Neue Regeln für saubere Straßen in der EU. Was kommt auf uns zu. Hier alle Details dazu.
Was ist Euro 7?
Euro 7 ersetzt bzw. ergänzt die bisherigen Standards der Normenkommission (z. B. Euro 6‑Abgasnorm für Pkw) und zielt darauf ab, die Emissionen von Fahrzeugen auf europäischen Straßen weiter zu senken und zu harmonisieren.
Bislang ging es bei Emissionen im Straßenverkehr vor allem um die Abgase – künftig stehen auch Reifen im Fokus. Die neue Euro-7-Norm der EU bringt erstmals konkrete Vorgaben für den Reifenabrieb. Sie tritt Ende 2026 in Kraft, ab Juli 2028 gelten dann verbindliche Grenzwerte für Pkw, gemessen in Gramm pro Kilometer und transportierter Tonne. Ziel ist es, die entstehenden Partikel besser vergleichbar und kontrollierbar zu machen.
Beispiele für Ziele: Reduktion von Stickoxiden (NOₓ), Partikeln, aber auch neu: Emissionen aus Reifen- und Bremsabrieb
Inhalte / Neuerungen im Überblick
Hier sind die zentralen Punkte, die Euro 7 regelt bzw. neu einführt:
- Geltungsbereich: Euro 7 gilt für leichte Fahrzeuge (z. B. Pkw, Transporter) und schwere Nutzfahrzeuge (Lkw, Busse) – erstmals unter einer einzigen Gesetzgebung.
- Grenzwerte / Schadstoffe:
- Die traditionellen Schadstoffe wie NOₓ, CO, Partikelmasse (PM) bleiben Teil der Regelung.
- Neu ist z. B., dass der Partikelzahl-Grenzwert (PN) auf 10 Nanometer statt bisher 23 Nanometer gesenkt wird.
- Neue Kategorien wie Reifen- und Bremsabrieb (nicht-Auspuff-Emissionen) werden erstmals ausdrücklich reguliert.
- Dauerhaltbarkeit & Lebensdaueranforderungen: Fahrzeuge und relevante Systeme müssen über eine längere Nutzungsdauer bestimmte Emissionsanforderungen erfüllen.
- Überwachung / On-Board-Sensorik / Datenzugang: Es werden Anforderungen an die On-Board-Diagnose, Datenzugriff und Manipulationsschutz gestellt.
- Zeitpunkt der Einführung (für Neufahrzeuge / Typgenehmigung) – wichtig für Hersteller und Zulassungen:
- Für einige Fahrzeuge wird die Norm ab dem 29. November 2026 für neue Typgenehmigungen wirksam.
- Weitere Übergangsfristen gelten für spätere Zulassungen.
Warum das Ganze?
- Zweck ist, die Luftqualität zu verbessern und Gesundheits- sowie Umweltrisiken durch Verkehrsemissionen zu verringern.
- Gleichzeitig soll die Fahrzeugtechnik auf zukünftige Anforderungen vorbereitet werden, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Verkehrswende.
- Harmonisierung: Ein einziger Rechtsrahmen für leichte und schwere Fahrzeuge erleichtert das regulatorische Umfeld.
Was meint der Reifenfachmann dazu
„Der Abrieb entsteht beim Fahren zwangsläufig, doch wie viel freigesetzt wird, hängt stark von der Materialqualität und dem Reifendesign ab“, erklärt Armin Kistner, Technikexperte beim Reifenhersteller Michelin.
„Deshalb unterstützen wir einheitliche und realitätsnahe Messstandards und klare Grenzwerte – sie schaffen Transparenz und fördern Fortschritt.“ Für den Reifenspezialisten war der Gesetzesvorschlag kein Schock, sondern eine Bestätigung: Seit Jahren wird daran gearbeitet, Abrieb systematisch zu erfassen und gezielt zu reduzieren.
Das geschieht vor allem über Langlebigkeit
Ziel ist es, dass möglichst wenig Material pro Kilometer verloren geht und die Reifen deswegen möglichst lange halten. Zwischen 2015 und 2020 konnte Michelin die Emissionen seiner Pneus um fünf Prozent senken – durch optimierte Mischungen, stabilere Strukturen und eine Profilgestaltung, die auf gleichmäßigen Verschleiß ausgelegt ist. Das kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch den Autobesitzern: Weniger Verschleiß bedeutet längere Nutzungsdauer.
Die neue Norm macht deutlich, dass es bei Reifen nicht nur um Rundlauf und Rollwiderstand geht. Mit dem Fokus auf die Feinstaubemissionen macht die Euro-7-Norm sichtbar, was bisher kaum reguliert war – und bietet so die Chance, den Fortschritt in diesem Bereich messbar zu machen.
txn

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