Jedes Jahr erleiden in Österreich rund 25.000 Menschen einen Schlaganfall. Lesen Sie hier dazu alles.
Das entspricht etwa einem Schlaganfall alle 20 Minuten. Bei einer Bevölkerung von rund 9 Millionen Menschen sind damit jährlich etwa 0,3 Prozent der österreichischen Bevölkerung direkt betroffen. Schlaganfälle zählen zudem nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu den häufigsten Todesursachen des Landes und sind die wichtigste Ursache für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter.
Ein Schlaganfall kommt meist plötzlich – die Ursachen entstehen jedoch oft über viele Jahre
Die gute Nachricht: Ein großer Teil aller Schlaganfälle wäre durch einen gesunden Lebensstil und die konsequente Behandlung von Risikofaktoren vermeidbar. Experten gehen davon aus, dass bis zu 80 bis 90 Prozent der Schlaganfälle mit beeinflussbaren Risikofaktoren zusammenhängen.
Was passiert bei einem Schlaganfall?
Bei einem Schlaganfall wird die Blutversorgung eines Teils des Gehirns unterbrochen. In den meisten Fällen ist ein Blutgefäß durch ein Gerinnsel verstopft (ischämischer Schlaganfall). Seltener platzt ein Blutgefäß im Gehirn und verursacht eine Hirnblutung. In beiden Fällen erhalten die betroffenen Gehirnzellen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und können innerhalb kurzer Zeit dauerhaft geschädigt werden.
Die wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren
Der bedeutendste Risikofaktor ist Bluthochdruck. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet die Gefäße und erhöht das Risiko für Gefäßverschlüsse und Hirnblutungen erheblich. Weitere wichtige Risikofaktoren sind:
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern
- Chronischer Stress und psychosoziale Belastungen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko zusätzlich an. Dennoch können auch jüngere Menschen einen Schlaganfall erleiden.
So lässt sich das Risiko deutlich senken
Die wirksamste Vorbeugung besteht darin, die bekannten Risikofaktoren konsequent zu kontrollieren. Dazu gehören:
- Regelmäßige Bewegung: Bereits 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche können das Risiko deutlich senken.
- Gesunde Ernährung: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und hochwertige Pflanzenöle unterstützen die Gefäßgesundheit.
- Nichtrauchen: Schon wenige Jahre nach dem Rauchstopp sinkt das Schlaganfallrisiko erheblich.
- Blutdruck kontrollieren: Regelmäßige Messungen helfen, erhöhten Blutdruck frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.
- Gewicht im gesunden Bereich halten: Übergewicht belastet Herz und Gefäße und erhöht das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck.
- Blutzucker und Cholesterin im Blick behalten: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen ein rechtzeitiges Eingreifen.
- Alkohol nur in Maßen konsumieren: Übermäßiger Konsum erhöht das Schlaganfallrisiko deutlich.
Fazit
Ein Schlaganfall ist zwar ein medizinischer Notfall, aber keineswegs ein unabwendbares Schicksal. Die meisten Risikofaktoren sind bekannt und können beeinflusst werden. Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt und Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte behandeln lässt, kann sein persönliches Schlaganfallrisiko deutlich reduzieren. Prävention beginnt dabei nicht erst im Alter – sondern mit den täglichen Entscheidungen für die eigene Gesundheit.

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