Mythen und skurrile Fakten über das Kult-Getränk Bier

Mäßig getrunken kann Bier gesund sein

Biergenuss Foto: Verein Land schafft Leben

Um das Kult-Getränk Österreichs ranken sich viele Mythen und skurrile Geschichten.

Wie wird unser Bier gebraut?

Der Saatgutzüchter in Linz, der Hopfenbauer im Mühlviertel, der Mähdrescherfahrer im Weinviertel, der Braumeister, die Suchtexpertin, der „Bierpapst“ und viele mehr – das Filmteam von Land schafft Leben holt jene Menschen vor die Kamera, die unser Bier machen und sich damit auskennen. Die Bierherstellung selbst ist eine Wissenschaft für sich. Zwar wird Bier nicht mehr händisch gebraut, notwendig sind aber weiterhin das Wissen und das Gespür für die Rohstoffe. Österreich hat im internationalen Vergleich sehr strenge Produktionsvorgaben, Zusatzstoffe dürfen bei uns nicht verwendet werden. Land schafft Leben hat sich die Herstellung der Rohstoffe Hopfen und Braugerste detailliert angesehen und dabei interessante Entdeckungen gemacht. Beispielsweise konnte sich Österreich in den letzten Jahren nicht mehr selbst mit Braugerste und Hopfen versorgen. Das liegt mitunter am Klimawandel. Die Landwirtschaft testet gemeinsam mit Züchtern und Brauern alternative Anbauformen, um die Selbstversorgung wieder zu steigern und setzt vermehrt auf Winterbraugerste. Hopfen, das Gewürz des Bieres, ist eine sehr arbeitsintensive und schädlingsgefährdete Kultur. In Österreich gibt es zu wenig Hopfen für die eigene Bierproduktion, sodass er jährlich importiert werden muss.

Der Verein Land schafft Leben hat eine Liste mit den interessantesten Fakten rund um heimisches Bier zusammengestellt.

Wie durch den Klimawandel Tierfutter zur Bierzutat wurde

Für Malz braucht man Gerste und für Gerste braucht es passendes Wetter. Der Klimawandel setzt der traditionellen Sommerbraugerste in Österreich jedoch immer mehr zu, weshalb nun vermehrt auf Wintergerste zurückgegriffen wird. Diese wurde traditionell vor allem als Tierfutter verwendet und ist erst in den letzten Jahren für Österreichs Brauereien interessant geworden. Sie hat nämlich einen bedeutenden Vorteil: Da sie etwa ein halbes Jahr vor der Sommergerste angebaut wird, kann sie die feuchten Monate nutzen und Trockenheit und Hitze setzen ihr nicht so stark zu.

Was Hopfen mit Marihuana zu tun hat

Hopfen gehört genau wie Hanf zur Familie der Cannabisgewächse. Im Gegensatz zum Hanfgewächs, das als Droge verwendet wird, enthält Hopfen jedoch kein THC. THC bezeichnet eine psychoaktive Substanz, die oft als schmerzlindernd, entspannend und appetitanregend empfunden wird. In Hopfen ist jedoch das Cannabinoid CBD enthalten, das zwar nicht berauschend wirkt, aber auch in Marihuana zu finden ist.

Österreich als Vize-Weltmeister im Biertrinken

Mit 107 Litern pro Jahr und pro Person ist Österreich Vize-Weltmeister im Biertrinken. Der gesamte Bierverbrauch liegt damit bei mehr als 900 Millionen Liter pro Jahr. Einzig und allein die Biernation Tschechien schafft es höher auf’s Treppchen und hat einen Pro-Kopf-Verbrauch von 141 Litern pro Jahr und pro Person.

Der Ausdruck „Tschechern“ kommt nicht von Tschechien

Anders als man beim hohen Bierkonsum der tschechischen Bevölkerung meinen möchte, kommt der Ausdruck „Tschechern“ dennoch nicht vom Wort „Tschechien“. Der Ausdruck, der für den maßlosen Konsum von Alkohol verwendet wird, leitet sich eigentlich von dem hebräischen Wort „Schochar“ ab, was „Trinken“ heißt.

Bier als Dickmacher? Mythen und ihr Wahrheitsgehalt

Bier hat bekanntlich den Ruf, dass es aufgrund seines hohen Kaloriengehalts ganze Mahlzeiten ersetzen kann. Da Bier aus gemälztem Getreide entsteht, beinhaltet es neben einem großen Anteil Wasser auch Kohlenhydrate und eine geringere Menge an Proteinen. Der enthaltene Alkohol liefert doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge Kohlenhydrate und so entspricht eine Halbe Bier etwa derselben Kalorienmenge wie zwei Scheiben Brot. Übermäßiger Bierkonsum kann sich daher, egal ob bei Mann oder Frau, auf die Rundungen auswirken. Zusätzlich sind die Bitterstoffe im Hopfen, das Glutamat in der Hefe und der enthaltene Alkohol appetitanregend. Dass es uns zum Bier dazu besonders gut schmeckt, ist daher hauptverantwortlich für den in der Männerwelt nicht selten auftretenden Bierbauch. Wir Frauen sind nicht so anfällig für die apfelförmige Veranlagung der Kalorien aus dem Bier, weil wir überschüssig aufgenommene Kalorien eher an Hüften, Gesäß und Oberschenkeln einlagern.

Alles Wissenswerte zum Bier aus Österreich

Der Verein Land schafft Leben hat den heimischen Gerstensaft unter die Lupe genommen und präsentiert das Kult-Getränk in einem ausführlichen und leicht verständlichen Bericht mit Fotos, Infografiken und Videos auf seiner Webseite unter: www.landschafftleben.at/lebensmittel/bier

3 Kommentare

  1. Sehr informativ. Dass Hopfen in doch gar nicht so ferner Verbindung zu Marihuana, als Cannabisgewächs gilt ist mir neu.

  2. Ich hätte gedacht, dass Deutschland die Nummer 1. unter den Biertrinkenden ist. Aber das sogar Österreich noch vor Deutschland gereiht ist, überrascht mich sehr.

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