Zwei lebendige Städte mit viel Geschichte

Erfurt: Domstufen-Festspiele, Carmen ©DZT

Begleiten Sie uns beim Stadtschlendern in Thüringen und Weimar.

Willkommen inmitten lebendiger Geschichte: bei einem Städtetrip durch Thüringen gibt es jede Menge Inspiration für den Geist. Denn die Mischung aus Geschichte und Tradition, Kultur- und Freizeitangeboten, moderner sowie klassischer Kunst und Architektur machen sie besonders attraktiv. Die wohl bekanntesten, aber auch sehr unterschiedlichen Städte Thüringens sind die Landeshauptstadt Erfurt und die Klassikerstadt Weimar.

Stadtschlendern durch Erfurt

Imposante Gebäude, spannende architektonische Spuren, viel Internationalität – wer in die Thüringer Landeshauptstadt reist, ist meist überrascht vom lebendigen und jungen Flair der Stadt. Und Erfurt hat Geschichte. Erfurt „liegt am besten Ort. Da muß eine Stadt stehen“, urteilte einst der Reformator Martin Luther, als er über die Handelsmetropole berichtete. 742 wurde die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt. Spuren aus der alten Zeit findet man viele: Krämerbrücke, Dom St. Marien, Severirkiche, Alte Synagoge, Augustinerkloster, Petersberg und Fischmarkt sind nur einige davon. Und dazu ein wunderbar junges, studentisches Flair. Eine gute Mischung für alle, die beim Schlendern und Bummeln gern Städte entdecken: Denn in Erfurt findet man einen wunderbaren mittelalterlichen Stadtkern – mit vielen netten Läden, Cafés und Restaurants.

Erfurt: Domstufen-Festspiele, Carmen©DZT

Eines der größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Deutschlands

Die mehr als 1.250 Jahre alte Landeshauptstadt Thüringens Erfurt zeigt das Mittelalter in Stein gehauen und verfügt über eines der größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Deutschland. Nicht entgehen lassen darf man sich die eindrucksvolle Kulisse des Erfurter Doms St. Marien und der Kirche St. Severi bis zu den Fachwerkhäusern am Domplatz, die mit Häusern bebaute Krämerbrücke – vollständig erhalten und die längste ihrer Art in Europa oder die prunkvollen Stadthäuser am Fischmarkt, um nur eine Handvoll der eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten zu nennen.

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Spaziergang über die Krämerbrücke in Erfurt

Ein Spaziergang über die Krämerbrücke stellt ein besonders eindrucksvolles Erlebnis dar. Diese zunächst aus Holz hergestellte und 1325 dann aus Stein errichtete Brücke verband die Siedlungen und Märkte auf dem rechten und linken Ufer der Gera. Die schmale, kopfsteingepflasterte Straße ist auf beiden Seiten von schmalen Häusern gesäumt. Generationen von Händlern und Handwerkern lebten und leben weiterhin auf dieser Brücke, über 50 sind es aktuell. Auf der historischen, beidseitig bebauten Brücke des Mittelalters, finden sich in 32 Häuser Künstler und Kunsthandwerker aller Coloeur. Jeder für sich präsentiert, fertigt oder bietet das Beste seines Bereiches an. Viele der Krämer wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und gelten als Experten oder Signifikant in ihrem Fach. Auf der Krämerbrücke lässt sich in der als „Bio- und Fairtrade-Stadt Erfurt“ besonders fair shoppen. Rund um die Krämerbrücke tummeln sich die Jungen und Junggebliebenen und die coolen Bars und Restaurants.

Bewerbung um UNESCO-Welterbetitel

In der in großen Teilen intakten mittelalterlichen Altstadt von Erfurt haben sich einmalige bauliche Zeugnisse der bedeutenden jüdischen Gemeinde aus der Zeit zwischen dem ausgehenden 11. und der Mitte des 14. Jahrhunderts erhalten. Ergänzt und aufgewertet werden die Bauzeugnisse durch eine weltweit einzigartige Fülle von Exponaten die gemeinsam Aufschluss über das jüdische Gemeinde- und Alltagsleben sowie die Koexistenz von Juden und Christen in mittelalterlichen Städten bieten – in einer Komplexität, die mit keiner bekannten Stätte vergleichbar ist. Aus diesem Grund hat sich die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt für ihr jüdisches Erbe des Mittelalters um den Titel „UNESCO-Welterbe“ beworben.

egapark ist Herzstück der Blumenstadt

Seit dem 18. Jahrhundert gilt die „Blumenstadt“ Erfurt als Wiege des professionellen Gartenbaus. Aushängeschild ist der 36 Hektar große egapark, Herzstück der vorigen Bundesgartenschau 2021. Heute heißt egapark: 15.000 blühende, jahreszeitlich wechselnde Quadratmeter, umgeben vom satten Grün der Rasenflächen und schattigen Baumhainen. Themengärten in beeindruckender gärtnerischer Gestaltung schaffen einen dekorativen Rahmen für Rosen, Iris, Lilien, japanische Gartenkunst, Skulpturen oder das gärtnerische Erbe des Staudenpapstes Karl Foerster. Ein El Dorado für jeden Gartenfreund und Blumenfan, ein Erlebnis für alle Sinne. Als neue Attraktionen sind außerdem das Wüsten- und Urwaldhaus Danakil und das in Deutschland einzigartige Deutsche Gartenbaumuseum dazugekommen.

Zitadelle Petersberg

Während der BUGA 2021 war der Petersberg ein weiterer Standort der Gartenausstellung. Und auch danach lohnt sich ein Aufstieg zur einzigen weitgehend erhaltenen barocken Stadtfestung. Sie erhebt sich sternförmig angelegt über der Stadt und galt als die modernste Anlage der damaligen Zeit und als uneinnehmbar. Heute informiert das neue Museum im restaurierten Kommandantenhaus in einer interaktiven Ausstellung über die geschichtliche Entwicklung des Petersberges.

Willy Brandt ans Fenster

„Willy Brandt ans Fenster“: gleich am Bahnhofsvorplatz sind die mannshohen weißen Lettern auf dem ehemaligen Hotel Erfurter Hof nicht zu übersehen. Es war der Ruf, den 2.000 DDR-Bürger 1970 riefen, als Willy Brandt als erster westdeutscher Regierungschef in die DDR reiste. Heute weist ein Poster das Fenster, aus dem er damals der Menge zujubelte. Bei der langen Liste der Sehenswürdigkeiten, Kulturangeboten und Baukunstwerken lohnt sich auf jeden Fall ein längerer Aufenthalt in der Stadt.

Weltkulturerbe Bauhausstätten in Weimar

Gleich zwei UNESCO Welterbestätten befinden sich in der Stadt an der Ilm. Abgesehen vom Klassischen Weimar ist dieser Ort auch Sinnbild für revolutionäre Ideen in der Gestaltung und Architektur. – Das Bauhaus gilt noch heute als Vorreiter der Klassischen Moderne auf sämtlichen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Kern der Weimarer Bauhausstätten ist, ganz klar, der Gründungsort, das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar. Hier packte Walter Gropius im Frühjahr 1919 die Gelegenheit beim Schopfe und gab der Kunstschule den Namen „Staatliches Bauhaus in Weimar“. Er schaffte es, internationale Avantgardekünstler wie Lyonel Feininger, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer oder László Moholy- Nagy nach Thüringen zu holen und der Kunsthochschule Ansehen zu verleihen.

Weimar: Deutsches Nationaltheater©Andreas Weise

Charmantes Weimar

Weimar verdankt seinen mit Kultur, Kunst und Moderne verbundenen Ruf vielen berühmten Persönlichkeiten: den Dichtern der deutschen Klassik Goethe und Schiller, den Musikern Johann Sebastian Bach und Franz Liszt sowie den Avantgardisten des Bauhauses. An die Zeit der Reformation erinnern Cranachs Werke, die 2022 am exklusiven Ort gezeigt werden.

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Perfekte handwerkliche Traditionen bis Heute

Cranachs Bilderfluten

Aus dem Depot in den Festsaal: Berühmte Werke aus der Cranach-Werkstatt sind in den Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gezogen und sind dort in einer neuen Dauerausstellung zu sehen. Sie waren nicht mehr zu besichtigen, seit das Weimarer Stadtschlosses 2018 für einen umfassenden Umbau geschlossen wurde. Eine Heimkehr, denn einige der Gemälde waren schon vor 450 Jahren dort zu Hause. Begleitet wird die Ausstellung von digitalen Angeboten wie auch einer interaktiven Station zur berühmten Luther-Bibel, die ebenfalls zu sehen ist.

Der erste Schriftsteller Deutschlands

Im Wielandgut im wenige Kilometer entfernten Oßmannstedt wurde Anfang September die neue Dauerausstellung „Der erste Schriftsteller Deutschlands“ eröffnet. Sie zeigt die Bedeutung Wielands für die deutsche Literatur, begann doch mit ihm eine Schaffensperiode, die heute unter dem Begriff Weimarer Klassik zusammengefasst wird. Besucher*innen können dies anhand von sieben inhaltlichen Schwerpunkten in der Ausstellung erfahren. Die Ausstellung ist in dem Gutshaus zu sehen, in dem Wieland von 1798 bis 1803 lebte, und in dessen Park sein Grab liegt. Die Sehenswürdigkeiten der Klassik wie auch die Stätten des Bauhauses, das von Walter Gropius 1919 in Weimarer gegründet wurde, tragen das UNESCO-Welterbe- Zeichen. Insgesamt sind es 14 Ensemble, die deutsche Kunst- und Kulturgeschichte widerspiegeln.

Moderne in Weimar

Die Moderne und die Zeit der Weimarer Republik werden in drei Museen gezeigt. Dort, wo alles begann, wird die Gründungsgeschichte des Bauhauses im gleichnamigen Museum erzählt. In direkter Nachbarschaft hat die Weimarer Moderne eine eigene Schau bekommen: Im Museum Neues Weimar werden die Vorreiter des Bauhauses mit der Ausstellung „Kunst und Design um 1900“ gewürdigt. Dem Aufbruch in die erste deutsche Demokratie von 1919 widmet man sich im „Haus der Weimarer Republik“. Geprägt ist Weimar aber auch von der Zeit des Nationalsozialismus: Die Erinnerung an die Verbrechen zwischen 1933 und 1945 wird im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald wachgehalten. Rund 500.000 Besucher kommen jährlich in die Gedenkstätte, um neben dem Lager auch die Dauerausstellung „1937 bis 1945“ zu besichtigen. Ab 2023 wird im ehemaligen Gauforum in Weimar (gegenüber Bauhaus- Museum) eine Ausstellung zum Thema „Zwangsarbeiter“ der Gedenkstätte Buchenwald zu sehen sein.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.thueringen-entdecken.de

https://www.germany.travel

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