Wie viel Trinkgeld sollten Sie im Urlaub geben?

Foto: Günter-Havlena_pixelio.de
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Der ÖAMTC präsentiert eine „Trinkgeld-Anleitung“ für Europa und den Rest der Welt.

Was in Europa erwartet wird und in den USA Pflicht ist, kann in Japan beleidigend wirken.

Sobald im Auslandsurlaub die erste Restaurant-Rechnung bezahlt werden soll, taucht häufig die Frage auf, wie viel Trinkgeld angemessen ist. „Beim Trinkgeld gibt es länderspezifische Unterschiede. Was in einem Land gern gesehen ist, kann andernorts beleidigend wirken“, erklärt uns ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant.

In Europa wird praktisch überall Trinkgeld erwartet, die Höhe unterscheidet sich jedoch von Land zu Land. Als unhöflich gelten – unabhängig vom Urlaubsland – Kleinstbeträge wie fünf Cent. „Generell kann ein Nord-Süd-Gefälle beobachtet werden. In Italien sind beispielsweise zehn Prozent üblich. Zudem wird bei unseren Nachbarn ein ‚Coperto‘ für das Tischgedeck verrechnet. In Griechenland, Kroatien und der Türkei werden ebenfalls rund zehn Prozent erwartet“, weiß die ÖAMTC-Reiseexpertin. Im Gegensatz dazu ist im skandinavischen Raum ein Bedienungszuschlag meist inbegriffen, bei gutem Service freut sich das Personal dennoch über ein Extra-Trinkgeld. Wer in England oder Irland einen Pub besucht, braucht keinen „tip“ zu geben. Dafür wird aber der Barkeeper ab und zu auf ein Getränk eingeladen („Have a drink“).

Außerhalb von Europa gibt es sehr unterschiedliche Sitten.

Die ÖAMTC-Touristik hat die Gepflogenheiten einiger beliebter Destinationen zusammengefasst, damit sich Urlauber auch auf anderen Kontinenten im Trinkgeld-Dschungel zurechtfinden.

* In den nordafrikanischen Destinationen wie Ägypten, Tunesien oder Marokko geht nichts ohne „Bakschisch“. Im Restaurant sind zehn Prozent üblich, der Taxibetrag wird aufgerundet und jede noch so kleine Dienstleistung kostet ein paar Münzen. „Das Trinkgeld ist Bestandteil des Lebensunterhaltes und sollte nicht zu großzügig, aber doch gern gegeben werden“.

* Auch in den USA sind Mitarbeiter der Restaurants, Hotels und anderer Dienstleistungsunternehmen auf das Trinkgeld angewiesen. Der „tip“ ist somit Pflicht. In Restaurants werden 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld erwartet, falls die Servicegebühr nicht schon auf der Rechnung angeführt ist. „Personal, das einen zum Tisch begleitet, lebt vom Trinkgeld“, so die Club-Expertin.

* In Thailand wird Trinkgeld unter zehn Baht (ca. 20 Cent) als Beleidigung empfunden. In den meisten Hotels kommt ein Bedienungszuschlag von zehn bis 15 Prozent auf die Rechnung, in Restaurants gibt man üblicherweise zehn Prozent Trinkgeld.

* In Australien gibt es keine „Trinkgeld-Verpflichtung“ wie beispielsweise in den USA. Bis vor einigen Jahren war es sogar unüblich, überhaupt Trinkgeld zu geben. Das hat sich mittlerweile geändert und bei gutem Service sind fünf bis zehn Prozent angemessen. „Hin und wieder trifft man aber Menschen an, die partout kein Trinkgeld annehmen. Das sollte man als Urlauber auch akzeptieren“, rät die ÖAMTC-Touristikerin.

* In China ist in einfachen Restaurants und Hotels kein Trinkgeld üblich. In den Touristenzentren hat es sich jedoch mittlerweile eingebürgert, dass die Rechnungen einen Bedienungszuschlag enthalten.

* In Japan wird generell kein Trinkgeld gegeben. Hier kann man seine Dankbarkeit mit kleinen Geschenken ausdrücken, die man immer diskret und nicht vor den Augen anderer überreichen sollte.

* „In der Südsee kann die traditionelle Gastfreundschaft auf einigen Inseln die Annahme von Trinkgeld verbieten“. In diesem Fall sollten Geldgaben möglichst unterlassen werden. Infos zu den lokalen Gepflogenheiten (z.B. ob ein Geschenk ein Gegengeschenk verlangt) findet man in den meisten Reiseführern.

* Wer eine Kreuzfahrt plant, sollte sich im Vorfeld informieren, ob und wie viel Trinkgeld gegeben wird. „Bei vielen Reedereien hat es sich eingebürgert, dass automatisch acht bis zehn Euro pro Tag und Person auf die Bordrechnung gesetzt werden. Der Reisende muss, wenn er damit nicht einverstanden ist, Einspruch erheben und einen neuen Betrag nennen“, empfiehlt die ÖAMTC-Touristikerin abschließend.

Weitere Informationen zum Thema findet man in der weltweiten ÖAMTC-Länderdatenbank unter www.oeamtc.at/laenderinfo.

Voten Sie hier mit, wie viel Trinkgeld Sie geben http://www.facebook.com/besserlaengerleben

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