus und dessen Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen geprägt sein. Unsere zentrale Aufgabe ist es daher, maximale gesundheitliche Sicherheit mit ungetrübtem Freizeiterlebnis auf unseren Bergen in Einklang zu bringen“,

betont Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich.

Die heimischen Seilbahnunternehmen werden sich im Winterbetrieb an einer umfangreichen Handlungsanleitung orientieren, die vom Fachverband ausgearbeitet und auf Basis der Erfahrungen des aktuellen Sommerbetriebs weiterentwickelt wurden. „Dieser Leitfaden soll Orientierungs- und Anhaltspunkte liefern, wie ein sicherer Winterbetrieb für Mitarbeiter und Gäste stattfinden kann. Ziel aller Maßnahmen ist es, größtmöglichen Schutz für Gäste und Mitarbeiter zu gewährleisten bei Aufrechterhaltung des herkömmlichen Betriebsablaufs“, erklärt uns Erik Wolf.

„Für Seilbahnen gelten unverändert die Regeln für Transportmittel des öffentlichen Verkehrs, weil Seilbahnen genauso wie U-Bahnen oder Eisenbahnen gesetzlich verpflichtet sind, ihre Bahnen und Lifte während der vorgesehenen Betriebszeiten zu betreiben und auch alle Passagiere gemäß den Beförderungsbedingungen zu befördern. Im Unterschied zum Öffentlichen Verkehr sind jedoch 85% der Fahrbetriebsmittel bei Seilbahnen offen, das heißt, die Passagiere werden unter freiem Himmel befördert, und auch in den geschlossenen und gut belüfteten Gondeln beträgt die Verweildauer meist deutlich weniger als 15 Minuten“,

so Wolf.

Seilbahn Foto: Hape-Bolliger_pixelio.de

Neben den Empfehlungen für den Betrieb umfasst die Handlungsanleitung zudem die Hygienemaßnahmen für Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Gäste, Notfallpläne sowie Instrumente zur ständigen Prüfung der Betriebssicherheit. „Wir gehen mit konkreten Vorgaben in die Saison, setzen dabei aber zugleich auf die Eigenverantwortung von Unternehmern, Gästen und Mitarbeitern“, betont Wolf.

Erfolgreicher Seilbahnsommer macht Mut für den Winter

Die aktuelle Sommersaison ist ein wichtiger Gradmesser für die gesamte Branche. Die dementsprechenden Erfahrungen mit Sicherheits- und Hygienemaßnahmen haben gezeigt, dass sie „praxisfit“ sind und zugleich ein möglichst uneingeschränktes Bergerlebnis ermöglichen.

„Das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasenschutzes, Abstandsregeln und Hygienevorschriften, sowie die ständige Desinfektion haben mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die Menschen in diesem Sommer den Seilbahnen in hohem Maße vertraut haben“.

In der Zwischenbilanz fällt dabei auf, dass das Ausbleiben internationaler Gäste vielfach von neuen Gästeschichten kompensiert wurde. Auch das Urlaubsverhalten habe sich in diesem Sommer verändert – mehr Einheimische, mehr Tagesgäste und deutlich intensivere Nutzung des Angebots der Bergbahnen. All dies habe sich auch massiv auf die Entwicklung der Nächtigungszahlen, vor allem aus dem Inland, ausgewirkt. „In der Region Zell am See-Kaprun gab es im Juli bei den Nächtigungen österreichischer Gäste ein Plus von knapp 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Egger. Für den Obmann der Salzburger Seilbahnen ist es dabei besonders erfreulich, dass die Einbußen nicht wie befürchtet eingetreten sind und damit eine vernünftige wirtschaftliche Basis gewahrt werden konnte. „Das zeigt zum Beispiel auch ein Blick auf den Skicircus Saalbach-Hinterglemm – Leogang – Fieberbrunn. Hier gibt es bis dato trotz verspätetem Saisonstart lediglich einen Rückgang an gezählten Fahrten von 4,4 Prozent. Zugleich stieg jedoch der Umsatz, auch aufgrund der Nutzung der Freizeitangebote am Berg“, berichtet Egger. Aus seiner Sicht habe der Sommer somit einerseits „den notwendigen unternehmerischen Mut und andererseits wichtige Praxis-Erfahrungen im verantwortungsvollen Umgang mit COVID-19 gebracht“.

Mund-Nasen-Schutz als essentielle Sicherheitsmaßnahme

Mit Blick voraus auf die winterlichen Temperaturen stellt für Obmann Franz Hörl der Mund-Nasen-Schutz einen essentiellen Teil der Ausstattung dar.

„Hier gibt es unterschiedliche Entwicklungen und Modelle bis hin zu den sogenannten Schlauchschals, die in der kommenden Saison in den heimischen Skigebieten wohl zum gewohnten Anblick werden“

erklärt Hörl.

Viele der Modelle überzeugen dabei nicht nur mit hoher Funktionalität bis hin zum FFP2-Standard. „Der alpine Wintersport bringt den Vorteil, dass ein funktionsfähiger und ansprechender Mund-Nasen-Schutz allein aufgrund der Wetter- und Temperaturverhältnisse oftmals Teil des Equipments ist. Dank der nun zusätzlichen Schutzfunktion gehen wir davon aus, dass die Tragedisziplin in der Wintersaison hoch sein wird. „Die Betriebe können daher vom ‚Winter-Effekt‘ profitieren, dass der Schutz nicht als unnatürlicher Fremdkörper, sondern als angenehme und praktische Ergänzung der Ausrüstung empfunden wird. Das erhöht das Wohlbefinden des Einzelnen und zugleich auch die Sicherheit für alle anderen“, so Hörl.

Meinungen aus Tirol und Salzburg

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sieht alle Zeichen auf „Aufsperren“, er wolle aber nicht zu früh Hoffnung aufkommen lassen, dass dann im Dezember alles wieder aufmacht. Auch Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer betonte in einer Pressekonferenz für den Start in den Wintertourismus den 19. Dezember 2020 an. Allerdings müssen die Infektionszahlen sich in den nächsten zweieinhalb Wochen massiv verbessern. „Bei einer Inzidenzzahl von mehr als 100 macht es keinen Sinn, Lockerung einzuführen. Das würde sonst gleich wieder zu einer Steigerung führen“, so Haslauer.

Schweiz bietet Essen ohne Ski-Abschnallen

In der Schweiz wollen die Touristiker auch im Corona-Winter die Reiselust und die Winterfreuden ankurbeln. Um den derzeitigen Gegebenheiten zu entsprechen, wurden viele Vorkehrungen und Maßnahmen getroffen. Wichtig dabei ist die Reduktion der Kapazitäten der Bergbahnen. Gondeln werde man künftig auch online buchen können, um Staus bei den Liftanlagen zu vermeiden.

So genannte Drive-In-Skihütten sollen die Sicherheit der Gäste erhöhen. Dabei müssen die Sportler ihre Skier nicht einmal abschnallen, sie fahren wie beim Mc Donalds vorbei, bezahlen per Karte und fahren sofort mit ihrem Essen weiter. Wo man dann isst, im Freien oder an runden Stehtischen, jeweils eine Person ist noch nicht klar. Neben Abstand halten und Masken tragen ist dafür erforderlich. Auch luftige, freie Zelte sollen aufgestellt werden, sogar Après-Ski werde trotz Corona möglich sein, so Schweiz Tourismus.

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, wie unser Winter heuer „stattfindet“. Derzeit noch überhaupt nicht vorstellbar, wenn der gesamte Winter ohne Wintertourismus stattfindet. Der finanzielle Schaden, die vielen Pleiten und Sorgen. In Österreich, Norditalien, Frankreich und Deutschland steht der Wintertourismus an der Kippe.

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5 Kommentare

  1. Es mag sein, dass das Skifahren selbst keine Problematik darstellt. Allerdings ist das Drumherum nicht zu vermeiden. Es ist nur in der Fantasie der Betreiber existierend, die Skisaison beginnen zu …

  2. ich bin leidenschaftlicher skifahrer musste leider dieses jahr schon pausieren nun wollte ich im januar mit meiner ganzen familie zum skilaufen haben es aber stoniert ich kann mir nicht vorstellen

  3. Lieber Horst, ich muss bestätigen, dass das Ski fahren ausfallen sollte. Allerdings nur für Leute die es nicht schaffen Abstandsregeln einhalten zu können. Wenn allerdings zufällig jemand weiß wie man ohne zu rutschen auf der Kante fährt, dann soll man ihn bitte fahren lassen.

  4. Die Saison muss doch komplett ausfallen, alles andere ist nicht verantwortbar.
    Sonst ist doch der ganze Erfolg mit der Virusbekämpfung, von dem immer gesprochen wird, sofort dahin.
    In den Urlaubsregionen stehen auch gar nicht genug Intensivstationen mit Betten zur Verfügung.
    Die Corona-App funktioniert zudem außerhalb Deutschlands auch nicht richtig.
    Da die Durchimpfung der Gesellschaft Jahre dauern wird, ist für die nächsten Jahre doch gar nicht an Skifahren zu denken.
    Gut, dann kann es natürlich wieder einen neuen Virus geben und die Sache geht wieder von vorn los, aber dann haben ja alle schon Erfahrung in Sachen Verzicht.
    Der Vorteil ist, dass es auch weniger Knochenbrüche etc. gibt.
    Das ist doch positiv, oder?

  5. wir möchten im Zeitraum der letzten Januar bzw. ersten Februarwoche für eine Woche Winterurlaub machen. ich hoffe bis dahin ist es wieder möglich

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