Poznań (=Posen) die 5. größte Stadt Polens ist heute eine offene, freundliche und moderne Stadt. Ideal um diese Stadt einmal zu besuchen. Wir haben es getan und waren sehr überrascht. Aber wie ist alles entstanden?
Ein Blick in die Geschichte von Posen
Posen gehört zu den ältesten und größten Städten in Polen und war die historische Hauptstadt Großpolens, in der vor 1000 Jahren der Grundstein für den polnischen Staat gelegt wurde.
Damals im 9. Jahrhundert entstand am rechten Ufer der Warthe auf der Dominsel (polnisch: Ostrów Tumski) in den Überschwemmungsgebieten der Warthe und Zybina eine Herzogsburg, rund um die spätere Siedlung mit städtischem Charakter. Im 10. Jahrhundert war Posen neben Gnesen die wichtigste Burg der Polanen und der Sitz Mieszkos I. Im Jahre 966 nahm Polen das Christentum an, bereits 968 wurde in Posen das erste bischöfliche Bistum gegründet und man begann mit dem Bau des Domes.

Im Jahre 1253 verlieh Herzog Przemysł I. Posen das Stadtrecht nach Magdeburger Recht. Es war ein Wendepunkt in der Geschichte der Stadt, der ihre Entwicklungsrichtungen bis zur Gegenwart bestimmte und regulierte die Gesamtheit der städtischen Struktur- und Wirtschaftsfragen und legte ökonomische Grundlagen der Stadtgemeinde fest. Mit der Verleihung des Magdeburger Stadtrechts begann der Prozess der Anpassung Posens an die Städte Südwesteuropas. Zum ersten Mal wurden der Stadtrat und das Amt des Gemeindevorstehers gebildet und erste Zünfte organisiert.
Ende des 13. Jahrhunderts begann man mit dem Bau des Rathauses, der Königsburg auf dem Przemysł-Hügel und der steinernen Stadtmauer. Hinter der Mauer befand sich die wirtschaftliche Basis der Stadt, die aus einem Dutzend an den beiden Wartheufern gelegenen Dörfern bestand.
Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum Europas, und durch Posen verliefen der große Ost-West-Handelsweg und der Weg von Krakau zur Ostsee. Eine bedeutende Rolle im Handelsaustausch Posens spielten der Handel mit Pelzen, Salz und Ochsen, Import von Tuchwaren und Gewürzen sowie Export von Wachs.
Im 16. Jahrhundert erlebte Posen sein goldenes Zeitalter; es gehörte zu den bedeutendsten Zentren für Kultur, medizinisches Wissen und internationalen Handel im Land. Im Jahr 1519 wurde in der Stadt die Lubrański-Akademie gegründet, die zweite Hochschule im Staat, und 1573 entstand die nächste Posener Hochschule – das Jesuiten-Kolleg. Beide Schulen wurden 1780 zur Posener Fakultätsschule zusammengelegt. Die urbane und räumliche Entwicklung der Stadt schritt voran.
Im Jahr 1793 wurde Posen und mit ihr ganz Großpolen von Preußen einverleibt und stufenweise in die größte Festungsstadt an der östlichen Peripherie des Staates umgewandelt. Ende des 18. Jahrhunderts wurden mittelalterliche Wehrmauern abgetragen, das Stadtgebiet wurde um ein paar Satellitenstädte und -siedlungen erweitert. Nach Posen, nunmehr Hauptstadt der neuen Provinz Südpreußen und Garnisonssitz, strömten deutsche Beamte und die Armee, und dann auch deutsche Siedler. Die Stadtbevölkerung stieg auf 50.000 Einwohner. Allmählich erhöhte sich die Anzahl der deutschen Bevölkerung von 10% auf über 40% bis zum Ersten Weltkrieg.
Im Jahr 1785 durch die Entstehung der ersten großen Manufaktur von Jan Klug, die Textilien wie Wolle oder Samt produzierte. Zu dieser Zeit eröffnete man ein Hotel und ein Gasthaus für Reisende, Postämter und ein Theater. Die dynamische Entwicklung der modernen städtischen Infrastruktur geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Damals wurden Wasserleitungs- und Kanalisationsanlagen, das Gaswerk und das Kraftwerk, die Pferdebahn und die elektrisch betriebene Straßenbahn sowie die Telefonzentrale in Betrieb gesetzt, der Bahnhof wurde errichtet mit Zugverbindungen nach Stettin und Breslau.
Einen grundlegenden Einfluss auf die Entwicklung der Posener Wirtschaft während der Besatzung hatte die Politik der preußischen Regierung, die aus Großpolen eine landwirtschaftliche Basis des preußischen Staates machte, und der Stadt Posen die Rolle eines Handels-Finanzzentrums für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten zuschrieb. Der 1921 eingerichtete Posener Markt verwandelte sich 1925 in die 1. Internationale Messe.
Der 2. Weltkrieg: Deutschland besetzte Posen am 10. September 1939. Zur Zeit der Hitler-Okkupation wurde Posen, als Hauptstadt des so genannten Warthegaus, dem Deutschen Reich einverleibt. Seit 1944 wurde Posen durch Luftangriffe der Alliierten zerstört. Zu dieser Zeit begannen die Deutschen damit, Posen als Festungsstadt zu nutzen, die den Angriff der Roten Armee zum Stehen bringen sollte. Nach schweren Kämpfen wurde Posen am 23. Februar 1945 befreit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Posen zu 55% zerstört.
Bedeutend stieg der Anteil des privaten Kapitals an der städtischen Wirtschaft in den 60er und 70er Jahren an, darunter auch des ausländischen. Die hohe Investitionsattraktivität Posen ermuntert ausländische Investoren dazu, zahlreiche Aktivitäten in der Stadt zu unternehmen. Das architektonische Stadtbild verändert sich. Im letzten Jahrzehnt entstand eine Reihe moderner Objekte, insbesondere Handels-Dienstleistungs- und Wohn-Büro-Objekte.
Heute präsentiert sich Posen mit einer völligen Änderung seines Charakters von einer preußischen Festung zu einer modernen und offenen Stadt, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Politik einer bürgerfreundlichen Stadt verfolgt.
Ihre Tour nach Posen
Nach Posen fliegt man am besten mit der Polnischen Fluglinie. Rund jeweils eine Stunde fliegt man von Wien nach Warschau und dann von Warschau nach Posen, allerdings mit Zwischenstopp dauert es doch länger. In Posen sind Taxis relativ günstig und über Bold Taxi jederzeit zu buchen.
Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus dem Stadtplan von Posen. Übrigens die waagrechte rote/blau Linie im Plan zeigt die damalige Königsroute an.

Die Stadt Posen ist überschaubar und als Hotel ist man gut beraten ein Hotel im Center zu wählen, denn dann kann man fast sämtliche Touren zu Fuß oder Straßenbahn, gratis mit der „Poznań City Card“ unternehmen. Hier finden Sie eine große Auswahl an touristischen Zielen für Ihre erste Reiseplanung. Wir wohnten im Hotel Kolegiacki Square, mitten im Center. Es ist eine Art Boutiquehotel mit einem überdachten charmanten Innenhof. Hier kann man sich sehr gut erholen nach einem Stadtrundgang auf der Dachterrasse entspannen und vorzüglich Essen. Ist eine Empfehlung.

Wer abends einmal woanders anders Essen will, kann gleich nebenan am Platz das Restaurant Republika Roz‘ besuchen und wird mit speziellen Speisen und guten polnischen Bier oder Wein verwöhnt. Hier kann man – ohne Sorge – ausgiebig trinken, denn das Hotel ist zu Fuß gleich nebenan.
Schauen Sie hier in unserem Video, eine kurze Tour durch Posen
Tourismus Posen hat uns für drei Tage ein Besuchsprogramm zusammengestellt. Je nach Lust und Laune kann man den Besuch natürlich auch länger gestalten, es gibt genug anzuschauen. Die Stadt Posen und auch deren nähere Umgebung hat viel zu bieten und sie ist es ist wert besucht zu werden. Ein modernes, attraktives Flair mit der einzigartigen Geschichte Polens ist hier in Posen vereint. Hier Ideen für Ihren Posen Besuch.
Ein Besuch im zweitgrößtem Zoo Polens
Der Neue Zoo (Nowe Zoo) in Posen ist der zweitgrößte Zoo Polens und befindet sich in der ul. Krańcowa 81, Posen. Er umfasst 120 Hektar und beheimatet überwiegend Tiere wie Braunbären, Löwen, Tiger und Wölfe. Das Besondere ist, dass es sich bei den Tieren oftmals um gerettete Tiere aus Zirkus, oder Gefängnissen handelt und denen es hier nun wesentlich besser geht. Besucher können kostenlose Fahrten mit einer Parkeisenbahn unternehmen oder man kann hier einen gesamten Tag zu Fuß verbringen.
Landschaftlich reizvolle Seenlandschaften und weitläufige Einrichtungen innen und außen bestaunen. Hier leben nun zufrieden Bären, Löwen, Tiger und Wölfen, Luchse, afrikanische Springböcke, Affen neben vielen kleiner Tierarten. Im Sommer kann man sich auf diversen Plätzen Erfrischungen kaufen, oder auch zu Mittag essen. Hier kann man sich richtig erholen und holt Energie für die nächsten Tage.
Praktisch gleich nebenan befindet sich der Maltasee ein echtes Erholungsgebiet – das ganz nah beim Stadtzentrum liegt. Man kann den See mit dem Rad umrunden (ca. 6,5 km), oder Spaziergehen, es gibt eine Minigolfanlage, auch eine Sommerrodelbahn. Könner fahren hier am See mit dem Kanu. Auch eine kurze Fahrt mit der Maltanka-Bahn kann man unternehmen. Am Ufer befindet sich das schicke Hotel HP Malta Park und sein ausgezeichnetes Restaurant mit seiner Terrasse zum See hin. Wir haben dort herrliche lokale Speisen wie Pirogge gefüllt mit Fleischfülle gegessen. Man genießt den Blick auf den Maltasee. Ist eine Empfehlung wert.
Nachmittags besuchen wir den Ort der Geburt Polens und erfahren mehr über den Ruhm von Bolesaw dem Tapferen
Anlässlich des 1000. Jahrestages der Krönung von Boleslaw dem Tapferen lädt die vom Archäologischen Museum in Posen kuratierte Ausstellung Besucher in die erste Kirche neben dem Dom ein, das Erbe des ersten polnischen Königs aus dem Blickwinkel archäologischer Forschung zu erkunden. Boleslaw der Tapfere war der Sohn von Herzog Mieszko I. und der tschechischen Prinzessin Dobrawa. Er wurde 967 geboren. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 992 übernahm er die Macht. Hier bekommt man einen wunderbaren Überblick über die Entstehung Polens.

Gleich daneben liegt der Posener Dom, sein voller Name Dom St. Peter und Paul zu Posen, ist die Bischofskirche des Erzbistums Posen und ein bedeutendes Baudenkmal der Stadt Posen. Die Domkirche mit ihrem 62 m hohen Türmen besteht seit den Anfängen des Christentums in Polen in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhundert. Es ist die älteste Domkirche Polens und ein Denkmal des Jahrtausends christlicher Kultur. Vom Papst Johannes XXIII erhielt sie den Titel „Basilica Minor“.
Vom Dom wandern wir über die Bischof-Jordan Brücke (nach dem ersten Bischof benannt) zur ehemaligen Dominsel (Ostrów Tumski) – wo der historische Kern von Posen, auf dem die Kathedrale und das ehemalige Königsschloss standen. Dort schauen wir uns das Porta Posnania (Tor Posen), ein modernes Museum an. Porta Posnania ist kein offizieller Name eines Gebäudes, sondern kann als ein Symbol für die historische Bedeutung der Stadt verstanden werden. In diesem 3-stöckigen modernen Bau erfahren wir noch wertvolle Information über die Entstehung Polens, der Dominsel – alles in multimedialer Darstellung.

Am späteren Nachmittag spazieren wir zurück ins Hotel und lassen die vielen geschichtlich interessanten Eindrücke von Posen auf uns wirken. Abends gehen wir am Hauptplatz von Posen unweit von unserem Hotel (max. 10 Minuten Fußweg) in das Restaurant Bovaria, mit seiner eigenen Brauerei zum Essen. Im Lokal mit seinen verschiedenen Ebenen, wird uns ein Platz direkt neben der Abfüllanlage zugewiesen. Das Lokal ist sehr gut besucht und es herrscht eine gemütliche Stimmung und es sind viele junge aufgeschlossene Menschen, die hier Bier trinken und sich bestens unterhalten. Übrigens das polnische Bier und auch die Spezialabfüllung Bovaria schmeckt herrlich. Auch Nicht-Biertrinker trinken hier Bier.
Am Abend lassen wir den Tag Revue passieren, sind ergriffen was man alles in einem Tag über die Geschichte Polen und Posen erfährt. Aber die Stadt Posen hat noch mehr zu bieten, dann lesen Sie in unserem 2. Beitrag hier.
Hier finden Sie weitere Informationen über Polen.










Hervorragend geschrieben und beschrieben. Genauso stelle ich mir einen Wochenendetrip vor. Komme im Frühjahr und dann geht die Post ab. Bin gespannt.
Posen war einmal die Messestadt von Polen.
War vorhast 25 Jahren dort.
Man erkennt die Stadt auf den Fotos nicht mehr. Moderne Stadt geworden.
Vielleicht fahre ich im Frühjahr dort hin.
Sehr informativer Beitrag.
Danke dafür!
Ausgezeichnet…. da fahre ich einmal hin!