Mauritius – Wo Urlaubsträume wahr werden

Mutter-Tochter-Urlaub auf der Trauminsel.

Unser Fahrer begrüßt uns mit einem strahlenden Lächeln am Flughafen von Mauritius. Kaum sitzen wir im Auto plaudert er munter drauf los und schwärmt von den vielen Sehenswürdigkeiten und Schönheiten seiner Insel. Für uns ist es nicht der erste Besuch auf Mauritius und ganz bestimmt auch nicht der letzte.

Mauritius ist berühmt für seine Gastfreundschaft

Etwa zwei Stunden später erreichen wir unser erstes Ziel: Das Shangri-La Le Touessrok liegt in einer der landschaftlich schönsten Buchten in Trou d´Eau Douce im Osten von Mauritius. Mit weißen Sandstränden umgeben und direkt am türkisblauen Indischen Ozean gelegen, ist das Luxusresort ein idealer Ort für all jene, die erst einmal Ruhe und Entspannung vom oft hektischen Alltagsleben suchen. Wir starten unseren Aufenthalt mit einer ganz persönlichen Wellnessreise im CHI, The Spa – wahrlich eine Oase des Wohlbefindens. Tags darauf bringt uns das hoteleigene Boot zur Ilot Mangénie, einer privaten Insel des Resorts, Beach Cabanas und Barbecue am Strand inklusive. Besser kann man seinen Urlaub auf der Trauminsel Mauritius nicht beginnen! Und auch am nächsten Tag heißt es ab auf die Insel. Zuerst auf eine Runde Golf auf der Ile aux Cerfs und im Anschluss zum Chillen am privaten Strandabschnitt. Diese ersten Tage kommen der Vorstellung vom Paradies schon ziemlich nahe. Gäste des Shangri-La Le Touessrok spielen übrigens kostenfrei auf den beiden 18-Loch-Championship-Golfplätzen Ile aux Cerfs und Anahita. Zu einem gelungenen Urlaub zählt – vor allem für uns Österreicherinnen – eine hervorragende Kulinarik. In den vier Restaurants und der Sega Bar des Resorts warten nicht nur exzellente Sushi-Spezialitäten, indische Gourmetküche, saftiges Grillgut, leichte Snacks, erfrischende Drinks und vieles mehr auf uns, sondern auch der Service, den man sich von einem Luxushotel erwarten darf. Tipp für Familien: Die Mitarbeiter:innen des Kinderclubs machen die Reise auch für Kinder mit Schildkröten-Fütterungen – den ältesten Mitarbeitern des Resorts -, einem Besuch beim hauseigenen Imker, Golf-, Tennis- und Schnorchel-Schnupperstunden, Glasboden-Boot- und Kayak-Touren, Mini-Spa, Sandburgen-Wettbewerben oder Kinoabenden und Schatzsuchen unvergesslich. Wer zum ersten Mal auf Mauritius ist, wird schnell feststellen, wie freundlich die Bewohner:innen sind. Das Beste daran ist, dass das mauritische Lächeln ehrlich ist und die Menschen bekannt für ihre herzliche Gastfreundschaft sind. Daher fühlt sich hier auch jeder schnell zu Hause.

Bewegte Geschichte der Insel

Doch so gut wir uns im Shangri-La Le Touessrok auch aufgehoben fühlen, machen wir uns wieder auf die Reise. Schließlich fliegen wir nicht um die halbe Welt, um nur an einem Ort zu bleiben und wir wollen auch noch andere Resorts kennenlernen. So eignen sich unsere Transfertage von A nach B hervorragend für Besichtigungen der vielfältigen ostafrikanischen Insel.

Mauritius hat ca. 1,3 Millionen Einwohner. Ungefähr zwei Drittel der Mauritier haben indische Wurzeln. Eine weitere große Ethnie sind Kreolen, frühere Sklaven aus Afrika und Madagaskar, die sich mit anderen Gruppen, vor allem Europäern, vermischt haben. Etwa 3 % Prozent sind chinesischer Abstammung.  Die weiße Minderheit ist etwas kleiner, 2 % sind Frankomauritier. Ureinwohner gibt es nicht, da die Insel vor der Kolonialisierung unbewohnt war und nur gelegentlich von arabischen Seefahrern besucht wurde.

Ob Vasco da Gama auf seinem Weg nach Indien der Erste war, der die Maskaranen entdeckte, zu welchen neben La Réunion und Rodrigues auch Mauritius gehört, ist nicht bekannt. Bekannt ist allerdings, dass die Insel offiziell 1507 durch den Portugiesen Diego Fernandez Pereira entdeckt wurde. Sein Name für die Insel Ilha do Cerne (Schwaneninsel), könnte ein auch Hinweis auf die – vor ca. 300 Jahren ausgestorbenen – Dodos sein. Im Jahr 1598 geriet eine niederländische Expedition in Seenot, Admiral van Warwyck landete am 20. September in einer geschützten Bucht, Port de Warwyck, heute Grand Port im Südosten von Mauritius. Die Holländer tauften die Insel auf den Namen Prins Maurits van Nassaueiland. Nachdem die Niederländer die Insel verlassen haben, wurde 1715 Mauritius von den Franzosen zur Île de France umbenannt. Unter der Führung von Gouverneur Mahé de Laourdonnais wurden viele Gebäude errichtet und Zuckerrohrplantagen angelegt. Auch einer seiner Nachfolger, Pierre Poivre, sicherte neue Handelsgüter und intensivierte den Gewürzanbau. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Botanischen Gärten von Pamplemousses heute zu den schönsten der Welt zählen. Seit 1814 war Mauritius britische Kronkolonie. 1847 wurden die ersten Briefmarken gedruckt, die als Rote und Blaue Mauritius weltberühmt geworden sind.

Nach 150 Jahren britischer Herkunft wurde Mauritius am 12. März 1968 unter dem Premierminister und Generalgouverneur Sir Seewoosagur Ramgoolam schließlich unabhängig. Es verlor seine Zugehörigkeit zum British Empire und trat dafür dem Commonwealth bei. Nach Einführung einer neuen Verfassung wurde Mauritius am 12. März 1992 zur unabhängigen Parlamentarischen Republik im Commonwealth of Nations und Mitglied der Afrikanischen Union.

Mitten im Paradies gelandet

Kilometerlange Strände, türkisblaues Wasser, tropischer Regenwald, imposante Wasserfälle, weite Nationalparks – das ist das, was man sich von einer Traumreise nach Mauritius erwarten darf. Unser nächster Stopp ist das Anantara Iko Mauritius, das in absoluter Top-Lage im Blue Marine Park, einem geschützten Meerespark, im Südosten der Insel liegt. Das paradiesische Bilderbuch-Hideaway wurde aus Vulkanstein, Basalt und Treibholz erbaut und befindet sich am goldenen Sandstrand La Chaland inmitten eines beeindruckenden tropischen Gartens in welchem hunderte endemische Pflanzen der Insel wachsen. Im Vergleich zu anderen Hotels haben wir hier den Strand fast für uns alleine. Inmitten dieser herrlichen Gartenlandschaft finden sich viele feine Plätzchen für Zweisamkeit, um ein gutes Buch zu lesen oder einfach nur um die Seele baumeln zu lassen. Im Wellness-Spa des Luxusrefugiums heißt es entspannen, pflegen, heilen und neue Energien tanken. Dazwischen laben wir uns an der vielseitigen Küche mit indischen, französischen, niederländischen, kreolischen und chinesischen Aromen in den beiden Restaurants Horizon und Sea.Fire.Salt. Für die Anantara Resorts ist vor allem auch ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt wichtig. So wird die Wärme, die von den Klimaanlagen erzeugt wird, gespeist und als Warmwasser für die Duschen verwenden. Solaranlagen sorgen für den Rest. Auf unserer Food-Tour durch Mahébourg, welche vom Hotel als Insider-Tipp angeboten wird, halten wir an lokalen Restaurants und Imbissständen und probieren regionale Spezialitäten. Das Dorf hat sich seinen Charme bewahrt, wir freuen uns über freundliche Gesichter auf der Straße und am Markt, bunte Häuser und Eis mit viel Zuckersirup.

Zucker, Rum und Tee

Apropos Zucker. Seinen Wohlstand verdankt Mauritius der Zuckerrohrindustrie. Das Zuckerrohr wurde von den Holländern auf die Insel gebracht. Viele Jahre lang war der Zucker die Stütze der mauritischen Wirtschaft. Heute erfreuen sich vor allem auch seine Nebenerzeugnisse wie Rum großer Beliebtheit. Die La Rhumerie de Chamarel im Südwesten der Insel ist eine der wenigen Brennereien, die noch aktiv ist, um ihr eigenes Zuckerrohr anzubauen. Geerntet wird per Hand und produziert wird ausschließlich Pure Cane Rum aus purem Zuckerrohrsaft. Chamarel bietet einen großartigen Panoramablick auf die Tropenwälder der Insel. Eine der Aussichtsplattformen gibt den Blick auf einen 83 Meter hohen Wasserfall frei.

Im L´Aventure du Sucre Museum in Pamplemousses gewinnen wir nicht nur detaillierte Einblicke in die süße Geschichte des Landes, sondern erleben auch erstmalig eine Zuckerverkostung.

Als Teeliebhaberinnen lernen wir auf der Route du Thé vieles über die Geschichte des Tees: was fermentieren bedeutet, wie Teeblätter getrocknet werden und wie der Tee aromatisiert wird. Natürlich erstehen auch wir gleich einige Packungen des mauritischen Vanille-Tees, der zu den besten Teemischungen der Welt gehört. Wussten Sie, dass Vanille, die Königin der Gewürze, aus der Vanille-Orchidee gewonnen wird?

Mit dem Rolls zu den Delfinen

Nach acht Nächten im Osten und Südosten führt uns unsere Reise weiter in den Westen. Dort liegt, in Wolmar – am berühmten Flic en Flac Strand – einer Region, die unter anderem für ihre spektakulären Sonnenuntergänge bekannt ist, das Maradiva Villas Resort & Spa. Auch hier sind wir umgeben von einer faszinierenden Flora und Fauna, welche einige geschützte Tier- und ungefähr 150 lokale Pflanzenarten beheimatet. Das Luxusresort Maradiva besteht ausschließlich aus Villen, einem auf der Insel einzigartigem Konzept. Exklusivität, Privatsphäre, Diskretion, Genuss, höchste Qualität und maßgeschneiderter Service stehen an allererster Stelle. Dennoch bietet das eigentümergeführte Maradiva eine typisch mauritische Erfahrung, die einzigartige Architektur der exquisiten Villen mit privatem Pool begeistert uns von der ersten Minute. Kein Wunder, dass wir hier erst einmal einfach nur verweilen und genießen wollen. Doch vorher steht noch eine Konsultation beim ayurvedischen Arzt im preisgekrönten Spa an. Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt die Wissenschaft von der Lebensdauer. Es ist eine ganzheitliche Methode, die in erster Linie zum Wiederherstellen des Gleichgewichts der drei sogenannten Doshas,  Vata, Pitta und Kapha, eingesetzt wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Integration von Geist, Körper und Seele, um Heilung von innen heraus zu erreichen. Solchermaßen gereinigt sind wir wieder bereit für neue Inselabenteuer.

Für unsere Ausflüge wird uns im Maradiva nicht nur ein Chauffeur, sondern auch ein hoteleigener Rolls-Royce Ghost zur Verfügung gestellt. Mit diesem gleiten wir gemächlich nach Tamarin. Zum Schwimmen mit den Delfinen. Dafür stehen wir gerne um 6 Uhr morgens auf, um pünktlich um 6.30 Uhr bei unserem Boot zu sein. Wir sind wahrlich keine Frühaufsteherinnen, aber es zeigt sich einmal mehr: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Also den Delfin, sozusagen. Kaum sind wir an Bord, wappnen wir uns mit Flossen, Maske und Schnorchel und springen bei jedem „Go“ unseres Kapitäns gefühlte 30 Mal ins Wasser um kurz darauf von unzähligen Delfinen umgeben zu sein. Was für ein grandioses Erlebnis! Unsere Fotos und Videos bestaunen wir abends beim gemütlichen Fine Dining in unserer Villa. Und so schwer es uns auch fällt, unsere Villa hin und wieder zu verlassen, so sehr lockt uns die ausgezeichnete Küche des coast2coast Restaurants und des Cilantro regelmäßig aus „unserem“ Haus. Durch ein flexibles Dine Around Konzept mit dem gleich nebenan gelegenen Sands Suites Resort & Spa können Gäste auch die ausgezeichnete Kulinarik beider Resorts genießen.

Tauchen in der Kathedrale

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Es gibt noch einen Grund, die Villa zu verlassen. Tauchen. Bietet Mauritius doch fast ausschließlich Riffe, da die Insel praktisch von Korallen umgeben ist. Die Wassertemperatur auf Mauritius ist fast das ganze Jahr über angenehm temperiert und das Tauchen zu jeder Jahreszeit möglich. Das Ticabo Diving Centre liegt mitten im Ort Flic en Flac, das Team dort ist ausnehmend freundlich, hilfsbereit und hochprofessionell. Schnell wird „The Cathedral“ zu meinem Lieblingstauchgang. Mit Bögen und Höhen erinnern die Felsen an ein Gotteshaus, wenn die Sonnenstrahlen zwischen den Steinformationen wie durch ein Fenster einer Kathedrale einfallen. On Top gibt es steile Abhänge und enge Schluchten. Achtung: Das Gebiet ist bis zu 30 Meter tief, daher nur für fortgeschrittene Taucher geeignet. Die Tochter chillt inzwischen am Pool in der Villa des Maradiva und lässt sich vom charmanten Team verwöhnen.

Siebenfarbige Erde und clevere Affen

Und wieder zieht es uns weiter. Wir verlassen die Westküste und steuern unsere letzte Station unserer Mauritius Reise an. Bis wir dort sind, wollen wir uns aber noch etwas von der wunderschönen Insel ansehen. So bringt uns unser Fahrer zur siebenfarbigen Erde in Chamarel. Hier handelt es sich um ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen, bei dem durch vulkanische Aktivität verschiedenen Erden miteinander vermischt wurden. Im Kratersee Grand Bassin, der von den Hindus wegen seiner mythischen Verbindung zum Ganges als Heiliger See verehrt wird, werden wir gesegnet und beobachten Touristen, die darüber erstaunt sind, dass die Affen ihr Essen klauen. Der Black River Gorges Nationalpark ist der größere der beiden Nationalparks auf Mauritius. Im Park liegt der höchste Berg der Insel, der 828 Meter hohe und namensgebende Piton de la Petite Rivière Noire. Durch die Besiedelung der Insel wurden die viele ursprüngliche Regenwälder gerodet. In dieser Berglandschaft finden sich die letzten größeren und zusammenhängenden Wälder. 163 der 311 endemischen Pflanzen und alle 28 überlebenden endemischen Vögel von Mauritius kommen hier vor. Der Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden liegt in der Nähe der Inselhauptstadt Port Louis in Pamplemousses. Er ist der älteste Botanische Garten der südlichen Hemisphäre. Heute findet man hier 600 verschiedene Pflanzenarten, darunter 85 verschiedene Palmenarten, die aus den verschiedensten Teilen der Welt hierhergebracht wurden.

Krönender Abschluss

Am Ende des Tages erreichen wir das letzte Ziel unserer Mauritius Reise. Das The Residence Mauritius in Belle Mare ist ein 5-Sterne-Hotel im repräsentativen Kolonialstil, das uns an diesem Abend mit einem fast unwirklich pinken Sonnenuntergang zu begrüßen scheint. Flughunde gleiten von den mächtigen Palmen, von welchen das Luxushotel umgeben ist, lautlos und majestätisch durch den Abendhimmel. Die Architektur des The Residence erinnert an ein prächtiges Herrenhaus eines ehemaligen Plantagenbesitzers, schon die elegante Empfangshalle mit ihren imposanten Säulen ist beeindruckend. Unser Blick geht über gepflegte Poolanlagen zum Meer hinaus. Noch können wir den fast unendlich weiten Sandstrand und die unübertrefflich türkise Wasserfarbe des Indischen Ozeans nur erahnen.  Am nächsten Morgen erwartet uns Sonnenschein und ein glitzerndes Meer, sanft wiegen sich die Palmen im lauen Wind. Herz, was willst du mehr. Einen krönenderen Abschluss könnte es nicht geben. Wir schnorcheln, tauchen, lesen, schlafen uns durch den Tag und können uns an der Schönheit dieser Inselecke kaum sattsehen. In den beiden ausgezeichneten Hotelrestaurants, The Dining Rom und im The Plantation, liest man uns jeden kulinarischen Wunsch von den Augen ab. Wir unternehmen weite Strandspaziergänge, plaudern tagsüber gemütlich mit Einheimischen und abends an der Bar mit Gästen. Im Spa, The Sanctuary, werden wir für die lange Rückreise nach Europa gestärkt. Mit Yoga und Meditation bereiten wir uns nach zweieinhalb himmlischen Wochen auf der Trauminsel Mauritius auf den Alltag zu Hause vor. Aber, wir kommen wieder. Ganz bestimmt!

Der Reiseverlauf

Unsere Flüge haben wir bei Turkish Airlines gebucht. Durch die lange Hin- und Rückreise sind wir Business Class geflogen. Ich kann diesen Luxus vor allem deshalb empfehlen, weil man bei der Ankunft ausgeruht aus dem Flugzeug steigt und der Urlaub wirklich bereits mit dem Abflug beginnt. Bei Langstrecken schätze ich persönlich eine kurze Unterbrechung, weil man sich zwischen zwei Flügen auf diese Weise gut die Beine vertreten kann. Und wenn diese Unterbrechung noch dazu so exklusiv und sehenswert ist wie die Lounge am Flughafen in Istanbul, dann umso mehr.

Fotos: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

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