Wie und warum leben Menschen heute länger?

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Die Lebenserwartung ist in vielen Ländern in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Ein paar zentrale Ursachen dafür, die zum Nachmachen animieren sollen.

  • Bessere medizinische Versorgung (Früherkennung, Impfungen, bessere Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente).
  • Verbesserte Hygiene, sanitäre Einrichtungen, Zugang zu sauberem Wasser, bessere Ernährung.
  • Rückgang von Kinder- und Jugendsterblichkeit. Wenn weniger frühe Todesfälle, steigt automatisch der Durchschnitt der Lebenserwartung.
  • Mehr Wissen über Risikofaktoren (Rauchen, hoher Blutdruck, Cholesterin, Fettleibigkeit) und wie man sie vermeiden kann.
  • Sozial-wirtschaftliche Verbesserungen: Wohlstand, Bildung, bessere Arbeitsbedingungen.
  • Zunehmende Bedeutung von Prävention und Gesundheitsbewusstsein. Menschen achten mehr auf Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Vorsorgeuntersuchungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt dazu, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt global erheblich zugenommen hat – unter anderem wegen sinkender Mortalität in allen Altersgruppen.

Die Rolle der Bewegung für ein längeres und gesünderes Leben

Bewegung ist einer der wichtigsten Hebel, den wir alle selbst beeinflussen können. Hier sind zentrale Erkenntnisse:

  • Selbst kleine zusätzliche Bewegungsmengen – z. B. täglich nur 10 Minuten mehr körperliche Aktivität – sind mit einem deutlich reduzierten Sterberisiko verbunden. Studien zeigen, dass 10 Minuten extra Bewegung pro Tag etwa 7 % weniger Todesfälle pro Jahr bedeuten, 20 Minuten ≈ 13 %, 30 Minuten (Tag für Tag) sogar bis zu 17 %.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität (aerob + Krafttraining) verlangsamt altersbedingte Abbauprozesse (z. B. Verlust von Muskeln, Abnahme der Knochendichte, verringerte Herz-Lungen-Kapazität) und hält funktionelle Reserven länger intakt.
  • Bewegung unterstützt die Vermeidung und Kontrolle chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, bestimmte Krebserkrankungen und Übergewicht. Damit verbessert sich nicht nur die Lebensdauer, sondern auch wie viele Jahre man in guter Gesundheit lebt („Healthspan“).
  • Bewegung wirkt auf Zellebene: Aktivität stimuliert mitochondrialen Stoffwechsel, verbessert Insulinsensitivität, aktiviert Enzyme und Signalwege wie AMPK oder Sirtuine, die für zelluläre Reparaturprozesse wichtig sind. Damit trägt Bewegung dazu bei, Alterungsprozesse zu verlangsamen.

Wie kann man konkret seine Lebensdauer und Lebensqualität verbessern – ein tieferer Blick

Ein paar Mechanismen, die erklären, wie Bewegung wirkt – nicht nur oberflächlich, sondern auch auf der Ebene von Zellen, Organen und Systemen:

  • Bewegung stimuliert den Stoffwechsel der Muskeln und verbessert die Insulinempfindlichkeit. So wird das Risiko für Typ-2-Diabetes gesenkt.
  • Durch Aktivierung von Signalwegen wie AMPK und Sirtuinen werden zelluläre Reparaturprozesse und die Mitochondrienfunktion verbessert.
  • Bewegung fördert Autophagie (der Prozess der „Müllentsorgung“ in der Zelle), was hilft, beschädigte Proteine und Zellbestandteile abzubauen. Dies trägt zu einer besseren Zellgesundheit bei.
  • Krafttraining hilft, die Muskelmasse zu erhalten / aufzubauen, das beeinflusst direkt Mobilität, Unabhängigkeit und reduziert Sturz- und Frakturrisiken im Alter.
  • Herz-Kreislauf-System wird gestärkt; Blutdruck, Cholesterin und Entzündungsmarker werden besser reguliert. Lunge und Ausdauer profitieren.
  • Bewegung hat auch positive Effekte auf Geist und Psyche: verbesserte Stimmung, weniger Stress, besserer Schlaf, ein möglicherweise reduziertes Risiko für Demenz und kognitive Verschlechterung.

Die Antwort ist: „Besser länger leben“

Wer länger leben will und dabei möglichst viele dieser Jahre in guter Gesundheit und mit hoher Lebensqualität verbringen möchte, sollte möglichst viele der oben genannten Maßnahmen kombinieren. Bewegung ist dabei ein zentraler Schlüssel – nicht als isolierter Faktor, sondern Teil eines ganzheitlichen Lebensstils inklusive Ernährung, Schlaf, Vorsorge und sozialer/psychischer Gesundheit.

Hier ein speziell für Österreich zugeschnittener Leitfaden – passend zu Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) / besserlängerleben.at – mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung von Lebenserwartung und Lebensqualität.

Warum ist dieser Leitfaden für Österreich besonders relevant?

  • In Österreich ist die Lebenserwartung zuletzt gestiegen: Bei Männern von etwa 76 Jahren (2005) auf ca. 79,5 Jahre (2019), bei Frauen auf etwa 84,2 Jahre.
  • Gleichzeitig bleibt die Zahl der gesunden Lebensjahre („Years Lived in Good Health“) deutlich hinter der Gesamterwartung zurück. Beispielsweise: Männer können derzeit im Schnitt nur ca. 63,1 Jahre in guter Gesundheit rechnen, Frauen etwa 64,7 Jahre.
  • Etwa zwei Drittel der Bevölkerung ab 15 Jahren leiden an mindestens einer chronischen Erkrankung oder Gesundheitsproblem.
  • Bewegung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge sind daher wichtige Hebel, um nicht nur länger zu leben, sondern länger gesund zu bleiben.

Leitfaden – Empfehlungen für Österreich

  1. Bewegung & körperliche Aktivität
  • Für Erwachsene und ältere Erwachsene in Österreich gelten klare Empfehlungen: Mindestens 150 bis 300 Minuten pro Woche ausdauerorientierte Bewegung mit mittlerer Intensität bzw. 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität. Zusätzlich: 2 oder mehr Tage/Woche muskelkräftigende Übungen, Beweglichkeits- und Gleichgewichts-Training.
  • Der Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zufolge senkt ausreichende Bewegung das Risiko für schwere Erkrankungen um etwa 20 – 30 %.
  • Alltagstipps:
  • Treppen steigen statt Aufzug
  • Mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit oder Erledigungen
  • Regelmäßige kurze Bewegungspausen bei sitzender Tätigkeit
  • In der Freizeit Spaziergänge, Wandern, Schwimmen, Tanzen, Gruppen-Sport
  • Für ältere Menschen gilt: Der erste Schritt zählt – von „inaktiv“ auf „ein wenig aktiv“ bringt schon großen Nutzen.
  • Hinweis: Spezielle Bewegungsangebote wie Gruppenspaziergänge im Wald oder Bewegungsprogramme für Ältere laufen z. B. über das Österreichisches Rotes Kreuz.
  1. Ernährung – bewusst und ausgewogen
  • Die Basisbildung: Pflanzliche Lebensmittel bevorzugen, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst, weniger stark verarbeitete Lebensmittel.
  • In Österreich: Die FGÖ/ÖGE haben Broschüren mit der österreichischen Ernährungspyramide veröffentlicht – sie deckt alle Lebensphasen ab.
  • Tipps:
  • Regionale & saisonale Produkte bevorzugen (z. B. österreichisches Obst/Gemüse)
  • Fleisch- und Wurstwaren in Maßen konsumieren
  • Zucker- und Fett-reduziertere Alternativen wählen
  • Genügend Nahrung mit wichtiger Nährstoffdichte – gerade im Alter Muskel- und Knochenmasse erhalten.
  • Zusätzlich: Programme der Österreichische Gesundheitskasse unterstützen bereits Eltern und Kinder mit dem Thema „Richtig essen von Anfang an!“.
  1. Schlaf, Regeneration und Stress-Management
  • Wer ausreichend schläft (typischerweise 7–9 Stunden – individuell variierend) legt den Grundstein für Regeneration, stabile Stimmung, Körper- und Zell-Reparatur.
  • Stress reduzieren: In Österreich zeigt sich, dass viele chronische Krankheiten mit ungesunden Lebensstilen (inklusive Bewegungsmangel) korrelieren.
  • Praktischer Tipp: Routinen schaffen – feste Schlafzeiten, elektronische Geräte vor dem Schlaf reduzieren, entspannende Aktivität vor dem Schlaf (z. B. leiser Spaziergang).
  1. Vorsorge & Gesundheits-Checks
  • Nutzen Sie das österreichische System für Vorsorgeuntersuchungen: Blutdruck, Cholesterin, Diabetes, Krebsscreening gemäß Alters- und Risikoprofil.
  • Gesundheitskompetenz ist wichtig: In Österreich haben noch viele Menschen Schwierigkeiten mit dem Finden/Verstehen/Bewerten von Gesundheitsinformationen.
  • Zahn- und Mundgesundheit nicht vergessen – gesundes Kauen, guter Zahnerhalt wirkt sich auch auf allgemeine Gesundheit aus.
  • Impfungen aktuell halten. Umwelt- und Alltagsfaktoren (z. B. Luftqualität) mitbedenken.
  1. Soziale Kontakte, psychische Gesundheit & Lebenssinn
  • In Österreich betonen Expertinnen und Experten, dass Bewegung und soziale Kontakte gemeinsam wirken – soziale Isolation wirkt sich negativ auf Gesundheit aus.
  • Aktivitäten mit Freunden und Familie, ehrenamtliches Engagement, Hobbys – all das unterstützt psychisches Wohlbefinden.
  • Geistige Aktivität: Lesen, Neues lernen, neugierig bleiben – auch im österreichischen Kontext eine wichtige Ressource für längere Gesundheit.
  • Achten Sie auf eine Umgebung, in der Sie sich wohlfühlen – z. B. in der Natur, im Grünen (in Österreich vielfach gegeben).
  1. Lebensstil-Faktoren & Alltagshygiene
  • Nichtrauchen bzw. Rauchstopp: Wird oft unterschätzt, ist aber in Österreich nach wie vor ein zentraler Faktor für Gesundheit.
  • Moderate Alkoholaufnahme (sofern konsumiert).
  • Gesunder Alltag: Sitzzeiten reduzieren (viel Sitzen wirkt sich negativ aus), Bildschirmzeiten kontrollieren, ergonomisch arbeiten.
  • Umwelt-gerecht leben: Österreich bietet gute Möglichkeiten – saubere Luft, Naturnähe – nutzen Sie diese Vorteile.
  • Bewegung im Alltag: z. B. Gartenarbeit, Spaziergänge in den Weinbergen (bei uns in Niederösterreich!) oder im Wald sind einfache Wege zu mehr Aktivität.

Umsetzung & Praxis-Tipps für Österreich

  • Wöchentlicher Plan: Setzen Sie sich z. B. ein Ziel: 150 Minuten Bewegung/ Woche + 2 Kraft-/Beweglichkeits-Einheiten. Nutzen Sie z. B. Waldwege in der Umgebung von Klosterneuburg/Wien.
  • Ernährungs-Check: Nutzen Sie die Broschüren des FGÖ (z. B. Ernährungspyramide) und versuchen Sie eine Mahlzeit pro Tag „pflanzlicher“ zu gestalten (z. B. Hülsenfrüchte statt Fleisch).
  • Vorsorge-Reminder: Tragen Sie im Kalender ein, wann Ihre nächste Vorsorgeuntersuchung ist und wann Sie z. B. Blutdruck/Cholesterin prüfen lassen möchten.
  • Soziales & Bewegung verbinden: z. B. gemeinsame Wandertour im Wienerwald, Vereinsaktivität, Nordic Walking-Gruppe – Bewegung + Kontakte.
  • Schritt‐Monitoring: Versuchen Sie, z. B. 7.000–8.000 Schritte/Tag als Ziel zu setzen; schon moderate Aktivität zeigt Wirkung. (Allgemein gibt es Studien, dass Bewegungsmangel starke Nachteile bringt.)
  • Entspannung & Schlaf: Legen Sie eine feste Schlafenszeit fest, vermeiden Sie Bildschirme 1 h vorher, machen Sie eine entspannende Aktivität (z. B. Lesen) vor dem Schlaf.
  • Gesundheitskompetenz steigern: Wenn Sie sich unsicher sind – fragen Sie Ihren Haus­arzt oder eine Ernährungs-/Bewegungs­beratung (z. B. über die ÖGK) nach verlässlichen Informationen.

Fazit

In Österreich gilt: Wir leben länger – aber wir könnten gesünder länger leben. Indem wir Bewegung, Ernährung, Vorsorge, soziale Kontakte und einen gesunden Alltag gezielt kombinieren, können wir nicht nur die Lebenserwartung, sondern vor allem die gesunden Lebensjahre erhöhen.

Mit kleinen, aber konsequenten Schritten im Alltag nutzen wir die vorhandenen österreichischen Rahmenbedingungen (Natur, Bewegungsangebote, Gesundheitsstrukturen) optimal aus.

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