Die meisten Auto Produktionswerke laufen wieder schrittweise an

Es muss wieder losgehen

Hoffnungsschimmer für Viele: Ende April 20 kehrt langsam die Normalität in der Industrie zurück.

Nach fast einem Monat COVID-19 bedingten Stillstand der meisten Produktionswerke geben bereits einige Startschuss für einen Normalbetrieb ihrer Autoproduktion. So betonte AUDI Produktionsvorstand Peter Kössler selbstverständlich: „Im Mittelpunkt steht ein sicheres Arbeitsumfeld“.

AUDI leitet an seinen europäischen Standorten den Wiederanlauf der Produktion schrittweise in den kommenden Wochen ein

Mitte März 20 hatte das Unternehmen die vorübergehende Produktionsruhe an den europäischen Standorten verkündet. Hintergrund für die Entscheidung waren Lieferengpässe und Nachfragerückgänge bedingt durch die Corona-Pandemie. Der nun anstehende, geregelte Wiederanlauf erfolgt abgestimmt mit dem Volkswagen-Konzern im weltweiten Audi Produktionsnetzwerk gemeinsam mit Lieferanten und Dienstleistern. Hauptbestandteil des Wiederanlaufs ist ein umfassendes Maßnahmenpaket, das die Sicherheit der Mitarbeiter*innen in den Fokus rückt. Dabei orientiert sich Audi an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts sowie den Vorschriften der Gesundheitsbehörden des jeweiligen Landes.

„Auf dem Weg zurück in die erste Phase nach der Produktionsruhe haben besonders die Gesundheitsvorkehrungen zum Schutz der Belegschaftsmitglieder höchste Priorität“, erklärt auch Betriebsratschef Mosch. „Der Wiederanlauf wird von einem umfangreichen Maßnahmenkatalog begleitet, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sicherzustellen.“ Dieser umfasst beispielsweise konkrete Abstands- und Hygieneregeln, eine angepasste Schichtfahrweise, um Kontakte zu vermeiden und die Pflicht zu Mund- und Nasenschutz in Bereichen, wo Abstände von 1,5 Meter nicht möglich sind. An kritischen Arbeitsplätzen hat das Unternehmen auch physische Abgrenzungen geschaffen. In der Türenvormontage zum Beispiel arbeiten zwei Arbeitnehmer*innen gleichzeitig am selben Transportgestell und stehen sich dabei direkt gegenüber. Hier haben die Beschäftigten selbst eine transparente Barriere aus Kunststofffolie entwickelt.

Die Fahrzeugfertigungen an den Audi Standorten werden nach einem festgelegten Plan ab Ende April sukzessive hochgefahren. Die Motorenfertigung in Győr fährt bereits seit dieser Woche schrittweise wieder hoch. Für diejenigen Mitarbeiter*innen an deutschen Standorten, die erst in späteren Phasen des Wiederanlaufs ihre Tätigkeit vollumfänglich wiederaufnehmen können, gelten bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin die Kurzarbeitsregelungen.

Auch VOLKSWAGEN startet schrittweisen Wiederanlauf der Produktion

Die Werke der Marke Volkswagen Pkw fahren die Produktion stufenweise wieder an. Zuerst nehmen in der Woche ab dem 20. April die Werke in Zwickau und Bratislava (Slowakei) die Fertigung auf. In der Woche ab dem 27. April beginnt der Wiederanlauf der Produktion in den übrigen deutschen Produktionsstätten sowie in Portugal, Spanien, Russland und USA. Im Laufe des Monats Mai soll dann sukzessive auch in Südafrika, Argentinien, Brasilien und Mexiko wieder produziert werden.

Ralf Brandstätter, COO der Marke Volkswagen sagte: „Mit den Beschlüssen der Bundes- und Landesregierungen sowie den Lockerungen von Maßnahmen in weiteren europäischen Staaten sind die Rahmenbedingungen geschaffen, die Produktion wieder schrittweise aufnehmen zu können. Darauf hat sich Volkswagen in den letzten drei Wochen intensiv vorbereitet. Neben der Erarbeitung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs zum Gesundheitsschutz der Belegschaft, haben wir auch den Wiederaufbau unserer Lieferketten vorangetrieben.“ Für die Volkswagen Werke in Deutschland gilt damit weiter Kurzarbeit, die Zahl der Kurzarbeitenden wird aber je nach Anlauf schrittweise zurückgefahren.

Der Anlauf erfolgt entsprechend der derzeitigen Verfügbarkeit von Teilen, der staatlichen Auflagen in Deutschland und Europa, der Entwicklung in den Vertriebsmärkten und den sich daraus ergebenden Fahrweisen in der Produktion. Die Einhaltung der hohen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter stehen davon unabhängig immer an erster Stelle.

Die Volkswagen Group Components hat bereits seit dem 6. April damit begonnen, die Produktion schrittweise zunächst in ihren Werken in Braunschweig und Kassel, ab 14. April auch in Salzgitter, Chemnitz und Hannover Komponente sowie an den polnischen Standorten wieder anzufahren, um zunächst die Versorgung der Fahrzeugproduktion in China sicherzustellen. Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen Group Components: „Der schrittweise Anlauf unserer Werke war wichtig, um die Belieferung der Übersee-Werke abzusichern. Nun gilt es, unter Einhaltung umfangreicher Schutzmaßnahmen den gesamten Produktionsverbund anzufahren und markenübergreifend alle fahrzeugproduzierenden Werke mit Komponenten zu versorgen. Für alle unsere Werke gelten dabei die gleich hohen Anforderungen an den Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Auch das OPEL Werk in Wien-Aspern ist zur Wiederaufnahme der Produktion bereit

Das Management, Sicherheitsfachkraft und die Betriebsräte sind der Ansicht, dass diese Maßnahmen am Standort Wien-Aspern ein sehr hohes Schutzniveau für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz bieten und den festgelegten Standards entsprechen. Die Betriebsräte haben die Umsetzung der Gesundheitsmaßnahmen des Protokolls für die Wiederaufnahme der Produktion validiert und zur Nachhaltigkeit des Industriestandorts beigetragen. Der Zeitplan der industriellen Wiederaufnahme des Betriebs wird im gesellschaftlichen und kommerziellen Kontext erörtert.

Seit Beginn der Covid-19-Gesundheitskrise bestand die Priorität der Groupe PSA stets darin, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern. Während des vorübergehenden Produktionsstillstands blieb der Standort in Wien-Aspern aktiv und implementierte ein Protokoll verstärkter Hygienemaßnahmen. Dieses Protokoll, das mit Gesundheitsdiensten in Frankreich und in Abstimmung mit den europäischen Betriebsräten erstellt wurde, wurde vollständig umgesetzt und auditiert, um seine perfekte Umsetzung zu überprüfen.

Dieses Protokoll umfasst mehr als 100 Maßnahmen, die alle Aktivitäten des Unternehmens auf industrieller, administrativer, Forschungs- und kommerzieller Ebene abdecken. Die Betriebsräte, die das Personal vertreten, waren zusammen mit dem Management und der Sicherheitsfachkraft des Werks der Ansicht, dass die Gesundheitsbedingungen ein hohes Schutzniveau aufweisen und eine Wiederaufnahme der Produktion am Standort Wien-Aspern ermöglichen.

Der Zeitplan für die Wiederaufnahme der Produktion ist derzeit nicht festgelegt. Er wird Änderungen der wirtschaftlichen Situation berücksichtigen.

Auch TOYOTA nimmt die Europäische Produktion wieder auf

  • Die Fertigung in Frankreich und Polen läuft wieder an
  • Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten
  • Schauräume ab Montag 20. April 20 wieder offen

Am französischen Standort in Valenciennes, der Heimat des Kleinwagen Yaris, läuft die Produktion in begrenztem Umfang ab dem 22. April wieder an, nachdem sie wegen der Coronakrise am 17. März unterbrochen worden war. Eng damit verzahnt ist die Fertigung an den polnischen Standorten in Jelcz-Laskowice und Walbrzych, wo die Motoren und Getriebe für den Yaris hergestellt werden, hier startet die Produktion am 23.April.

Die Wiederaufnahme der Produktion erfolgt schrittweise und mit Bedacht: Im Vergleich zum normalen Betrieb wird zunächst ein deutlich geringeres Volumen produziert. Höchste Priorität hat dabei weiterhin die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter und aller Beteiligten. In den ersten beiden Wochen arbeitet das Werk Valenciennes im Ein-Schicht-Betrieb anstatt des üblichen Drei-Schicht-Betriebes.

Die Entscheidung, einen Teil der Aktivitäten an einigen europäischen Toyota Standorten wiederaufzunehmen, erfolgt unter Berücksichtigung und Befolgung der nationalen Richtlinien und Empfehlungen. Es werden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Dazu zählen beispielsweise Schutzausrüstung für die Beschäftigten, das Einhalten des Sicherheitsabstands und das Vermeiden von größeren Ansammlungen von Menschen.

„Die Wiederaufnahme unserer Yaris Produktion in Europa ist für Mitarbeiter, Kunden und für uns alle ein wichtiges Zeichen und lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken“, sagt Alain Uyttenhoven, Präsident der Toyota Deutschland GmbH.

Ab dem kommenden Montag, 20. April, öffnen auch die Toyota Autohäuser wieder ihre Schauräume für die Kunden. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften und regionalen Vorgaben sind die Mitarbeiter im Vertrieb wieder für die Kunden da. Den Weg dafür freigemacht hat der Beschluss der Bundregierung zur Lockerung der Corona-Beschränkungen. Das Werkstatt- und Servicegeschäft war auch während der Schließung der Schauräume stets sichergestellt.

Auch SEAT fährt die Produktion an seinen spanischen Standorten zum 27. April schrittweise wieder hoch

Im Zuge der Corona-Krise hatte der Automobilhersteller den Betrieb dort vorübergehend eingestellt. Zum Schutz der Mitarbeiter vor Infektionen mit dem COVID-19-Erreger hat SEAT in Abstimmung mit Gewerkschaftsvertretern entschieden, 15.000 Mitarbeiter auf das SARS-CoV-2-Virus testen zu lassen. Das Unternehmen setzt dabei auf das PCR-Verfahren. Dieses gilt derzeit als die zuverlässigste Testmethode, weil es das Virus direkt und nicht über Antikörper oder Antigene nachweist.

Wöchentlich mehr als 3.000 Tests

SEAT ist das erste Unternehmen in Spanien, das seinen Mitarbeitern den Test auf das neuartige Corona-Virus ermöglicht. Konkret ist geplant, wöchentlich mehr als 3.000 PCR-Tests für die Mitarbeiter der Produktion sowie anderer Abteilungen in den Werken SEAT Martorell, SEAT Barcelona, SEAT Componentes und im SEAT Ersatzteilzentrum CROS durchzuführen. Auch andere Unternehmen des Volkswagen Konzerns in Spanien werden ihre Mitarbeiter mit dem PCR- Verfahren testen lassen. In drei medizinischen Einrichtungen von SEAT laufen die Tests bereits seit dieser Woche: im CARS Gesundheitszentrum in Martorell, im Werk SEAT Barcelona und bei SEAT Componentes.

Auch ŠKODA AUTO bereitet sich vor, die Produktion an seinen tschechischen Standorten am 27. April wiederaufzunehmen.

Um die Beschäftigten bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen, hat der Automobilhersteller ein umfassendes Paket an Sicherheitsmaßnahmen für alle Unternehmensbereiche verabschiedet. In mehr als 80 Einzelpunkten definiert ŠKODA zusammen mit Sozialpartner KOVO konkrete Schritte zum Gesundheitsschutz der Belegschaft und trifft organisatorische Vorkehrungen, um der Ansteckung mit COVID-19 am Arbeitsplatz entgegenzuwirken.

ŠKODA AUTO Vorstandsvorsitzender Bernhard Maier betont: „Seit dem 18. März 2020 ruht die Produktion an unseren drei tschechischen Standorten. Es war richtig, diese tiefgreifenden Einschnitte zum Schutze aller vorzunehmen. Jetzt ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, wieder mit Zuversicht nach vorne zu blicken. In Europa öffnen nach und nach unsere Handelsbetriebe und mit der sukzessiven Wiederaufnahme unserer Produktion unternehmen wir den nächsten wichtigen Schritt, um unsere Märkte international wieder beliefern zu können. Ich danke allen Mitarbeitern, die in den vergangenen Tagen und Wochen intensiv daran gearbeitet haben, den Wiederanlauf zu ermöglichen. Die ŠKODA-Mannschaft ist topmotiviert, nun wieder mit vollem Einsatz loszulegen.“

FORD ist noch nicht soweit, Produktion steht bis 4. Mai 20 still

Ford hatte bereits am 17. März erklärt, dass die Produktion angesichts der derzeitigen Pandemie-Situation, behördlicher Auflagen, Einschränkungen auf Seiten der Zulieferer und der eigenen Handelsorganisation mehrere Wochen ruhen kann. Gemeinsam mit seiner Belegschaft unterstützt Ford in ganz Europa zahlreiche nationale Initiativen und Organisationen beim Kampf gegen die Ausbreitung des Covid-19-Virus.

Ford reagiert auf die unverändert ernste Situation der Corona-Pandemie und verlängert die temporäre Einstellung seiner Fahrzeug- und Motorenfertigung an den meisten seiner europäischen Standorte voraussichtlich bis mindestens zum 4. Mai 2020. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Produktion in seinen wichtigsten kontinentaleuropäischen Werken Saarlouis und Köln, Valencia (Spanien) und Craiova (Rumänien) ab dem 19. März vorübergehend ruht. Seit dem 23. März gilt dies auch für die britischen Fertigungsstätten Bridgend und Dagenham. In Valencia bleibt die Produktion bis mindestens zum 27. April ausgesetzt.

„Es ist wichtig, dass wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so viel Klarheit wie möglich geben, wie lange die aktuelle Situation vermutlich noch anhalten wird“, betont Stuart Rowley, Präsident von Ford Europa. „Wir hoffen, dass sich die Lage im kommenden Monat wieder verbessern wird. Unsere Planungen für den Wiederanlauf des Betriebs basieren auch weiterhin darauf, wie sich die Bedingungen entwickeln und welche Vorgaben wir vor Ort von den Regierungsstellen erhalten.“

Die Pläne für die Wiederaufnahme der Produktion hängen stark davon ab, wie sich die Covid19-Pandemie in den kommenden Wochen entwickelt, welche nationalen Vorschriften den Betrieb dann weiterhin einschränken, vor welchen Hindernissen die Zulieferer stehen und wie operationsfähig das Händlernetzwerk bis dahin wieder ist. Alle Vorkehrungen für das Wiederhochfahren des Betriebs werden geeignete Maßnahmen berücksichtigen, um den wichtigen Abstand zwischen den Beschäftigten an den Arbeitsplätzen sicher zu stellen und weitere Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften zu befolgen.

Aktuelle Arbeitsvereinbarungen für die Beschäftigten, die derzeit an den Produktionsanlagen arbeiten oder wichtige Funktionen abseits der Fertigung von ihrem Heimarbeitsplatz aus erfüllen, bleiben weiterhin gültig.

Darüber hinaus arbeitet Ford quer durch Europa mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen, Einrichtungen und Hilfswerken zusammen, die Unterstützung auf lokaler Ebene leisten. Der gemeinnützige Ford Fund hat in dieser Woche eine neue global ausgerichtete Initiative bekannt gegeben, um Spenden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens an wohltätige Initiativen in sechs europäischen Ländern weiterzuleiten. Neben der temporären Einstellung der Produktion legen auch die meisten übrigen Geschäftsbereiche von Ford in Europa derzeit eine Pause ein. Ausgenommen hiervon ist lediglich eine kleinere Anzahl von Tätigkeiten, die für den Betrieb des Unternehmens unverzichtbar sind.

Eine geordnete Rückkehr zur Normalität zeichnet sich ab

Wenn auch noch nicht überall gearbeitet und produziert wird, so arbeiten viele Manager und Unternehmer an ihren Wiederaufsperrmaßnahmen. Dies ist auch gut so, denn die Wirtschaft muss wieder angekurbelt werden. Hängen doch tausende Arbeitsplätze damit zusammen. Auch die Mitarbeiter*innen die momentan in Kurzarbeit sind, werden wieder froh sein, auf ihren Arbeitsplatz zurück kehren zu können und wieder vollen Gehalt zu beziehen.

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