Interview mit Kerstin Schneider in Harper’s Bazaar

Kann Mode nachhaltig sein

Kerstin Schneider©HBM

Nach­hal­tig­keit ist die Zukunft der Mode.

Die Berliner Fashion Week feierte im Januar 2019 wieder einen gelungenen Auftakt in ein neues Modejahr. Neben vielzähligen Side-Events und inspirierenden Fashionshows stand auch das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda der Fashion Week. Der Fashion Council Germany (FCG), der sich u.a. für die Förderung von Designernachwuchs und für den Modestandort Deutschland einsetzt, hat mit dem „German Sustain Concept“ ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das die nachhaltige Modebewegung in Deutschland ins Rampenlicht rücken und junge Designtalente in dem Bereich auf dem Markt etablieren möchte. Harper‘s Bazaar-Chefredakteurin Kerstin Schneider war Teil der Jury. Wir haben uns mit ihr über die Relevanz von Nachhaltigkeit in der Mode und die Bedeutung von Berlin als Modestandort unterhalten.

Sie waren dieses Jahr in der Jury des German Sustain Concept. Wofür steht dieser Award und welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit in der Mode?

Nachhaltigkeit ist die Zukunft der Mode. Und genau dafür steht German Sustain Concept. Besonders interessant fand ich, dass jeder der vier Gewinner einen eigenen, sehr besonderen Ansatz zu diesem Thema besaß. Da war zum Beispiel Working Titel, ein Label, das vollkommen Plastik-frei produziert oder Lara Krude, die nur mit lokalen Produzenten arbeitet.

Welche Bedeutung hat Berlin im internationalen Fashion Week Business und ist Berlin als Mode-Standort relevant?

Berlin ist wichtig, um deutschen oder in Deutschland lebenden Designern eine gute Plattform zu bieten, ihre Kollektion zu präsentieren. Bei der Berliner Fashion Week geht es nicht darum, mit Mailand oder Paris zu konkurrieren. Lokale Talente und die deutsche Modeindustrie zu fördern, das ist wichtig. Mode ist ein Wirtschaftsfaktor und Teil unserer Kultur!

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Haben Sie Veränderungen beobachtet, seit die Berlin Fashion Week 2007 zum ersten Mal stattfand?

Ja, ganz eindeutig. Designer wie Odeeh oder Rianna und Nina kennt man nun auch international. Sie verkaufen in Top-Onlinestores wie Matchesfashion.com oder in den besten japanischen Boutiquen. Deutsche Mode, deutsches Design wird wahrgenommen.

Was wünschen Sie für die Zukunft der Berlin Fashion Week?

Mehr internationales Publikum und Unterstützung von Seiten der Stadt Berlin. Es gibt so viele spannende Locations, die man für die jungen Designer öffnen könnte – ganz nach dem Vorbild Mailands, das die schönsten Palazzi für die Mode öffnet.

Von Julia Bruckmann

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