Was tun gegen die hohe Inflation in Österreich

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Hier ein aktueller Vergleich der aktuellen Zahlen im Vergleich zum EU Durchschnitt. Was kann die Politik dagegen tun?

Laut dem IHS Preismonitor liegt die österreichische Inflationsrate (Harmonised Index of Consumer Prices, HICP) im August 2025 bei 4,1 %. Der EU-Durchschnitt liegt gleichzeitig bei etwa 2,4 % für alle EU-Staaten, und im Euroraum bei ca. 2,0 %. Es gibt andere Mitgliedsstaaten mit deutlich höheren Inflationsraten — z. B. Rumänien, das mit etwa 8,5 % zu den Spitzenreitern gehört.

Warum manchmal der Eindruck entsteht, Österreich habe die höchste Inflation

Ein paar Gründe, weshalb dieser Eindruck entstehen könnte:

  1. Regionale Vergleiche

Im Vergleich zu westeuropäischen Staaten oder zu Nachbarn kann Österreich wirklich relativ hohe Inflationszahlen haben — das fällt mehr auf, als wenn man die EU-Spitze betrachtet, zu der auch Staaten mit aktuell stark steigenden Preisen zählen.

  1. Teuerungsende bei Energie und Dienstleistungen

Besonders Strom, Heizung, Dienstleistungen und viele der „alltäglichen Dinge“ sind in Österreich zuletzt stark teurer geworden. Damit bekommt man Inflation besonders intensiv im Alltag mit.

  1. Vergleiche mit historischen Daten

Österreich hatte in manchen Monaten die höchste Inflation seit langer Zeit verzeichnet. Das kann zu dem Gefühl verstärken, „höchste Inflation“ zu haben — aber das heißt nicht: EU-weit die absolute Nummer 1.

  1. Mediale Wahrnehmung / Schlagzeilen

Schlagzeilen tendieren dazu, lokale Extreme hervorzuheben (z. B. „höchste Inflation in Westeuropa“) — das wird dann manchmal allgemeinisiert, obwohl es nur für einen Teilbereich gilt.

Fazit

  • Österreich hat aktuell nicht die höchste Inflationsrate in der EU.
  • Aber: Österreich liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt.
  • Und bestimmte Preisbereiche sowie regionale Vergleiche (z. B. mit Westeuropa oder mit Nachbarstaaten) lassen Österreich sehr stark betroffen aussehen.

Welche Möglichkeiten hat die Politik die Inflation in Österreich zu senken?

Die Politik hat mehrere Instrumente, um Inflation zu bekämpfen, wobei die Wahl der Maßnahmen stark davon abhängt, woher die Inflation kommt. Man unterscheidet grob zwischen nachfragegetriebener Inflation, angebotsschockbedingter Inflation und Kosteninflation (z. B. steigende Energie- oder Rohstoffpreise).

Hier sind die wichtigsten politischen Maßnahmen:

Geldpolitische Maßnahmen

Diese werden vor allem von der Zentralbank (in Österreich: Europäische Zentralbank, EZB) gesteuert:

Zinserhöhungen:

Höhere Zinsen verteuern Kredite, verringern die Kreditaufnahme und senken so die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.

Reduktion der Geldmenge:

Weniger Geld im Umlauf kann den Preisdruck verringern.

Kommunikation / Forward Guidance:

Signale an Märkte, dass die Inflation ernst genommen wird, können Erwartungen s       tabilisieren und Lohn-Preis-Spiralen bremsen.

Hinweis: Diese Maßnahmen wirken in der Regel verzögert und haben vor allem langfristige Effekte.

Fiskalpolitische Maßnahmen

Hier spricht man von staatlichen Ausgaben und Steuern:

Reduktion der Staatsausgaben:

Wenn der Staat weniger Geld ausgibt, sinkt die Gesamtnachfrage.

Steuererhöhungen:

Mehr Steuern bedeuten weniger verfügbares Einkommen für Konsum, was ebenfalls die Nachfrage dämpft.

Gezielte Subventionen statt pauschaler Entlastungen:

Statt alle Verbraucher zu entlasten, kann man speziell Haushalte mit niedrigen Einkommen unterstützen, um soziale Härten abzufedern, ohne die Inflation weiter anzutreiben.

Strukturpolitische Maßnahmen

Hier versucht man, das Angebot zu stabilisieren:

Förderung von Produktion und Wettbewerb:

Investitionen in Energie, Infrastruktur, Technologie oder Landwirtschaft können Kosten senken und Preisdruck reduzieren.

Reduzierung von Markteintrittsbarrieren:

Mehr Anbieter auf dem Markt können Preise stabilisieren.

Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien:

Langfristig senken sie die Abhängigkeit von teuren Rohstoffen.

Preis- und Lohnpolitische Maßnahmen (mit Vorsicht)

Preisobergrenzen oder -kontrollen:

Kurzfristig denkbar, aber langfristig oft kontraproduktiv (Angebotsverknappung, Schwarzmarkt).

Lohnpolitik / Tarifverhandlungen moderieren:

Um Lohn-Preis-Spiralen zu vermeiden, können moderate Lohnabschlüsse empfohlen werden.

Kommunikation & Vertrauen

Inflationserwartungen steuern:

Wenn Bürger und Unternehmen davon ausgehen, dass die Inflation bald sinkt, passen sie ihr Verhalten an (z. B. weniger schnelle Preiserhöhungen, weniger Lohnforderungen), wodurch die Inflation tatsächlich sinkt.

Kurz gesagt:

Die Politik kann nachfragehemmende Maßnahmen setzen, Angebot stärken und Vertrauen in Preisstabilität aufbauen. Die Kombination aus Geld-, Fiskal- und Strukturpolitik ist entscheidend, um sowohl kurzfristig als auch langfristig die Inflation zu dämpfen.

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1 Kommentar

  1. Was ist nicht alles teuerer geworden in den letzten Wochen.
    Alle jammern, aber keiner macht was dagegen.
    Traurig!

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