Demenz vorbeugen: Gehirn trainieren – 5 tolle Übungen

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Warum wir nicht nur Bauch, Beine, Po, sondern auch unser Gehirn regelmäßig trainieren sollten.

Auch unsere ‚Denkzentrale‘ braucht Training. „Und am besten regelmäßig. Das hält gesund, erleichtert den Alltag und macht zudem richtig Spaß“, sagt Mag. Dr. Melanie Robertson, Klinische und Gesundheitspsychologin sowie Neuropsychologin im privaten Gesundheitszentrum Park Igls in Innsbruck, Tirol.

Hand aufs Herz: Wir alle kennen uns in Alltagssituationen, in denen wir vergessen. Dinge von der Einkaufs- oder Aufgabenliste, Termine, Geburtstage, Telefonnummern, die wir uns schlecht merken, oder Namen von Personen, die uns bei einer geselligen Runde vorgestellt werden. »Das ist«, sagt Robertson grundsätzlich in keiner Weise bedenklich, sondern normal und zutiefst menschlich.« Mittels Trainings und spezieller Techniken, Bewegung sowie gesunder Ernährung lassen sich diese Fähigkeiten und unsere Gehirnfitness allerdings sehr gut verbessern. Mit positiven Effekten: Der Alltag wird leichter und das Gehirn trainiert.

Und medizinisch gesehen? Durch gezieltes Training oder neue Erfahrungen bilden sich neue neuronale Pfade und Netzwerke – es entstehen neue Verbindungen (Synapsen) zwischen den Nervenzellen; die Kommunikation zwischen den Neuronen wird verbessert und gestärkt und die Effizienz gesteigert. Man nennt diesen Vorgang die synaptische Plastizität oder Neuroplastizität.

Demenz vorbeugen

Für eine mögliche Demenz-Prävention gilt die simple Devise: Je mehr Synapsen wir bilden, desto besser. Kognitives Training in Kombination mit einem gesunden Lebensstil kann auch das Risiko einer Demenzerkrankung verringern. »Nur ein sehr geringer, einstelliger Prozentsatz aller Demenzerkrankungen hat eine genetische Komponente«, erklärt Melanie Robertson. Unseren Genen sind wir also nicht hilflos ausgeliefert, wir haben sehr wohl auch Einfluss- und damit Handlungsmöglichkeiten, ist die Expertin überzeugt.

Im umfangreichen Wochenprogramm, das Gäste während ihres Aufenthalts im Park Igls nutzen können, ist Brainfitness als »Workout fürs Gehirn« ein gern in Anspruch genommenes Angebot. Dr. Melanie Robertson leitet diese Gruppeneinheiten persönlich und gibt unter anderem ganz individuelle Tipps für den Alltag, wie das Gehirn trainiert werden kann.

5 tolle Übungen fürs Gehirn, die sich wirklich einfach in unseren Alltag integrieren lassen, effektiv sind und auch Spaß machen

1 Wörter rückwärts buchstabieren:
Klingt ganz sicher viel einfacher, als es ist. Tipp: Fangen Sie nicht mit dem Namen dieser Gemeinde im Süden der Insel Anglesey im Nordwesten von Wales an, sie bringt es auf 58 Buchstaben: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.

2 Nachrichten anschauen oder anhören:
Und im Anschluss versuchen, den Inhalt beziehungsweise die Inhalte wiederzugeben. Was gerne in Fremdsprachentrainings geübt wird, ist eine großartige Brainfitness-Übung.

3 Soziale Kontakte:
Regelmäßig Menschen treffen ist ja ohnehin großartig. Sind Ihre Kontakte aus verschiedenen Altersgruppen, vielleicht auch noch aus unterschiedlichen Kulturkreisen und sind zur Konversation womöglich Fremdsprachen erforderlich? Fantastisch, das ist beste Brainfitness.

4 Klassiker:
Kreuzworträtsel oder Sudoku machen das Gehirn fitter. Warum also nicht einmal pro Woche damit ganz bewusst arbeiten? Das ist ein abwechslungsreiches Training fürs Gehirn.

5 Fremdsprache lernen:
Vokabeln fallen einem in der Regel nicht in den Schoß, man muss sie sich erarbeiten. Und das ist richtig gut so! So wird unser Gehirn gefordert und dann werden wir auch noch mit besseren Fremdsprachenkenntnissen belohnt. Zehn neue Vokabeln pro Tag, das schaffen Sie doch locker!

Neuropsychologische Untersuchungen

Das Park Igls steht für State-of-the-Art-Diagnostik auf höchstem Niveau. Auch neuro-psychologische Untersuchungen werden angeboten. Oft stellt sich für Betroffene oder – genauso wichtig – für Angehörige von Betroffenen die Frage, wann es Handlungsbedarf für eine medizinische Abklärung gibt. Werden subjektiv Einbußen wahrgenommen oder meldet einem das private oder berufliche Umfeld zurück, Veränderungen der geistigen Fähigkeiten zu beobachten, sollte man das abklären.

Das tut nicht weh und ist einfach, zum Beispiel während eines Aufenthalts im Park Igls bietet sich – mit einem Höchstmaß an Diskretion – die Möglichkeit einer solchen neuropsychologischen Untersuchung. Bei dieser Diagnostik werden standardisierte Testverfahren eingesetzt, um darauf aufbauend ein gezieltes, ganz individuelles Trainingsprogramm zu erstellen. Diese Untersuchung dauert ca. eineinhalb Stunden. Häufig kann damit übrigens nicht nur Sorge genommen, sondern auch die eigene Handlungskompetenz erweitert werden.

Nachgefragt zum Thema Brainfitness –  5 Fragen an Mag. Dr. Melanie Robertson                                      

Mag. Dr. Melanie Robertson ist Klinische, Neuro- und Gesundheitspsychologin

Wenn man Dinge vergisst, gibt es dann Handlungsbedarf?

Jeder vergisst einmal etwas, das ist kein Anlass zur Sorge. Nimmt man subjektiv Einbußen wahr, etwa häufiges Vergessen in bestimmten Situationen, kann man das neuropsychologisch abklären lassen. Wir bieten das auch bei uns im Park Igls an. Wir machen dann ein standardisiertes Testverfahren, das etwa eineinhalb Stunden dauert. Das kann auch präventiv sinnvoll sein, weil es in der Regel vor allem Sorgen nimmt.

Was tun, wenn mein Partner häufig vergisst?

Es kommt gerade bei Menschen mit hohem Bildungsgrad sehr häufig vor, dass sie in der Lage sind, kognitive Einbußen geschickt zu verbergen, oder dies zumindest versuchen. Gerade sie zeigen auch oft extrem wenig Bereitschaft, dies medizinisch abklären zu lassen. Eine gute Strategie in der Partnerschaft kann dann sein, zu sagen: Komm, Schatz, wir machen einfach mal beide gemeinsam so eine neuropsychologische Untersuchung.

Wie trainiere ich mein Gehirn am besten gezielt?

Wir können unser Gehirn mit verschiedenen Techniken fordern und trainieren, die Möglichkeiten sind da sehr vielfältig. Wichtig ist Regelmäßigkeit, wobei es wie beim körperlichen Training gilt, Routine zu verhindern. Tanzen, eine Partie Schach, das Lesen eines fremdsprachigen Buchs, eine neue Sprache erlernen oder knifflige Denksportaufgaben lösen – das alles sind Dinge, die helfen, die unser Gehirn fitter machen. Und Freude bereiten sie auch.

Stichwort »gesunder Lebensstil«, wie wichtig ist der?

Schlecht ernähren, wenig bewegen, Alkohol in Unmaßen oder Rauchen sind ja bekannte Krankmacher, die dem Gehirn schaden und Nervenzellen zerstören. Alles, was wir von den Säulen der Modernen Mayr-Medizin kennen, fördert unsere Gesundheit. Ausreichend Schlaf und genug zu trinken, wirken sich ebenfalls sehr positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.

Und noch ein ganz persönlicher Tipp?

Bleiben Sie doch einfach neugierig im Sinne von wissbegierig und in Bewegung – das ist ein simples, aber wunderbares und wirkungsvolles Rezept!

Mag. Dr. Melanie Robertson ist Klinische, Neuro- und Gesundheitspsychologin, Sport- und Notfallpsychologin, spezialisiert auf Stressprävention und Akutintervention. Melanie Robertson ist seit vielen Jahren im Park Igls Medical Spa Resort tätig. www.park-igls.at

 

 

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3 Kommentare

  1. Wir werden aller immer älter.
    Daher ist die Vorbeugung vor Demenzerkrankung mir sehr wichtig.
    Gute Information.
    Danke

  2. Demenzvorsorge ist ein wichtiges Thema.
    Ich habe alles mit meinem Vater erlebt.
    Ist eine Aufgabe.

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