Besuch des Flughafens Rostock-Laage – Pilotenausbildung und Bundeswehr

Der Flughafens Rostock-Laage und seine Geheimnisse

Rostock Airport - Abfertigung. ©Airport Rostock-Laage
Rostock Airport - Abfertigung. ©Airport Rostock-Laage

Wer kennt schon das „Innenleben“ eines Flughafens?

Pilotenausbildung und Bundeswehmuseum. Wir haben den Flughafen Rostock-Laage besucht und uns angesehen wie hier Piloten ausgebildet werden, wir haben das dort stationierte Bundeswehr-Museum besucht – immerhin sind dort Eurofighter stationiert, starten und landen zu Übungszwecken. Übrigens das Österreichische Bundesheer erhielt den ersten Eurofighter am 30. Mai 2017 von dort und in weiterer Folge nach und nach auch die Restlichen.

Seit wann gibt es den Flughafen Rostock-Laage

Der Flughafen Rostock-Laage wurde 1992 eröffnet und ist ein Regionalflughafen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Steigerung der Passagierzahlen von 99.845 im Jahr 2000 auf 290.654 Passagiere im Jahr 2017, zeigt wie erfolgreich der Flughafen Rostock-Laage ist. Er liegt im nördlichen Landkreis Güstrow zwischen den Laager Ortsteilen Kronskamp und Weitendorf und wird sowohl militärisch durch die Bundeswehr als auch zivil durch die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH genutzt. Der Flughafen ist von der Ausdehnung und den Parkplätzen im Vergleich zu Wien oder Frankfurt natürlich wentlich kleiner, aber dafür auch wesentlich übersichtlicher.

Flughafen Rostock-Laage Terminal

 So haben wir auf Anhieb auch unseren ersten Gespächspartner Frau Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage getroffen, die uns bei unserem Rundgang begleitet. Security, persönliche Kontrolle natürlich oberstes Gebot auf einem Flughafen, noch dazu wo der Flughafen in Allianz mit der Bundeswehr betrieben wird.

Unser Besuch bei der Pilotenausbildung

Hier am Flughafen werden in dem Lufthansa Tochterunternehmen hauptsächlich Piloten und Pilotinnen für die Fluggesellschaften Hapag Loyd, Ryanair, WOW und Germany ausgebildet, aber auch Piloten der Lufthansa und Austrian Airlines. Insgesamt werden hier pro Jahr rund 200 Bewerber ausgebildet. Am Flughafen sind derzeit zwei Simulatoren stationiert.

Die Ausbildung beinhaltet ein Monitoring, die Instrumentenflugausbildung, Theoretische Kenntnisse für Verkehrspiloten und Co-Piloten. Insgesamt umfasst die Ausbildung 1.500 Stunden. Ausgebildet werden die Piloten auf zwei DASH 42, die übrigens aus Wr. Neustadt kommen.

Sehen Sie sich hier unser Video an, was uns der Trainer erläutert.

Klingt alles sehr technisch und schwierig, ist es auch vermutlich, daher die lange Ausbildungsdauer. Jedenfalls war der Besuch des Ausbildungs-Centers hier in Rostock-Laage sehr interessant und auch lehrreich, jedoch ist für normale Gäste der Besuch strengstens verboten.

Besuch des Bundeswehr-Museum am Flughafen Rostock-Laage

Man glaubt es kaum, dass Bundeswehr-Museum im Gegensatz zum Pilotenausbildungs-Center für alle Gäste frei zum zugänglich ist, denn hier erfährt man allerhand Militärisches. Für uns hatten sich sogar zwei Offiziere Zeit genommen und erklärten uns die Ausstellungsstücke.

So ist wirklich überraschend war es für uns zu hören, wie viele Rettungsgegenstände ein Jetpilot in seinem Pilotenanzug bei sich trägt. Handelt es sich doch um Spezialanzüge die sich je nach Stärke der G-Kräfte (=Erdbeschleunigung) mittels Luftdruck dies ausgleichen. Aber auch so banale Rettungssachen wie Messer, Notfallpatrone, Schwimmweste (automatisch aufblasbar beim aktivieren des Schleudersitz), Notfall-Verpflegung und ähnliches. Dies ist natürlich nötig da Piloten auch über der Nordsee oder Ostsee fliegen.

Bundeswehr-Museum ©BLL

Natürlich ist so ein Pilotenanzug nicht billig, den genauen Preis dürfen wir aber nicht verraten, dies fällt unter Militärgeheimnis. Den absoluten Höhepunkt bildet zum Schluss ein Flug mit einem Eurofighter im Flugsimulator – so man will. Man sitzt in einem echten Pilotensitz, der nicht nur eng ist, wird festgezurrt wie ein Pilot, hat einen Steuerknüppel vor sich und sieht mittels einer Virtual Reality Brille genau dorthin wo man schaut. Erschreckend hoch sitzt man in einem Eurofighter, dann der Start, es drückt dich in den Sitz und schon verlieren die Augen den Bodenkontakt. Landschaften, Seen, ganz Städte „rasen“ vorbei und man überlegt wie man bei derartigen Geschwindigkeiten und der geringen Reaktionszeit überhaupt noch fähig ist, richtige Kommandos auszuführen.

Die Instruktoren erklären uns dabei, dass dies in der Tat auch ein Problem darstellt, daher übernimmt bei Manövern wo Gefahr eines Absturzes droht oder dies kräftemäßig nicht möglich ist, der Computer und – bügelt quasi den Fehler für den Piloten wieder aus. Jetzt verstehen wir warum Jetpiloten ganz besondere Menschen sind. War sehr spannend hier alles zu erleben. Wenn es Sie interessiert, hier haben Sie die Möglichkeit dazu.

Anflug aus Österreich nach Rostock-Laage

Für alle die sich die nördliche Seite Deutschland ansehen möchten und nach Rostock-Laage fliegen möchten, können dies auch aus Österreich von Linz nach Rostock-Laage und beispielsweise mit einem Mietwagen die Hansestadt Rostock, Schwerin, Greifswald oder die Hansestädte Wismar und Stralsund, die zum UNESCO Welterbe zählen, in Mecklenburg-Vorpommern besuchen.

Hier finden Sie den Flugplan – auch mit Buchungsmöglichkeit:

Hat Spaß gemacht und ist nicht nur für Fluginteressierte spannend.

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2 Kommentare

  1. Die Ostsee wäre so nahe, die Stadt Rostock, die Insel Rügen – wollte ich schon immer einmal erleben. Leider fliegt man Rostock nur von Linz aus an und nur einmal die Woche. Warum nicht von Wien?

  2. Sehr interessanter Bericht über die Pilotenausbildung – man weiß wirklich viel zuwenig was so alles hinter den Kulissen eines Flughafens läuft. Dank an die Redaktion.

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