Biken rund um St. Anton am Arlberg

Biken rund um St. Anton am Arlberg ©besser länger leben

Jedes Jahr so um den 24. bis 26. Juni dreht sich beim „E-Bike Fest“ in St. Anton am Arlberg alles ums Rad – besser gesagt ums E-Bike.

Wir haben die Gelegenheit genutzt ,um uns zu informieren und zu testen.

Fest im Sattel

Foto: besser länger leben

Elektrische Hochgefühle im Test und alpines Kombinieren im Sommer: Beim E-Bike Fest gab es erstmals an allen drei Event-Tagen geführte „E-Bike & Hike“-Touren in die Bergwelt von St. Anton am Arlberg. Ein Highlight bildete zudem die Thule E-Bike Rallye, bei der auf über 70 Kilometern und 2.000 Höhenmetern möglichst viele Hüttenstempel gesammelt werden müssten. Der Zutritt zum Festivalgelände sowie Bike-Verleih war kostenlos.

Wir haben diese Gelegenheit genutzt und sind nach St. Anton gefahren, um uns über alle Neuigkeiten zu informieren und verschiedene Fabrikate zu testen. Bequem: Das eigene E-Bike blieb daheim, denn vor Ort waren fast die gesamte Branche anwesend und man konnte sich informieren und testen so lange man wollte. Dies haben wir gemacht. Achtung: Termin für das nächste Jahr vormerken.

Bequeme Anreise

Im Nightjet in die Berge. St. Anton am Arlberg in Tirol ist dank Railjet-Anbindung ein beliebtes Ziel für Bahnreisende aus ganz Europa. Günstige Verbindungen gibt es etwa in rund fünf Stunden aus Stuttgart, während Urlauber aus dem Raum München nur rund drei Stunden auf Schienen einplanen müssen. Für Gäste aus bestimmten, weiter entfernten Regionen bieten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) auch im Sommer 2022 spezielle Kombitickets per Nachtzug an. Ohne Stau reisen sie so bequem und klimaneutral aus Hamburg, Düsseldorf, Amsterdam, Wien oder Graz nach St. Anton am Arlberg. Das Kombiticket beinhaltet die Bahnfahrt (hin und zurück) im ÖBB Nightjet inklusive Sitzplatzreservierung sowie Transfer zum gewünschten Hotel. Entspannter geht’s nicht mehr.

Eine Biketour von St. Anton zur 2.484 m hoch gelegenen Darmstädter Hütte

Wir wollten es wissen, wie es so im alpinen Gelände ist. So buchten wir eine Tour mit Guide, sogar zwei Guides , einer vorne und einer blieb am Schluss immer dabei. Los ging es direkt im Festivalgelände. Unser Guide begrüßte uns rund 10 Biker und erläuterte was wir heute vorhaben. Aber zu allererst wollte er wissen, wer schon so eine Biketour gemacht hat, denn alle E-City Biker, die das gesamte Jahr auf aufgemalten Linien unterwegs sind, meinte er sind keine begnadeten Trail-Biker.

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Immerhin liegen vor uns 1.180 Höhenmeter bis auf 2.480 Meter Seehöhe. Die Fahrzeit wird rund 2 Stunden betragen, dafür gibt es oben auf der Darmstädter Hütte die besten Knödel weit und breit. Kurz noch einige technischen Einweisungen in Schaltung, Powermodus usw. Die Strecke ist zwar bis zur Hütte nur 12,5 km, also hin und retour 25 km. Wobei bergab man Akku spart. Also meinte unser Guide bitte nicht dauernd in der höchsten Powerstufe fahren, denn sonst bleibt man mit leerer Batterie stehen und muss schieben. Im günstigsten Fall sollte unser getestetes E-Bike von Scott zwischen 30 und 100 km schaffen.

Schauen Sie sich unser Video an, was man alles erleben kann

Wir fahren in der Gruppe von St. Anton Richtung Rendellift, zuerst noch ein Teilstück asphaltiert, dann nur mehr Schotterstraße. Es geht gleich steil bergauf, erst nach rund 15 Minuten wird die Steigung etwas erträglicher. Anfangs noch voller Tatendrang, doch nach der ersten halben Stunde bergauf, fragt man sich „innerlich“ wofür tue ich mir das an. Aber die Guides sind echte Stimmungsmacher, sie „treiben“ einem ohne dass man es merkt bergauf. Alle 30 Minuten macht die Gruppe einen kurzen Halt zum Verschnaufen und man merkt die anderen kämpfen auch – das stärkt die Moral ungemein.

Mit Lächeln geht es bergauf einfach „einfacher“

So geht es stätig bergauf, vorbei am Moosbach Stausee, einige Serpentinen dann wieder eine kurze Pause. Nicht vergessen zu trinken und eventuell einen kleinen Müsliriegel zwischendurch. Die Fortstraße ist rund 2 1/2 Meter breit, aber entlang des Stausees geht es rechts ziemlich steil zum See hinunter. Hier ist es besser nicht stehen zu bleiben, denn beim Wiederanfahren macht unser E-Bike immer einen kleinen Satz nach vorne und es ist nicht ratsam diesen zum Abgrund zu steuern. Unser Guide gibt uns einen Tipp, man sollte die Hinterradbremse ein wenig ziehen, um diesen Satz etwas zu mildern.

Vielleicht eine kleine Kritik: Wir haben schon verschiedene Mountain Bikes getestet, bei machen ist dieser Anfahreffekt mehr und weniger zu spüren. Super gelöst hat dies offenbar GIANT, hier spürt man von einem Sprung überhaupt nichts und trotzdem stehen bis zu 360 % der eigenen Muskelkraft zur Verfügung. Aber das war ja auch Sinn unseres Ausfluges, die Unterschiede der verschiedenen Bikes zu testen.

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Das „Gemeine“ an dieser Tour, man sieht den gesamten Weg vor sich, sieht die Steigungen die man noch vor sich hat, aber man sieht noch immer nicht die Darmstädter Hütte, denn diese liegt rechts um ein Eck herum. Wir fahren inzwischen schon mehr als 1,5 Stunden stetig bergauf. Es ist keine Fragen des Willens, sondern des Überlebens. Dann die Erlösung kommt von unserem Guide: Noch 2-3 Serpentinen und dann sehen wir schon die Hütte. Also das mobilisiert zusätzlich, Schaltung auf volle Power und dann ist die letzte Steigung geschafft und die Darmstädter Hütte liegt vor uns. Davor liegen gezählte 30 E-Bikes. Also muss es eine beliebte Strecke sein. Wir setzen uns und schauen in die ringsum hohe Bergwelt in der teilweise noch Schnee liegt. Kein Wunder erzählt uns der Hüttenwirt Andreas, der die Hütte in 3. Generation betreibt. Normalerweise liegt auf der Forststraße im Juni oftmals vor der Schneeräumung noch bis zu 4 Meter Schnee, dieses Mal war weniger Schnee im Winter und es ist wärmer. Unser Blick schweift über den Scheibler (2.978 m), das Kuchenjöchli (2.730m), die Kuchenspitze (3.148m) bis zum Seeköpfe (3.061m). Besonders beeindruckt waren wir dann als zwei junge einheimische Mädels mit Rucksack und Seil mit uns gefahren sind und die nach kurzer Rast noch oben in den Klettergarteneinsteigen wollen. Bravo finden wir.

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Andreas erzählt uns, dass er ein zuverlässiger Bergort für Übernachtungen sein will und dass es ihm ein Anliegen ist, ein bodenständiges Hüttenessen anbieten zu können. Daher gibt neben allerlei Bodenständigen die berühmten Knödel – die wir bestellen. Eines können wir verraten: Es waren die besten Knödel die wir je gegessen haben.

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Nach rund 1,5 Stunden Mittagspause, fahren wir zurück. Unser Guide erläuterte wie man bergab richtig bremst, ohne die Bremsen zu überfordern. Weiters bleiben wir wieder in Abschnitten stehen und warten zusammen – eine echte Berggruppe eben. Anfangs ist der Weg noch von Geröll und faustgroßen Steinen voll und die Serpentinen machen anfangs bergab etwas Mühe. Unser E-Bike mit rund 25 kg schiebt ganz schon an.

Bergab sind wir dann nur mehr eine Stunde gefahren, mit viel bremsen und auch leichten Rutschern in Kurven. Dann sind wir wieder im Zentrum von St. Anton. Erstaunt war ich als die Restreichweite bei meinem Bike „rechnerisch“ noch 70 km war.

Es war eine Plagerei, eine Schinderei, aber es war eines meiner aufregendsten und schönsten Erlebnisse. Ich bin doch ein wenig stolz, es unfallfrei geschafft haben. Ich lache wieder und habe Lust auf ein Kaffee, den ich mit nun auch gönne.

Trends und News von den Herstellern

Im Festivalgelände nutzen wir noch die Zeit um mit den verschiedensten Herstellerfirmen über neue Entwicklungen zu sprechen. Es gibt am Markt nun schon E-Bikes mit einer Batterieleistung von 750 kW, die natürlich genügend „Saft“ auch für ausgedehnte Touren habe, Wir waren mit 625 kW unterwegs, was aber auch ausreichte. Teilweise geht der Trend auch wieder zurück, denn die meisten Bike-Regionen haben im Sommer fast alle Lifte und Seilbahnen geöffnet. So fährt man mit der Seilbahn hoch und fährt oben oder dann einfach wieder hinunter. Dafür brauchen die Biker Batteriekapazitäten von 350 kW, dafür haben die Bikes statt 25 nur mehr 15 kg und sind wesentlich handlicher. Auch ist es bei Tragepassagen naturgemäß einfacher.

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Auch arbeiten einige Hersteller an einem ABS-System für das Vorderrad – wie bei Motorrädern inzwischen Serie. Die verhindert, dass das Vorderrad bei Schotter wegrutscht. Wäre ein Sicherheitsgewinn.

Kennen Sie übrigens den Unterschied zwischen Trail und Single Trail?

Hier haben wir eine kleine Klassifikation der Schwierigkeitsgrade beim Biken. Leider sind nicht alle Wege mit diesen Informationen versehen. Daher: Vorsicht wenn man mit seinem E-Bike via Seilbahn in Seehöhen von 2.400 m bequem fahrt und dann im hochalpinem Gelände biken will. Lieber vorab gut über seine Wunschroute informieren oder einen lokalen E-Bike Guide buchen.

←Hier links finden Sie ein Bike Trail Skala zur Einstufung ihres Könnens.

Natürlich hat St. Anton am Arlberg noch viele andere Sportmöglichkeiten wie Wandern, Kicken, Schwimmen, Yoga usw. für seine Feriengäste. Hier finden Sie noch einige Bike-Tourenvorschläge – für jedes Können.

←Noch ein Tipp von uns hier links, was immer bei einer Bkike-Tour dabei sein sollte:

Unser Fazit:

Wir waren überrascht welche wundervolle Landschaft, welche Sportmöglichkeiten es rund um St. Anton am Arlberg es im Sommer gibt. Es hat Spass gemacht und wir kommen wieder.

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