WOW! – Eine Ausstellung im Leopold Museum oder doch nicht WOW!

Noch bis 3. September 2018

EGON SCHIELE DAMENBILDNIS (WALLY NEUZIL), 1912 PORTRAIT OF A LADY (WALLY NEUZIL), 1912 Gouache und Bleistift auf Papier | gouache and pencil on paper 24,8 × 24,8 cm Courtesy Heidi Horten Collection
EGON SCHIELE DAMENBILDNIS (WALLY NEUZIL), 1912 PORTRAIT OF A LADY (WALLY NEUZIL), 1912 Gouache und Bleistift auf Papier | gouache and pencil on paper 24,8 × 24,8 cm Courtesy Heidi Horten Collection

Kunstexperte Georg Haslinger hat die Ausstellung für uns besucht und hier seine Meinung.

Zur Zeit findet im Leopold Museum in Wien (Museumsquartier) – die Ausstellung ist noch bis 3. September 2018 geöffnet – eine Präsentation der Sammlung der „Heidi Horten Collection“ statt.

Na ja, ein WOW! ist mir nicht über die Lippen gekommen. Eher etwas Verwunderung. Die Künstler lesen sich wie das who is who der Kunst des 20. Jahrhunderts -Francis Bacon, Georg Baselitz, Marc Chagall, Jean Dubuffet, Lionel Feininger, Lucio Fontana, Keith Haring, Damian Hirst, Ernst ludwig Kirchner, Paul Klee, Yves Klein, Gustav Klimt, Fernand Leger, Roy Lichtenstein, August Macke, Joan Miro, Edvard Munch, Emil Nolde, Max Pechstein, Pablo Picasse, Gerhard Richter, Niki de Saint Phalle, Egon Schiele, Cy Twomly und Andi Warhol (Liste nicht vollständig).

Ich habe die Theorie aufgestellt, daß Künstler 20 % tolle Arbeiten kreieren und 80 % Werke – na ja eben. Aufgabe oder Verantwortung von Kuratoren/Beratern ist es, dem Interessenten jene Werke anzubieten, die auch den 20 % entsprechen. Und nach meiner Einschätzung ist dies nicht gelungen. Leider. Ich wage sogar die Behauptung, dass die meisten der o.a. Künstler mit diesen Arbeiten nie Weltruf erlangt hätten. Ich habe vor vielen Jahren eine Ausstellung der Barnes Collection (Ex- und Impressionisten) in München gesehen und bin vor diesen Arbeiten gekniet! Wir hatten in Österreich schon einmal einen Sammler von dem es in Künstlerkreisen hiess – „ramt`s die guaden Arbeitn weg, der… kommt“.

MAX PECHTSTEIN GELBE MASKE II, 1910 YELLOW MASK II, 1910 Öl auf Leinwand | oil on canvas 52,2 × 52,2 cm Courtesy Heidi Horten Collection © Pechstein Hamburg/Tökendorf/ Bildrecht, Wien, 2018
MAX PECHTSTEIN
GELBE MASKE II, 1910
YELLOW MASK II, 1910
Öl auf Leinwand | oil on canvas
52,2 × 52,2 cm
Courtesy Heidi Horten Collection
© Pechstein Hamburg/Tökendorf/ Bildrecht, Wien, 2018

Und noch etwas ist dem langjährigem Kurator und Ausstellungsmacher aufgefallen

Eine Ausstellung lebt davon, dass sie für den Betrachter einen Leitfaden hat, den er nachvollziehen kann. Bilder aus verschiedenen Epochen hängen im selben Raum, von einigen Künstler sind die Arbeiten in mehreren Räumen untergebracht, und vieles mehr.

Schade, schade…

EGON SCHIELE DAMENBILDNIS (WALLY NEUZIL), 1912 PORTRAIT OF A LADY (WALLY NEUZIL), 1912 Gouache und Bleistift auf Papier | gouache and pencil on paper 24,8 × 24,8 cm Courtesy Heidi Horten Collection
EGON SCHIELE
DAMENBILDNIS (WALLY NEUZIL), 1912
PORTRAIT OF A LADY (WALLY NEUZIL), 1912
Gouache und Bleistift auf Papier | gouache and pencil on paper 24,8 × 24,8 cm
Courtesy Heidi Horten Collection

Nächstes Mal möchte ich Ihnen, werter Leser eine interessante Institution in Wien vorstellen: Das MUSA – Museum auf Abruf

Georg Haslinger
Georg Haslinger

Hier das Profil von Georg Koloman Haslinger

Seit 1984 im Kunstbetrieb tätig, Ausstellungen in der eigenen Galerie, auf internationalen Kunstmessen in Nürnberg, Frankfurt, Budapest, Düsseldorf (Auswahl), Marstall/München von M. Pistoletto zur Podiumsdikussion „projetto d`arte“ eingeladen, Filmregie „der Fall Eule – Ökonomie, Soziologie und Kunst“.

Schwerpunkt: minimal Art, Konkrete Kunst und Konzeptuelle Kunst.

Vorworte für Künstlerkataloge, Eröffnungsansprachen

Seit 2007 DADA – Lesungen und Inszenierungen. Und vieles mehr.

WOW! THE HEIDI HORTEN COLLECTION

16.02.2018 – 29.07.2018

VERLÄNGERT BIS 03. SEPTEMBER

 

 

5 Kommentare

  1. Die Kritik stimmt zum großen Teil, doch Kunst ist halt immer subjektiv und von jedem Betrachtungswinkel aus anders zu bewerten. War nicht umsonst, aber ein WOW-Effekt stellte sich bei mir nicht ein.

  2. Finde ich auch so. Die Ausstellung hat mich fasziniert. Man kann halt immer alles kritisieren.
    Zum Glück gibt es noch Menschen wie Frau Heidi Horten, die ihre private Sammlung öffnet. Dafür gebührt ihr Lob und Anerkennung.

  3. @Traudl da geb ich dir recht. Etwas übertrieben kritisch fand ich den Bericht auch.
    Kunst ist immerhin wirklich subjektiv und kann durchaus auch für Menschen ansprechend sein, die sich absolut nicht damit auskennen. Und da wirklich jeder Mensch anders ist gibt es da meiner Meinung nach keine Richtlinien.

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