Der Ladiner Karneval – feiern sie mit

Im Januar und im Februar belebt der Ladiner Karneval das Val di Fassa und lädt zu einem großen Fest in den Dolomiten ein.

Zu Fasching füllt sich das Val di Fassa mit Masken, Farben und Klängen. Alle Ortschaften tauchen ein in den Ladiner Karneval, der seinen Ursprung in Penia und Alba hat, wenige Kilometer von Canazei entfernt. Dort, am Fuße der Marmolada, werden seit jeher am 17. Januar, anlässlich des Schutzpatrons Sant’Antonio Abate (Antonius Abbas) „die Zügel des Karnevals gelöst“. Zwei Tage später, geht im Nachbarort Penìa, zum Fest des Hl. Sebastian, das närrische Treiben los. Von diesem Tag an finden bis einschließlich Faschingsdienstag im gesamten Tal zahlreiche Umzüge, Faschingsfeste sowie Theaterstücke und Aufführungen im Freien statt. Vor allem in den kleinsten Ortschaften leben dank der Narrenvereine von Alba und Penia („Gròp de la Mescrès de Delba e Penia“) und von Canazei und Gries („Gròp de la Mescrès de Cianacei e Gries“) die ältesten Karnevalsbräuche und Traditionen jedes Jahr aufs Neue auf. Auch die Narrengruppe von Soraga sorgt seit einigen Jahren für buntes Faschingstreiben, mit Faschingsbällen und originellen Kostümwettbewerben.

Die traditionellen Masken des Ladiner Karnevals

Während der Faschingswochen kann man in Dorfstraßen des Tales das bunte Treiben der Laché, Bufon und Marascons – die traditionellen Masken des Ladiner Karnevals -, beobachten. Ursprünglich wurden sie nur von den sogenannten „Conscric“ (Gruppe von Jugendlichen desselben Geburtsjahrganges) getragen.

Laché: mit seinen anmutigen und freundlichen Gesten präsentiert und leitet der Laché das närrische Treiben. Sein Kostüm wie das vieler anderer Figuren, ist eine Kombination aus verschiedenen Elementen feierlicher Gewänder. Außerdem trägt er eine bunt geschmückte Kopfbedeckung und ein Zepter mit langen färbigen Bändern. Wie alle anderen Leitmasken trägt der Laché Halsketten, Kettchen und anderen Schmuck.

Marascons: dabei handelt es sich um jene größeren Masken, die stets in Zweier- oder Vierergruppen auftreten. Sie reden nicht und beschränken sich darauf im Tanzschritt zu springen und so ihre Glocken („bronzins“), die an ihre Ledergürtel gebunden sind, erklingen zu lassen. Das Kostüm der Marascons ist sehr einfach: weiße Socken, Lederhosen, Gürtel und Zepter. Wie die Laché tragen auch sie einen Hut, der mit Seiden- oder Papierblumen, sowie mit Kettchen und den Talern des österreich-ungarischen Reiches geschmückt sind. In der Mitte ihrer Kopfbedeckung befindet sich ein rechteckiger Spiegel, der dazu dienen soll die bösen Geister zu verjagen. Auf die Spitze des Hutes sind ein paar Federn des Birkhuhns genäht, Symbol des Mutes und der Kühnheit der jungen Rekruten. Wie die Laché halten auch die Marascons stets eine Holzmaske in der rechten Hand, die normalerweise nicht getragen wird.

Bufon: die zentrale Figur des Karnevals. Sein Kostüm ist sehr auffallend: er trägt bunte Socken, ein Schultertuch um die Taille gewickelt und ein reich verziertes Oberteil. Ebenso schön ist die Kopfbedeckung, die mit Blumen und langen färbigen Bändern geschmückt ist, welche mit Birkhuhnfedern an die Spitze des Hutes geknüpft sind. Der Bufon spielt den Narren: seine frechen Sprüche gegen seine Landsmänner sind eine Mischung aus Scherz und Beleidigung. In der Hand trägt er stets die „stica“, seinen bunten Holzstab, und den „cucalòch“, ein Fernrohr, mit dem er die Laster und Tugenden der Anwesenden aufdeckt. Das Gesicht ist hinter einer Holzmaske („facèra“) mit einer langen Nase versteckt, an dessen Spitze ein großer roter Anhänger angebracht ist.

Die traditionellen Masken des Karnevals kann man das ganze Jahr über im Ladinischen Museum in Pozza begutachten.

Die anderen Masken des Ladiner Karneval

Neben den Hauptfiguren der Ladiner Faschingstradition gibt es noch weitere Masken, bei denen zwischen schönen und eleganten Masken („Mèscres a Bel“), sowie hässlichen, grotesken und komische Masken („Mèscres a Burt“), darunter der „Om dal bosch“ (wilder Waldmann) oder die „Strions“ (Hexer) unterschieden wird. Die Holzmasken, die von den bekanntesten Künstlern des Tales, unter anderen Virgilio Soraperra aus Canazei, Feliciano Costa aus Moena und Fernando Brunel aus Soraga, handgeschnitzt werden, sorgen dafür, dass auch alle unerkennbar bleiben. Die Masken werden aus einem halben Zirbelkieferstamm hergestellt, der innen und außen geschnitzt wird, bis die Maske das gesamte Gesicht des Trägers bedeckt, und anschließend mit Ölfarben bemalt wird.

Wussten Sie, dass sich in der Vergangenheit nur Männer verkleiden durften? Den Frauen war dies strengstens verboten.

Die Veranstaltungen des Ladiner Karneval im Val di Fassa

Die Freude am Verkleiden findet man in den verschiedenen Veranstaltungen des Fassaner Karnevals, der noch heute als festlichste Zeit im Jahr gilt.

Während der Karnevalszeit vermehren sich die sogenannten „mascherèdes“ (Komödien in ladinischer Sprache) in den kleinen Theatern des Tales, sowie die Umzüge und Feste auf den Dorfplätzen, wie z.B. jener von Campitello. Ein Monat Euphorie, in dem sich die alten Übergansrituale vom Winter in den Frühling jedes Jahr auf moderne Weise erneuern. Ein Moment der jahrhundertelang als der lustigste im Jahr galt und von Alt und Jung mit Ungeduld erwartet wurde, denn die älteren Leute konnten sich zwischen Scherzen und Witzen wieder jung fühlen, während die jungen Leute normalerweise im Zeitraum zwischen Februar und März heirateten.

Einige Rituale gingen jedoch verloren: die Verkleidung des Pfluges, der Berufe, der Hochzeit („Baschia“ mit dem Hauptdarsteller „Re de Sobèna“). Da einst die Hochzeiten hauptsächlich während der Karnevalszeit stattfanden, wurden in Vigo und Pozza, am Vorabend der Trauung, die sogenannte „Mascherada del Fum“ veranstaltet, ein Ritual für Exfreunde und -freundinnen.

Die „mascherate“ von Penìa

Hierbei handelt es sich um Theaterstücke in ladinischer Sprache, die durch ein spezielles Zeremoniell die komischen und frechen Figuren des Karnevals miteinbeziehen. Diese sogenannten „mascherèdes“ werden auf der Bühne der alten Grundschule von Penia gespielt. Am Ende der Darbietung geht das bunte Treiben der Masken los, welche in “schöne“ und „hässliche“ unterscheidet werden. Den Höhepunkt bildet der „Bal del barbier“, auf den dann der Maskenball folgt, bei dem bis spät in die Nacht hinein getanzt und gefeiert wird. All dies unter der strengen Regie des „Grop de la Mescrès de Delba e Penia“.

Der Karneval von Campitello

Am Dorfplatz von Campitello findet am Sonntag der Faschingswoche eines der mitreißendsten Feste statt, mit vielen „facères“ (Holzmasken) und lustigen Sketchen, die auch die Zuschauer miteinbeziehen. Die Tradition will dass das närrische Treiben mit dem „Molin da la veies“ zu Ende geht, eine Mühle, in die die Teufel alte Megären werfen, welche anfangs schreien und verzweifeln, anschließend aber als junge und fröhliche Frauen die Mühle wieder verlassen. Ein Ritual das den Übergang vom Winter in den Frühling darstellt.

Der Faschingsdienstag kündigt das Ende des Karnevals an, und zwar mit einem großen Feuer, das abends von den jungen Männern des Dorfes entfacht wird. Dieses Ritual findet auch in anderen Ortschaften des Tales statt.

Einzigartige Faschingsparty am17. Februar 2026

Die Strada Rezia ist mit dem großen Karnevalsumzug ist voller Masken, Farbe und Freude, begleitet von Musik, Tanz und Köstlichkeiten, die man als Snack genießen kann. Fröhlichkeit, Streiche, Tanz und viele Köstlichkeiten: Im Fassatal belebt der letzte Tag des „Carnascèr“ die Dorfplätze. Schon immer war es einer der sehnsüchtig erwarteten Höhepunkte des Jahres. Die Älteren wurden zwischen Späßen und pointierten Sprüchen wieder zu Kindern – geschützt durch die Anonymität der faceres, kunstvoll geschnitzter Holzmasken, geschaffen von den Meistern des Tals. Für die Jüngeren markierte diese Zeit oft den Beginn eines neuen Lebensabschnitts: Zwischen Februar und März wurde vielerorts geheiratet.
Heute lebt derselbe Geist in den Umzügen und Festen von Campitello, Vigo und Moena weiter – und verbindet die Ironie von damals mit der Energie von heute.

In Vigo startet das Fest um 14:30 Uhr mit dem Umzug der allegorischen Wagen

Den Zug eröffnen die ladinischen Karnevalsmasken „Bufon“, „Laché“ und „Marascons“, die bereits am Sonntag in Campitello im Mittelpunkt standen: Mit ihrem Vorbeiziehen klingt die Faschingszeit symbolisch aus, bevor die Fastenzeit beginnt. Jedes Jahr steht ein neues Motto im Mittelpunkt – der rote Faden, der die Kreativität des ganzen Dorfes beflügelt. An den Wagen arbeiten Sport-, Kultur- und Freiwilligenvereine, die „Coscritti“ von Sèn Jan (die Jugendlichen, die 2026 18 Jahre alt werden) sowie die Kinder aus Kindergarten und Grundschule. Sobald das gemeinsame Thema feststeht, beginnen die Vorbereitungen gleich nach dem Dreikönigstag: Nachmittage und Abende werden in Werkstätten und Hallen verbracht – mit Sägen, Farbe, Proben und viel Liebe zum Detail. Das Ziel ist klar: Alles soll rechtzeitig zum Faschingsdienstag fertig sein.

Gesäumt von Zuschauerreihen zieht der Umzug entlang der Strada Rezia bis nach Piaz J.B. Massar. Dort locken Düfte der Tradition mit Strauben, Apfelküchlein und Würstchenbrötchen. Und nach dem Umzug ist noch lange nicht Schluss: Die Feier geht bis in den Abend auf der Piaz de Vich weiter – mit der mitreißenden Musik von DJ Fufu!

Viele Urlauber und Skifahrer buchen ihren Urlaub genau in dieser Zeit um den Fasching im Val di Fassa live mitzuerleben, einfach um dabei zu sein in der ausgelassensten Zeit des Jahres.

Hinweis: Wenn Sie dabei sein wollen, reservieren Sie rechtzeitig und merken Sie sich den Termin vor.

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Fotos©AZIENDA PER IL TURISMO DELLA VAL DI FASSA

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