Man glaubt es kaum – es blüht schon mitten im Feber

Ungewöhnliche Unterschiede

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Auf den Bergen kältester Jänner seit über 30 Jahren. Im Osten Österreichs blüht es schon.

Vorläufige Monatsbilanz der ZAMG: Im Bergland meist kalt, im Flachland teils relativ mild. Im Süden deutlich zu trocken. Im Westen einer der zehn niederschlagsreichsten Jänner der letzten 160 Jahre.

Der Jänner 2019 im Überblick

Eine Serie von Wetterlagen aus Nord und Nordwest brachte in diesem Jänner an der Nordseite der Alpen große Niederschlagsmengen. Südlich der Alpen blieb es deutlich zu trocken. „In Hartberg zum Beispiel, in der südlichen Steiermark, kamen in diesem Jänner bisher nur 10 Millimeter Niederschlag zusammen. In Kössen in Tirol waren es dagegen über 370 Millimeter“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), „im Gebiet von Vorarlberg über Nordtirol bis Salzburg war es einer der zehn niederschlagsreichsten Jänner der letzten 160 Jahre.“

An einzelnen Messorten Niederschlagsmengen im Rekordbereich

Wie ungewöhnlich die Niederschlagsmengen waren, zeigen auch die ersten Auswertungen einzelner Messstationen mit langen Messreihen. „In Kufstein kamen in diesem Jänner 279 Millimeter Niederschlag zusammen. Das sind 40 Millimeter mehr als beim bisherigen Kufstein-Rekord im Jänner 2012“, so ZAMG-Klimatologe Orlik. „Bregenz liegt mit 205 Millimeter Niederschlag auf dem zweiten Platz in der Reihe der niederschlagsreichsten Jänner und die Wetterstation Innsbruck-Universität mit 125 Millimeter auf dem dritten Platz der dortigen Messreihe.“

Schneerekorde

Die enormen Schneemengen in der ersten Monatshälfte sorgten für einige Rekorde. So registrierte die ZAMG in Reutte (T, 850 m) mit 116 Zentimeter die höchste maximale Gesamtschneehöhe in einem Jänner seit Beginn der Messungen im Jahr 1937. Auch bei den 15-tägigen Summen der täglichen Neuschneemenge gab es Rekorde, wie in Hochfilzen (T, 962 m) mit einer Neuschneesumme von 451 Zentimeter.

Serie der überdurchschnittlich warmen Monaten ging zu Ende

Erstmals seit dem März 2018 war ein Monat im Großteil von Österreich deutlich zu kalt. Auf den Bergen und in vielen Tälern lag der Jänner 2019 deutlich unter dem klimatologischen Mittel. „In den hochalpinen Gipfelbereichen des Landes lag dieser Jänner 3,6 °C unter dem vieljährigen Mittel. Ähnlich kalt war es auf den Bergen in einem Jänner zuletzt im Jahr 1987 und deutlich kälter war der Jänner 1985 mit 5,6 °C unter dem Mittel.“ Relativ mild verlief der Jänner 2019 in den Niederungen von Süd- und Südostösterreich sowie im Flachland von Nord- und Ostösterreich.

Temperatur

Österreichweit war der Jänner 2019 hauptsächlich durch nördliche und nordwestliche Wetterlagen geprägt und stabilerer Hochdruckeinfluss hatte sich erst in der zweiten Monatshälfte bemerkbar gemacht. Das spiegelt sich auch in der Verteilung der Temperaturanomalien wider. So war es in den Niederungen vom Flachgau bis ins Burgenland durchwegs wärmer als im Mittel.

Im Westen des Landes (Großteil von Salzburg, Nordtirol, Vorarlberg) war es auch in den Tallagen kälter im vieljährigen Mittel. Die Abweichung erreichte hier -0,9 °C zum klimatologischen Mittel. Nördlich des Alpenhauptkammes war es in den alpinen Regionen oberhalb von etwa 700 m Seehöhe teils deutlich kälter als im klimatologischen Mittel. In den hochalpinen Gipfelbereichen des Landes war der Jänner 2019 um 3,6 °C kälter als das vieljährige Mittel. Damit ist dieser Jänner hier der kälteste seit dem Jahr 1987 (Abw. -3,7 °C). Deutlich kälter war es zuletzt 1985 mit einer Abweichung von -5,6 °C.

Von Oberösterreich bis ins Burgenland war der Jänner 2019 um 0,5 bis 1,5 °C wärmer als ein durchschnittlicher Jänner. In der südlichen und östlichen Steiermark entsprachen die Temperaturen dem Mittel oder lagen um bis zu 1 °C leicht darüber. Die relativ wärmsten Regionen waren in diesem Jänner die Niederungen in Kärnten. Die Abweichungen lagen hier zwischen +1 und +3 °C.

©ZAMG

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