Wieder einmal schlagen Experten Alarm. Neue Hitzedaten zeigen, dass die Zahl der Hitzetage steigt und insbesondere ältere Menschen einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.
Das ist richtig und ernst zu nehmen. Doch eine Frage drängt sich auf: Warum wird jetzt so getan, als käme diese Entwicklung völlig überraschend?
Seit Jahren wird über den Klimawandel diskutiert. Seit Jahren warnen Wissenschaftler vor häufigeren Hitzeperioden. Seit Jahren organisieren Umweltbewegungen Demonstrationen, Politiker halten Pressekonferenzen und Ministerien präsentieren Strategiepapiere. Trotzdem fehlt bis heute vielerorts genau das, was ältere Menschen tatsächlich schützt.
Wo sind die flächendeckenden Schattenplätze in unseren Städten? Wo sind Trinkwasserbrunnen an öffentlichen Plätzen? Warum wurden Pflegeheime, Seniorenheime und betreute Wohnanlagen nicht längst konsequent hitzefit gemacht? Warum werden öffentliche Gebäude noch immer zu regelrechten Hitzefallen?
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Gerade in Städten wie Wien gibt es dazu viele Versäumnisse
Ein erst jüngstes Beispiel an totaler Betonierung ist die neue Verbauung der Schlachthausgasse in Wien von der Simmeringer Hauptstraße aus. Nicht nur das Autofahrer mehrmals die Spur über die Straßenbahn wechseln müssen, ist die Fahrspur gerade mal so breit wie der überdimensionierte Radweg. Für Transporter und LKW’s ein mühsames Unterfangen. Aber klimatechnisch das Schlimmste, es gibt keinen einzigen Baum, keine Grünflächen, keinen Schatten spendende Sträucher – nur Beton und Asphalt. Ein typisches Beispiel, man redet in Wien nur groß, baut aber weiterhin – ohne Grün – mit Beton. Ein Versäumnis mehr, mit richtiger Materialwahl etwas gegen die Aufheizung im Stadtbereich von Wien zu tun.
Statt konkreter Maßnahmen erleben wir oft dasselbe Muster: Es erscheinen neue Studien, neue Warnungen und neue Schlagzeilen. Doch sobald die Temperaturen wieder sinken, verschwindet das Thema bis zum nächsten Sommer aus der politischen Diskussion.
Dabei ist Hitze kein neues Phänomen
Auch früher gab es heiße Sommer und längere Hitzeperioden. Der Unterschied besteht darin, dass sie heute häufiger auftreten können und unsere Gesellschaft deutlich älter geworden ist. Gerade deshalb hätte man längst handeln müssen. Österreich weiß seit Jahren, dass der Anteil älterer Menschen kontinuierlich wächst. Trotzdem fehlt vielerorts ein umfassendes Konzept zum Hitzeschutz.
Besonders erstaunlich ist, dass ausgerechnet jene politischen Kräfte, NGO‘s und Bewegungen, die sich seit Jahren intensiv mit Klimathemen beschäftigen, heute den Eindruck erwecken, als beginne die Debatte erst jetzt.
Die Spitze der Unverfrorenheit liefert erst jüngst Leonore Gewessler Die Grünen als sie einen Hitzegipfel forderte. Die letzten 4 Jahre ihrer Regierungszeit hätte sie dazu liefern können, da hat sie nur Millionenbeträge an NGO’s ausbezahlt, die ihre politischen Anliegen unterstützen. Ob Parteien oder Klimainitiativen – wer über Jahre vor den Folgen steigender Temperaturen warnt, muss sich auch fragen lassen, warum der Schutz der besonders gefährdeten Menschen nicht früher mit derselben Konsequenz eingefordert wurde.
Ältere Menschen brauchen keine moralischen Vorträge über den Klimawandel. Sie brauchen praktische Hilfe. Dazu gehören gut erreichbare, klimatisierte Aufenthaltsräume, ausreichend beschattete Plätze, öffentliche Trinkwasserstellen, Hitzewarnsysteme, Nachbarschaftshilfe sowie regelmäßige Betreuung alleinlebender Senioren während extremer Hitzetage.
Auch ländliche Gemeinden stehen in der Verantwortung
Es reicht nicht, bei 35 Grad ein Informationsblatt zu verteilen, das empfiehlt, viel Wasser zu trinken und die Mittagssonne zu meiden. Viele hochbetagte Menschen leben allein, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt oder leiden an chronischen Erkrankungen. Sie benötigen aktive Unterstützung – nicht nur gut gemeinte Ratschläge.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: In den Sommermonaten sind viele Hausärzte im Urlaub, Pflegepersonal arbeitet am Limit und Krankenhäuser kämpfen regelmäßig mit Personalengpässen. Gerade dann steigt die Belastung durch Hitzewellen zusätzlich. Auch hier wäre eine langfristige Planung längst erforderlich gewesen.
Die Diskussion sollte deshalb weniger ideologisch und wesentlich lösungsorientierter geführt werden. Es bringt wenig, jedes Jahr dieselben Warnungen zu wiederholen, wenn sich an den konkreten Lebensbedingungen älterer Menschen kaum etwas ändert. Wer heute Alarm schlägt, muss sich auch fragen lassen, weshalb zahlreiche Empfehlungen der vergangenen Jahre vielerorts nicht umgesetzt wurden.
Die Wahrheit ist unbequem
Schlagzeilen entstehen schnell. Nachhaltige Investitionen kosten Geld und verlangen politischen Willen. Genau daran mangelt es häufig. Ältere Menschen dürfen nicht erst dann bei Seniorenorganisationen wie PVÖ in den Mittelpunkt rücken, wenn neue Hitzerekorde veröffentlicht werden. Sie brauchen ganzjährigen Schutz und eine Politik, die Risiken frühzeitig erkennt und entsprechend handelt.
Unser Fazit: Weniger Alarmismus, mehr Umsetzung. Der Schutz älterer Menschen darf nicht jedes Jahr aufs Neue zur Sommer-Schlagzeile werden. Er muss endlich zu einer dauerhaften politischen Priorität werden – unabhängig davon, welche Partei gerade regiert oder welche Bewegung die lautesten Parolen ruft.

Weil immer etwas erst passieren muss. Langfristige Planung und strategisches Denken ist bei unseren Poltisch Verantwortlichen keine ausgeprägte Kategorie.
In der Tat schreiben wissenschaftlich Experten immer warum es so ist, haben aber keinen Lösungsansatz.
Warum hat die Wissenschaft keine Lösung und plant am realen Alltag vorbei.
Wo sind die Pioniere und Erfinder?
Wien ist beim klimafiten Baumaßnahmen ein schlechtes Beispiel. Schauen Sie sich die fast 6 Meter breiten Gehsteige rund um die Wr. Wirtschaftskammer am Wiener Praterstern an. Relativ neu erbaut und nur Asphalt für Millionen menschen. Wenn man dann dort ist gehen ein bis 3 Personen auf 6 Meter breiten Gehwegen.
Das ist Verschwendung pur. Es gibt noch viele andere negativen Beispiele. Das Beispiel der Redaktion der Schlachthausgasse in Wien das erst vor ein paar Tagen fertig wurde ist der Gipfel der Ignoranz von klimafiten Bauvorhaben.