Wie geht es einem Automobil Importeur in diesen Zeiten

Wie geht man als Manager damit um?

Wir haben dazu mit Heiko Twellmann, Geschäftsführer von Toyota Austria GmbH gesprochen.

Die Corona-Krise, der Lockdown Mitte März 20, Produktionsstillstand und viele andere Probleme machen den Automobilherstellern und den Generalimporteuren zu schaffen. Wir wollten vom Geschäftsführer Heiko Twellmann von Toyota Austria wissen, wie er damit umgeht. Hier seine Antworten.

BLL: Im Jahr 2019 hat Toyota sämtliche Marktaktivitäten in Österreich direkt übernommen. Sind inzwischen alle Änderungen abgeschlossen?

Heiko Twellmann: Wir haben ein nahezu komplett neues Führungsteam an Bord und uns dadurch zusätzliches Knowhow ins Unternehmen geholt. Jetzt müssen wir noch eine Vielzahl von Prozessen und Systemen erneuern, um den europäischen Toyota Standards gerecht zu werden.

BLL: COVID-19 Krise, Lockdown – Wie geht es Toyota Austria?

Heiko Twellmann: Toyota Austria ist unter den Umständen gut unterwegs. Wir konnten unseren Marktanteil in den vergangenen Monaten steigern und haben für unsere Händler und Kunden sehr interessante Maßnahmen und Pakete umgesetzt.

BLL: Wie wird sich die Coronavirus-Krise – die ja auch international besteht – auf die Absatzzahlen in Österreich auswirken?

Heiko Twellmann: Die Neuwagenzulassungen sind nach den ersten fünf Monaten knapp 40 % hinter dem Vorjahr. Das ist dramatisch! Im Mai und auch bereits im Juni spüren wir eine Erholung, die aber noch weit von der Normalität entfernt ist. Eine Prognose ist daher heuer sehr schwierig.

BLL: Welche neuen Aktionen und Modelle sind in 2020/21 zu erwarten

Heiko Twellmann: Toyota Austria und die neu gegründete Toyota Kreditbank, Zweigniederlassung Österreich haben zahlreiche neue attraktive Produkte für Endkunden geschnürt, um damit in das Finanzierungsgeschäft einzusteigen. Toyota setzt nun verstärkt auf attraktive monatliche Raten anstatt auf Aktionspreise und Boni. Dies entspricht nicht nur dem aktuellen Trend in der Automobilbranche, sondern trifft vor allem in der aktuellen Situation rund um Corona den Puls der Zeit. Mit dem CleverLeasing+ hat Toyota Austria gemeinsam mit der Toyota Kreditbank attraktive Leasing-Pakete geschnürt und darüber hinaus packt der Importeur noch zusätzlich ein 48 Monate Garantie- & Service-Paket obendrauf.

Nach der aktuellen Planung kommen heuer bei Toyota die Modelle Proace City und Proace City Verso, eine Einstiegsversion unseres Sportlers GR Supra und im Herbst freuen wir uns schon auf den komplett neuen Toyota Yaris. Bei Lexus kommt in der zweiten Jahreshälfte das LC Cabriolet. Anfang 2021 kommen der Toyota Highlander, ein 7-sitziger SUV, sowie bereits die zweite Generation unseres Wasserstoffautos Mirai.

BLL: Toyota Hybrid Pionier – Sehen Sie es als Vorteil das Toyota einerseits schon sehr früh darauf konzentriert hat und anderseits sich nicht so „verzettelt“ wie manche andere Autohersteller mit Elektro, Hybrid, Benzin- und Diesel und Wasserstoff.

Heiko Twellmann: Toyota hat sich bereits sehr früh ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Auswirkungen von Produktion, Fahrzeugbetrieb und Entsorgung auf Umwelt und Natur zu minimieren. Angesichts der Herausforderungen wie begrenzte fossile Brennstoffe, Klimawandel und Luftverschmutzung investiert Toyota bereits seit langem in die Entwicklung von Antrieben, die verschiedene Energieträger nutzen. Durch die Kombination verschiedener Energieträger mittels der Hybridtechnologie steigt die Effizienz. Das große Spritspar-Potential des Hybridantriebes zeigt auch eine Studie von der internationalen Unternehmensberatung PA Consulting Group. In ihrer aktuellen Studie zu den CO2-Flottenzielen der Automobilhersteller, werden mögliche Szenarien ab 2021 gezeigt – welcher Hersteller muss welchen CO2-Flottenschnitt erreichen und wie weit ist er voraussichtlich von diesem entfernt.

Laut dieser Studie ist Toyota in Europa der einzige Hersteller, der sein Flottenziel wohl erreichen wird. Das individuelle CO2-Flottenziel (abhängig vom Gewicht der Fahrzeuge) für Toyota liegt bei 94,9 Gramm CO2/km, der prognostizierte CO2-Ausstoß beträgt 95,1 Gramm CO2/km – Differenz laut Studie 0,2 Gramm CO2/km.

Kein anderer Hersteller kommt derart knapp an sein Ziel heran, bereits der zweite Platz weicht um 4 Gramm CO2/km ab, die Speerspitze beträgt voraussichtlich sogar ein Plus von 28 Gramm CO2/km.

Der Hybridantrieb bei Toyota verbindet das Beste aus beiden Welten. Der Benziner arbeitet im optimalsten Bereich und erreicht einen Wirkungsgrad von bis zu 40 %. Und überall dort, wo kurzfristig zusätzliche Leistung gefordert wird, kommt der E-Motor ins Spiel und unterstützt oder übernimmt komplett. Dadurch werden in der Praxis vor allem im urbanen Bereich Verbrauchswerte erreicht, die sonst bestenfalls Wunschwerte sind.

Um auch langfristig den Anforderungen gerecht zu werden, setzt Toyota auf alle Antriebsvarianten und entwickelt in alle Richtungen. So kommt Anfang 2021 bereits die zweite Generation des wasserstoffbetriebenen Toyota Mirai auf den Markt. Und Lexus bringt 2021 mit dem UX EV das erst batterieelektrische Fahrzeug auf den Markt.

BLL: Wohin gehen in Bezug auf Umwelt und Klimafreundlichkeit die nächsten Entwicklungsstufen bei Toyota?

Heiko Twellmann: Für Toyota ist es Teil des Selbstverständnisses, sich neuen Herausforderungen zu stellen und alles dafür zu tun, die schädlichen Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt zu reduzieren. Daher hat Toyota bereits vor über 20 Jahren begonnen, mit dem Hybridantrieb neue Technologien im Alltag einzuführen und arbeitet weiter an der Perfektionierung. Auch darf heute das Thema Fahrspaß nicht zu kurz kommen. Mit unseren neuen Hybridmodellen vereinen wir das Beste aus zwei Welten und erreichen Fahrspaß ohne Reue für die Umwelt.

@Toyota Wasserstoffauto Mirai

Toyota entwickelt aber in alle Technologie-Richtungen. Wasserstoff ist bei Toyota ein Kernbereich, so kommt Anfang 2021 bereits die zweite Generation des wasserstoffbetriebenen Toyota Mirai auf den Markt. Auch batterieelektrische Fahrzeuge spielen eine wesentliche Rolle: Lexus bringt 2021 mit dem UXe das erst batterieelektrische Fahrzeug auf den Markt.

BLL: Der Trend im Automobilsektor geht in Richtung Übernahmen und Zusammenschlüsse – plant hier Toyota auch etwas?

Heiko Twellmann: Toyota setzt auf Kooperationen. Diese sind sinnvoll, wichtig und auch erfolgreich. Denken Sie an die Toyota-Kooperationen mit BMW und PSA.

BLL: Ist ihr Job im Moment anstrengender als noch vor ein paar Monaten?

Heiko Twellmann: Es ist mit Sicherheit herausfordernder geworden, da es keine verbindlichen, langfristigen Prognosen gibt. Dies macht Planungen sehr schwierig. Die Branche fährt jetzt auf Sicht.

Vielen Dank für das Gespräch!

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