Madonna di Campiglio aus Sicht des Tourismusdirektors

Ein Tourismusdirektor stellt seinen Ort vor.

Was macht den Reiz eines mondänen Skiortes aus?

Wir haben dazu den Tourismusdirektor Matteo Bonapace von Madonna di Campiglio, Pinzolo und Val Rendena gefragt.

Hier seine Antworten.

BLL: Wir waren dieses Jahr beim 3tre World Cup Slalom in Madonna di Campiglio und waren begeistert von der Atmosphäre und der sportlichen Spannung der Veranstaltung. Wie lange gibt es das 3tre-Rennen in Campiglio schon und wie heißen die 3 vorherigen Austragungsorte?

Matteo Bonapace: 3Tre ist ein italienischer alpiner Skiwettbewerb mit einer ruhmreichen und exklusiven Vergangenheit. Sie wurde im Oktober 1949 in Trient von sieben zukunftsweisenden Pionieren (Pio Antonio Caliari, Aldo Ceri, Gian Giacomo Colombo, Fabio Conci, Rolly Marchi und Camillo Rusconi) gegründet von Bruno Detassis, einem berühmten Bergsteiger und Skilehrer. Es ist der erste italienische Wettbewerb, der in die FIS-Weltmeisterschaft der Männer aufgenommen wurde.

Als „internationales Kriterium für Schnee und Eis“ etabliert, hatte die erste Ausgabe auch einen Eislaufwettbewerb in Pinè im Programm. In den 1950er Jahren fand an verschiedenen Orten im Trentino das „Tre gare in Trentino“ (drei Rennen im Trentino – die Wurzel des glücklichen Namens von 3Tre) statt.

1956 kam das 3Tre schließlich nach Madonna di Campiglio, wo es für immer seine Heimat fand. Von 1949 bis 1975 folgte der Wettbewerb der traditionellen Formel, die aus drei Disziplinen bestand. Riesenslalom, Slalom und Abfahrt sowie die Kombination. Die 3Tre war die erste italienische Veranstaltung, die 1967 in die FIS – Weltmeisterschaft aufgenommen wurde, und die Anforderungen des Zeitplans führten dazu, dass nur zwei Disziplinen (Slalom und Riesenslalom) und ab 1985 nur noch der traditionelle Slalom auf der FIS – Weltmeisterschaft ausgetragen wurden Canalone Miramonti Hang.

BLL: Für einen Tourismusdirektor ist es sicher fein, wenn eine solche Veranstaltung in seinem Ort stattfindet. Wie viele Besucher waren dieses Jahr dabei? Wie viel Arbeit machen die Verantwortlichen im Ort, die Skilehrer, Pistenarbeiter und deren Tourismusorganisation mit der Vorbereitung? Worauf sind sie besonders stolz?

Matteo Bonapace: In diesem Jahr hatten wir ein Publikum von rund 15.000 Menschen. Hinter der Organisation eines Weltcuprennens steht ein strukturiertes Team, an dem mehrere Monate im Jahr viele Profis beteiligt sind. Für ein hervorragendes Ergebnis des Rennens ist der Beitrag aller von grundlegender Bedeutung. Vor einigen Jahren haben wir die „3Tre on Tour“ ins Leben gerufen, eine Tour, die mit Stolz die 3Tre und Madonna di Campiglio in den wichtigsten italienischen Städten sowie im Ausland fördert. In diesem Jahr war die internationale Bühne in Moskau, letztes Jahr in München.

BLL:  Bisher wurde das 3tre-Weltcuprennen immer vor Weihnachten im Dezember ausgetragen, warum diesmal am 8. Januar? Kann der Ort Madonna di Campiglio hier mitentscheiden, oder werden die Termine vom Internationalen Skiverband (FIS) vergeben und festgelegt?

Matteo Bonapace: Das Termin am 8. Januar 2020 ist an die speziellen Bedürfnisse der FIS und des Rennkalenders 2019/2020 gebunden. Die nächste Ausgabe des 3Tre findet am 22. Dezember 2020 (bitte vormerken!) statt.

BLL: Wie viele Besucher, Skifahrer und Touristen hat Madonna di Campiglio in einer Wintersaison und wie viele allein beim Weltcuprennen?

Matteo Bonapace: Im Winter kommen an die 300.000 Gäste aus vielen Ländern in unsere Region, was im letzten Winter zu 1.776.000 Übernachtungen in einer Reihe von Unterkunftsarten von Hotels über Mietwohnungen bis hin zu Zweitwohnungen führte.

BLL: Madonna di Campiglio gehört zu den bekanntesten Skigebieten wie beispielsweise St. Moritz, Chamonix oder St. Anton und Lech. Welche Gäste kommen hier im Winter zu Ihnen? Sind dies meistens gute Skifahrer oder das Jet-Set, das nur gesehen werden will? Aus welchen Ländern kommen die Gäste?

Matteo Bonapace: Wir haben natürlich viele Skifahrer, aber auch Liebhaber der Berge, der Natur und des italienischen Stils (Essen, Einkaufen und Nachtleben). Skifahrer kommen hauptsächlich aus Italien, Polen, Russland, Großbritannien, der Tschechischen Republik und Belgien. Im Sommer ist Deutschland und hoffentlich auch bald Österreich unser wichtigster Auslandsmarkt. Wenn Sie mehr über das Skigebiet wissen wollen, lesen Sie hier unseren Beitrag. https://besserlaengerleben.at/reisen/reiseberichte/madonna-di-campi…ers-als-erwartet.html

BLL: Können Sie uns sagen, warum Österreicher, die selbst schöne Skigebiete haben, zum Skifahren nach Madonna di Campiglio kommen sollten? Ist es das italienische Flair, ist es das schönste Wetter oder was bietet der Ort mehr als wo anders?

Matteo Bonapace: Ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll mit den Auszählungen (lacht). Eine einzigartige Landschaft mit einem Bergpanorama, wir befinden uns zwischen den Felsentürmen der Brentadolomiten – Unesco-Weltkulturerbe – und dem Gletscher des Adamello-Presanella). Das Italienisches Flair natürlich und auch schönes Wetter im Winter. Kommen Sie einfach zu uns und überzeugen Sie sich von der unglaublichen Stimmung hier.

Skigebiet madonna di Campiglio
Foto: Campiglio_Piste_1_Ph_A.Trovati_Trentino_Marketing

BLL:  Madonna di Campiglio liegt fast 1.600 m über dem Meeresspiegel, es scheint also Schneesicherheit zu geben. Außerdem kann man auf fast allen Pisten Schneekanonen sehen. Ist das nur eine Vorsichtsmaßnahme? Wie lange dauert es, bis die Pisten beschneit sind, wenn nicht genug Schnee liegt?

Matteo Bonapace: Wir haben in den letzten Jahren meist genügend Naturschnee, aber Schneekanonen garantieren beste Pistenbedingungen für die gesamte Wintersaison. 95% der Pisten sind beschneit, innerhalb von ein paar Tagen.

BLL: Vermutlich ist Madonna di Campiglio kein reiner Wintersportort. Was für Aktivitäten kann man hier im Sommer unternehmen?

Matteo Bonapace: Von Juni bis September kann man die Naturschönheiten, die Berge und Almen von Madonna di Campiglio gemütlich beim Wandern oder sportlicher mit dem Bike oder beim Klettern kennenlernen und genießen. Es gibt unzählige Möglichkeiten für Sport wie Trekking, Klettern an angelegten Klettersteigen mit Bergführer (die dramatischsten und schönsten Klettersteige gibt es hier bei uns) bis zum Mountainbiken im neuen Bikeland, von den Dolomiten bis zum Gardasee. Es gibt auch wunderbare Spaziergänge in Einsamkeit oder begleitet von Bergführern oder Naturparkexperten. Sport und Spaß in einem Freiluft-Fitnessstudio, das sich ständig ändert, vom ländlichen Tal zu den wilden Dolomiten-Gipfeln, vorbei an den typischen Berghütten. Sie können auch entspannen, in den Seen und Flüssen angeln oder Gleitschirmfliegen, Hundetrekking mit süßen Husky-Hunden genießen, Tennis oder Golf auf unseren zwei fantastischen Golfanlagen spielen. der Golfclub Campo Carlo Magno in Campiglio und der Golfclub Rendena in Bocenago.

BLL:  Wie viele Pisten gibt es im gesamten Skigebiet? Wir haben in diesem Jahr einen neuen Sessellift im Skigebiet entdeckt. Sind weitere Bauprojekte für die nächste Saison geplant? Welche sind dies?

Matteo Bonapace: Wichtige Investitionen in das Skigebiet sind jedes Jahr geplant. In diesem Winter gibt es zum Beispiel neben dem Ausbau einiger Pisten und der Stärkung des programmierten Schneesystems den Nube d’Oro Sessellift – einen neuen 6er Sessellift mit einer Stundenkapazität von 2800 Personen – und in Pinzolo die Realisierung des neuen Wasserbeckens in der Region Grual. Für das nächste Jahr wird ein Sessellift durch eine moderne Gondelbahn ersetzt und andere Arbeiten werden auf den Pisten und auf der programmierten Schneeanlage durchgeführt. Wir wollen unseren Gästen stets besten Service bieten.

BLL: Kommen Sie neben ihrem Job überhaupt zum Skifahren und welche Pisten oder welches Skigebiet bevorzugen Sie?

Matteo Bonapace: In der Tat habe ich speziell im Winter wenig Freizeit für Sport und Skifahren, aber wenn ich einmal gehe dann sind es die Berge mit dem tollsten Alpenblick zu den Brentadolomiten.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

3 Kommentare

  1. Finde ich auch @Hanna P. Ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten ist wirklich wichtig und hilft für besseres Verständnis.

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