Mythen der Wechseljahre

Was zu berücksichtigen ist

 Arfa Rehman Mitbegründerin und CEO Arfa Rehman hofft, dass Caria Frauen helfen wird, die Wechseljahre als eine Phase immenser Kraft und Produktivität in ihrem Leben und ihrer Karriere zu begreifen. ©Apple

Arfa Rehman, CEO und Mitbegründerin der App für Frauengesundheit, klärt über einen übersehenen Teil der Gesellschaft auf.

Im Bereich der Frauengesundheit hat sich der medizinische Fortschritt auf Geburtenkontrolle und Fruchtbarkeitsbehandlungen konzentriert, obwohl Frauen mehrere Jahre und durchschnittlich 20.000 US-Dollar für „Versuch-und-Fehler“-Behandlungen, Arztbesuche und Produkte investieren, um die richtige Diagnose und Behandlung für die Wechseljahre zu erhalten.

Die Mitbegründer*innen Arfa Rehman und Scott Gorman haben den Bedarf an mehr Orientierungshilfe und Unterstützung während der Wechseljahre erkannt und gemeinsam Caria (ehemals Clio) auf den Markt gebracht – einen individuellen Leitfaden, der Nutzerinnen hilft, die Veränderungen in den Wechseljahren zu verstehen und mit ihren Symptomen umzugehen.

„Es gibt einen Mangel an Aufklärung über die Wechseljahre und ihre Behandlung in der medizinischen Gemeinschaft, da nur 20 Prozent der gynäkologischen Ausbildungsprogramme in den USA einen formalen Lehrplan für die Wechseljahre haben“, sagt Rehman, die auch CEO von Caria ist. „Infolgedessen haben viele Mediziner*innen nicht die notwendige Ausbildung, um Beschwerden während der Wechseljahre zu diagnostizieren und zu behandeln. Das führt dazu, dass Frauen oft nur unzureichende Unterstützung bekommen.“

Caria wurde zusammen mit Expert*innen entwickelt, die sich auf die Frauengesundheit spezialisiert haben. Die App bietet evidenzbasierte Ansätze für den Umgang mit den Wechseljahren, darunter kognitive Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, Ernährungstherapie, Achtsamkeit und Fitness.

In einer vom Female Founders Fund durchgeführten Umfrage haben 78 Prozent der Befragten angegeben, dass die Wechseljahre ihr Leben beeinträchtigen und 23 Prozent haben geantwortet, dass die Wechseljahre einen „sehr starken“ oder gar „völlig lähmenden“ Einfluss auf ihr Leben haben.

Um dem entgegenzuwirken hat Caria einen KI-gesteuerten Assistenten integriert, mit dem Frauen chatten können, um die Bedeutung ihrer Symptome zu ergründen und herauszufinden, an welchem Punkt der Wechseljahre sie sich gerade befinden. Dadurch wird die Intelligenz von Caria erweitert, um persönliche Gesundheitsinformationen und Empfehlungen zu Ernährung, Wohlbefinden und Fitness zu erstellen. Frauen erhalten somit auf ihr individuelles Profil und ihre Vorlieben maßgeschneiderte Lösungen, um die Wechseljahre besser zu bewältigen.

„Da es so wenige Optionen für den Umgang mit den Wechseljahren gibt und auch ein Mangel an gut gestalteten Produkten für Frauen der Generation X besteht, hoffen wir mit Caria diese Lücke schliessen zu können“, sagt Rehman.

 Illustration einer meditierenden Frau

 

2019 haben Rehman und Gorman am Apple Entrepreneur Camp teilgenommen, während dem sie zum ersten Mal persönlich mit einem ihrer wichtigsten Ingenieure zusammengearbeitet haben. Sie sind der Meinung, dass das Programm entscheidend für die Entwicklung von Caria war. Es hat ihnen geholfen, neue Technologien zu integrieren und Expertenwissen von Apples Designteam zu erlangen, um die Benutzerfreundlichkeit der App zu verbessern.

„Dass wir für die Plattform für Apple entwickeln und die Möglichkeiten von iOS nutzen können, hat es uns als designorientiertes Unternehmen im Gesundheitswesen ermöglicht, dem Datenschutz und der Sicherheit unserer Kundinnen an erste Stelle zu stellen und gleichzeitig eine hervorragende Nutzererfahrung zu schaffen“, sagt Rehman. Im Camp baute das Team die erste Version der App für die Apple Watch und begann mit der Integration von Siri Kurzbefehlen, mit denen Anwenderinnen der App alle ihre aktuellen und neuen Symptome, Auslöser und täglichen Aktivitäten von überall aus mit ihrer Stimme protokollieren können.

„Beschwerden während der Wechseljahre können das Leben von Frauen sehr stören, zu einem Zeitpunkt während wir auf dem Höhepunkt unserer Karrieren und unseres Einkommens sind“, sagt Rehman. „Derzeit befinden sich 50 Millionen Frauen in der Perimenopause und Menopause – eine wichtige Gruppe, die oft übersehen worden ist. Es besteht also ein enormer Wert darin, Frauen in den Wechseljahren mit innovativen Lösungen zu versorgen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.“

Tabuisierung und Stigmatisierung sind häufig mit den Wechseljahren verbunden. Im Folgenden beschreibt Rehman die gängigsten Mythen über die Wechseljahre mit ihren eigenen Worten – und räumt mit ihnen auf.

Mythos: Die Menopause ist eine universelle, gemeinsame Erfahrung

Der Übergang in die Wechseljahre hat vier Phasen: Prämenopause, Perimenopause (wenn die Symptome beginnen und die Zyklen unregelmäßig werden), Menopause (12 Monate ohne Zyklus) und Postmenopause. Es gibt keine allgemeingültige Schablone für Symptome, Zeitpunkt und Dauer – die Erfahrung jeder Frau ist völlig anders. Außerdem sind die Grenzen zwischen den einzelnen Stadien fließend, und oft wissen Frauen nicht, ob ihre Symptome mit den Wechseljahren oder etwas völlig anderem zusammenhängen. Wenn Menschen „Wechseljahre“ hören, denken sie vermehrt an Hitzewallungen, aber die Wechseljahre sind ein komplexer Prozess, der mehr als 40 Arten von Symptomen verursachen kann. Diese können von Angst/Depression, Müdigkeit und Gelenkschmerzen bis hin zu Veränderungen in der Kognition und Verdauung reichen. Darüber hinaus haben die Wechseljahre und ihre Veränderungen einen enormen Einfluss auf den Körper der Frau und können die Weichen für die gesamte zweite Lebenshälfte stellen.

Mythos: Die Menopause tritt nur bei Frauen im Rentenalter auf

Die meisten Frauen kommen bereits im Alter von 30 oder 40 in die Perimenopause und fallen damit in die Altersgruppen der Generation X und der späten Millennials, die sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und ihres Einkommens befinden. Die Menopause kann eine Phase immenser Kraft und Produktivität im Leben und in der Karriere von Frauen sein, obwohl die meisten Menschen die Menopause nicht so sehen. Aus diesem Grund schweigen Frauen oft, um nicht stigmatisiert zu werden. Wenn Frauen keine Unterstützung haben und mit ihren Symptomen nicht umgehen können, wirkt sich das auf ihre körperliche und geistige Gesundheit sowie auf ihre Karriere aus – und führt zu Ungleichheit in der Arbeitswelt. 88 Prozent der Frauen in der Caria-Community berichten, dass unbehandelte Symptome ihre Arbeit und Karriere beeinträchtigen.

Mythos: Die Menopause ist unbehandelbar

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen aller Altersgruppen von der fehlenden Gleichberechtigung in der medizinischen Forschung betroffen sind. Frauen wurden systematisch von klinischen Studien ausgeschlossen, was bedeutet, dass unser modernes Verständnis der menschlichen Gesundheit auf den Daten von Männern basiert. Dies hat dazu geführt, dass frauenspezifische Themen deutlich unterversorgt sind. Es ist wichtig, dass wir den Mythos bekämpfen, dass es keine praktikablen Lösungen für die Wechseljahre gibt und dass Frauen einfach nur „durchhalten“ müssen. In unserer Studie berichten 70 Prozent der Frauen von negativen Erfahrungen mit Ärzt*innen bei der Behandlung der Wechseljahre und fühlten sich abgewiesen. Es gibt viele wissenschaftlich erprobte Ansätze zur Behandlung von häufigen Symptomen der Wechseljahre, darunter sowohl Medikamente als auch ganzheitliche Ansätze.

 

In den kommenden Monaten arbeitet Caria mit der University of Illinois at Chicago zusammen, um die Wirksamkeit der App bei der Linderung von Symptomen der Wechseljahre zu untersuchen. Aus aktuellen Nutzerumfragen geht hervor, dass 85 Prozent der Frauen nach der Nutzung von Caria von einer Verbesserung der Symptome berichten.

„Wir freuen uns auf der aktuellen Grundlage aufzubauen und weitere, klinisch validierte Daten zu erfassen. Das wird der erste, dem Zufallsprinzip folgende Versuch sein, eine digitale App für Verhaltensmedizin in den Wechseljahren zu untersuchen“, sagt Rehman.

„Trotz der Tatsache, dass jede Frau in die Wechseljahre kommt, gibt es nicht genug Forschung“, sagt sie. „Unser wissenschaftliches Verständnis der Wechseljahre ist aufgrund des Mangels an Daten sehr begrenzt, und es besteht eine große Chance darin, eine erste groß angelegte Datensammlung über die Frauengesundheit in der Lebensmitte zu erstellen. Wir wissen, dass die Veränderungen in den Wechseljahren mit den späteren Ergebnissen für die kardiovaskuläre, kognitive und allgemeine Frauengesundheit korrelieren. Diese Daten werden es uns ermöglichen, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und zu bestimmen, wie wir die Versorgung von Frauen in den Wechseljahren optimieren können, um einen bedeutenden Einfluss auf ihre langfristige Gesundheit zu haben.“

Hier geht’s zur App.

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