Hyundai Inster – Ein lustiger Geselle

Eines der preisgünstigsten E-Autos: Was ihn besonders macht, wie er sich fährt, und wie das Preis-/Leistungsverhältnis ist.

Vorstellung & Besonderheiten

Der Hyundai Inster ist ein neuer kleiner, aber sehr uriger Elektro-Wagen, der vor allem durch eines auffällt: Er zielt auf bezahlbare E-Mobilität im Alltag ab – kompakt, praktisch und mit guter Ausstattung. Dabei ist er innen sehr geräumig, was man angesichts seiner überschaubaren Abmessungen gar nicht glauben würde. Darüber hinaus gibt es unzählige Sitzverstellungsmöglichkeit, wie beispielsweise kann man den Beifahrersitz nach vorne umlegen und damit hat man die gesamte Wageninnenlänge für lange Güter und Einkäufe frei.

Ebenso ist seine Innenausstattung gar nicht mickrig und abgespeckt, sondern er ist sogar vernünftig und zweckmäßig ausgestattet. Praktisch ist auch seine Over-the-Air-Softwareaktualisierung, damit sind sie immer up-to-date.

Sein Design ist unserer Meinung nach knuffig und sticht aus der Menge von glatt gestylten Kleinwagen hervor. Er fällt positiv auf und auch den Frauen gefällt er – wie uns erzählt wurde.

Zwei Akku-/Leistungsvarianten

Es gibt eine Basisversion mit ca. 42 kWh Akku und etwa 97 PS (71 kW), sowie eine stärkere Variante mit ca. 49 kWh und etwa 115 PS (85 kW). Wir sind die stärke Batterievariante gefahren. Gute Beschleunigung und geringer Verbrauch.

Reichweite und Verbrauch

Je nach Ausstattung und Batterie rund 327 bis max. 370 km WLTP Reichweite in der größeren Variante; kleinere Batterie etwas weniger. Verbrauchswert liegt typischerweise zwischen 14 und 16 kWh/100 km. Unser Testwerte lagen etwas darunter. Wir kamen mit der 115 PS Variante auf gute 300 km Reichweite bei entsprechender Reserve. Im Vergleich zu manchen größeren E-Autos ist es erstaunlich wie sparsam man mit ihm auch auf der Autobahn fährt. Während manche rund 20 – 23 kWh benötigen, verbraucht der Inster bei gleichem Tempo nur um die 14 – 16 kWh. Dieser günstige Verbrauch liegt auch an seinem Leergewicht von nur 1.303 Kg. (!!!)

Aber natürlich ist der Hyundai Inster in erster Linie für den urbanen Bereich gebaut, doch auch kurze Ausflüge auf die Autobahn sind verkraftbar. Er läuft über 150 km/h, damit kann man bestens mithalten im Verkehr. Auch seine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h mit 10,6 Sekunden sorgt in der Stadt für flottes Vorwärtskommen.

Ladeleistung

Seine Wechselstrom-Ladeleistung (AC) beträgt standardmäßig etwa 11 kW; beim Gleichstrom (DC) bis etwa 73-85 kW, je nach Batterie-Variante.

Größe & Raumangebot

Mit einer Länge von 3,83 m, einer Breite von 1,61 m ist der Inster klar im Kleinwagensegment angesiedelt. Trotzdem bietet er hinten genug Platz und vorne eine gute Übersichtlichkeit. Der Kofferraum liegt bei 280 l und wächst bei umgeklappter Rücksitzbank auf über 1.059 Liter.

Ausstattung & Komfortdetails

Wie schon beschrieben ist seine Ausstattung sehenswert: Serienmäßig digitale Displays (z. B. 10,3 Zoll Cockpit + Navi/Infotainment), verschiedene Ausstattungslinien (Select, Trend, Cross, Prime), optionale Features wie Wärmepumpe, V2L-Funktion, LED-Beleuchtung etc.

Wie fährt er sich

Im Alltag und auf unseren Testfahrten gab der Inster einen sehr soliden Eindruck. Man ist immer wieder von seiner Kompaktheit, und auch von seiner Zweckmäßigkeit begeistert. Dabei kommt in keiner Sekunde ein Kleinwagengefühl auf. Kompliment! Er wirkt agil und wendig, gerade in innerstädtischem Verkehr – dank kompakter Maße lässt sich gut einparken und durch enge Straßen manövrieren.

Auch seine Geräuschdämmung und Komfort sind überdurchschnittlich für diese Klasse; Unebenheiten werden gut geschluckt. Für die geringe Größe ist der Fahrkomfort angemessen bis sehr gut.

Auf der Autobahn werden die Schwächen bei Reichweite und Ladeleistung spürbarer: Bei hohen Geschwindigkeiten steigt der Verbrauch deutlich, wie üblich bei kleinen Elektroautos. Wer viele Autobahnkilometer fährt, muss eher häufiger laden oder Kompromisse machen.

Rekuperationsstufen

Es gibt mehrere Rekuperationsstufen, man kann das Auto so einstellen, dass man mit starkem Rückgewinn fahren oder sogar „Ein-Pedal-Fahren“ nutzen kann.

Preis-/Leistungsverhältnis

Das ist vermutlich der spannendste Teil beim Inster – was bekommt man fürs Geld?

Einstiegspreis ab etwa 24.990,- Euro (Select mit der kleineren Batterie) in der Basisversion. Wobei es auch ein Sondermodell (für begrenzte Zeit für 19.900,- Euro) gibt.

Die teureren Versionen mit größerem Akku und mehr Ausstattung (z. B. Prime) bewegen sich in Richtung 29.290 bzw. für den Cross Line mit Galerie und mehr auf Outdoor gemacht ab 31.000,- gibt.

Was man dafür bekommt

Ein alltagstaugliches Elektroauto mit vernünftiger Reichweite, guter Grundausstattung, modernen Displays und Assistenzsystemen. Viele Features, die sonst bei Kleinwagen nur optional sind, sind beim Inster zumindest in mittleren Ausstattungslinien gut vertreten.

Gute Garantien und Service bei Hyundai – wie bei vielen Marken üblich – was den Unterhalt langfristig etwas berechenbarer macht.

Abzüge / Kompromisse

Bei der Ausstattung gibt es natürlich Unterschiede: Wer mehr Komfort, LED-Licht, Wärmepumpe oder V2L etc. haben will, muss in höhere Ausstattungslinien und Aufpreise investieren.

Die Ladeleistung ist gut, aber nicht überragend – insbesondere auf Autobahnstrecken mit hoher Geschwindigkeit merkt man, dass mehr Leistung helfen würde.

Gesamturteil

Für wen ist der Hyundai Inster besonders geeignet?

  • Für Stadtbewohner oder Pendler, die überwiegend kurze bis mittlere Strecken fahren und nicht jede Woche lange Autobahntransporte machen. Als Zweitwagen oder für Haushalte, bei denen Elektro-Laden zuhause möglich ist oder in der Nähe.
  • Wer Wert legt auf modern ausgestattetes Elektroauto, aber nicht den Premiumpreis bezahlen will.
  • Wenn man solche Anforderungen hat, liefert der Inster ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man viel sinnvolle Technik, ordentliche Reichweite und brauchbaren Komfort.

Wenn man hingegen viele lange Strecken oder hohe Autobahntempi fährt, oder Top-Performance / Luxusfeatures erwartet, stößt man mit dem Inster an Grenzen – dann müsste man sich ggf. nach größeren, leistungsstärkeren Elektroautos umsehen.

Fotos@hyundai

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