Der neue Jeep Wrangler – Rauhbein oder Sänfte

Vieles wird besser

Jeep Wrangler©Besser Länger Leben

Ihn gibt es in den Versionen Sport, Sahara und Rubicon, in zwei Radständen mit zwei oder vier Türen.

Der Wrangler gilt als unbestrittener Gelände-Champion, wird aber zumeist als Alltags-Fahrzeug für den Großstadtdschungel genutzt. Eines gleich vorweg: Die neue, vierte Generation des traditionsreichen Jeep Wrangler hat nach seiner jüngsten Überarbeitung ein ausgezeichnetes Niveau an Fahrkomfort und überzeugende Fahreigenschaften auf der Straße und selbstverständlich ist er weiterhin eine „Macht“ im Gelände. Dabei bewahrt der neue Jeep Wrangler seine Einzigartigkeit und schlägt ein neues Kapitel auf. Die Geschichte der Marke Jeep deren Entstehung bereits im Jahr 1941 begann, findet seine Fortsetzung.

Das Ziel seiner Hersteller war, den Jeep Wrangler vollkommen zu erneuern und doch sich selbst treu zu bleiben, seine legendären Geländefähigkeiten, seinem authentischen Auftritt – in Verbindung mit fortschrittlicheren Technologien zu schärfen. Das ist gelungen. Herausgekommen ist der bislang leistungsfähigste Wrangler, je nach Ausstattung, den zwei vollautomatischen Allradantrieben Command-Trac und Rock-Trac, elektrischen Tru-Lock Vorder- und Hinterachs-Sperren, Trac-Lok Sperrdifferential mit begrenztem Schlupf und elektrisch entkoppelbarem Vorderachs-Stabilisator.

Zum Wesen eines heute angebotenen modernen Geländewagens gehören folgende Eigenschaften: Er muss mit härtesten Bedingungen im Gelände fertig werden und muss auch den Komfort und die Sicherheit auf normalen Straßen bieten. Dies ist ihm gelungen. Noch dazu, der Wrangler ist einer den wenigen, die mit zusätzlicher Open Air Freiheit aufwarten kann. Scheibe umlegen, Dach und Türen abmontieren, nur gut geschützt durch den Überrollbügel kann es in die über 45 Grad heißen Rocky Mountain gehen.

Verbesserte, legendäre ‘go-anywhere’ Jeep 4×4 Fähigkeiten

Der Jeep Wrangler ist Resultat aus mehr als 75 Jahren Erfahrung von Allradantriebs-Systemen. Zwei davon sind die beiden Allradantriebe für den neuen Wrangler: Command-Trac für die Versionen Sport und Sahara, Rock-Trac für die Version Rubicon, das robusteste und leistungsfähigste Modell im Gelände. Beide Systeme haben das neue, zweistufige und vollautomatische Selec-Trac Verteilergetriebe für ständiges Überwachen und entsprechendes Management des Motordrehmoments für Vorder- und Hinterräder.

Jeep Wrangler©Besser Länger Leben

Das Command-Trac 4×4-System hat ein zweistufiges Verteilergetriebe mit einem Untersetzungsverhältnis von 2,72:1 sowie neu entwickelte, robuste Dana-Achsen vorn und hinten mit einer Hinterachs-Übersetzung von 3,45 für den Benzinmotor und 3,73 für die Diesel-Version.

Das System arbeitet in vier Fahrmodi (plus Neutral):

  • 2H (Hinterradantrieb mit Straßenübersetzung)
  • 4H AUTO (Vollautomatischer, aktiver Allradantrieb mit Straßenübersetzung)
  • 4H Part-Time (permanenter Allradantrieb mit Straßenübersetzung)
  • N (Neutral)
  • 4L (Allradantrieb mit Geländeuntersetzung)

Der Wrangler verfügt über eine ‘shift on the fly’-Technik, die es ermöglicht, bis zu einer Geschwindigkeit von 72 Kilometern pro Stunde zwischen Hinterrad- und Allradantrieb zu schalten.

Unter normalen Fahrbedingungen arbeitet Command-Trac im Hinterradantrieb (2WD). Schaltet der Fahrer in die 4WD High Position, aktiviert er den Allradantriebs-Modus, der ideal für traktionsarme Oberflächen wie Sand, Matsch, Schnee oder Eis ist. Der Modus 4H bietet zwei Funktionsweisen: den neuen Auto Modus für alle Fahrbedingungen mit permanenter Überwachung und Regelung der Drehmomentverteilung sowie vollautomatischer Aktivierung des Allradantriebs, sobald das nötig ist; oder den Modus 4H Part Time, der das Drehmoment ständig gleichmäßig zwischen Vorder- und Hinterachse aufteilt. Für extrem herausfordernde und anspruchsvolle Geländestrecken steht der Modus 4WD Low mit zusätzlicher Geländeuntersetzung bereit, die das Motordrehmoment vervielfacht.

Das verfügbare Differential mit Schlupfbegrenzung Trac-Lok bietet zusätzliches Drehmoment und Traktion in Situationen auf rutschiger Oberfläche wie Sand, Schotter, Schnee oder Eis.

Der Jeep Wrangler Rubicon stellt nochmals mehr Geländefähigkeit bereit. Sein Rock-Trac Allradantrieb mit zweistufigem Verteilergetriebe und einer Geländeuntersetzung von 4.0, dazu die weiterentwickelten Heavy-Duty Dana 44 Achsen und die elektrische Schlupfbegrenzung Tru-Lok machen den Rubicon selbst für extreme Gelände-Trails bereit. Zum Rubicon gehört auch eine Achsantriebsübersetzung vorne und hinten von 4,1 für den Benzinmotor und 3,73 für den Turbodiesel.

Die Wrangler Rubicon-Modelle bieten eine nochmals verbesserte Verschränkungs-Fähigkeit und längere Federwege dank elektrisch entkoppelbarem Querstabilisator an der Vorderachse. Dazu verfügen sie über eine Kriech-Gesamtübersetzung von 77,2 (Benzinmotor) und 70,3 (Turbodiesel), die fast jedes Hindernis bezwingbar macht.

Hier einige Highlights dazu:

  • Sperrdifferenzialen bei den Rubicon Modellen;
  • Unterfahrschutz und hintere Schlepphaken;
  • Maßstäbe setzende Böschungswinkel beim zweitürigen Wrangler Rubicon von 36,4 Grad vorne und 30,8 Grad hinten sowie einen Rampenwinkel von 25,8 Grad – und eine Bodenfreiheit von mehr als 25 Zentimetern;
  • Bis zu 76 Zentimeter Wat-Tiefe

Modernes, authentisches Wrangler Design

Der neuen Wrangler hat eine im Vergleich zum Vorgänger dynamischer gezeichnete und nach unten leicht zulaufende Frontmaske, deren äußere Kühlluftschlitze die typischen Rundscheinwerfer teilweise integrieren – ganz nach dem Design-Vorbild des legendären Wrangler-Vorfahren CJ-5 aus den 1950er Jahren. Die Kühlermaske ist außerdem im oberen Teil für bessere Aerodynamik leicht nach hinten geneigt. Für die Sahara- und Rubicon-Modelle sind LED-Scheinwerfer verfügbar, die für ein frisches, weißes Licht sorgen. Neue Tagfahrlichter erzeugen eine charakteristische Lichtperipherie um den Hauptscheinwerfer herum. Darüber hinaus gibt es LED-Blinker auf den trapezförmigen Radhäusern. Traditionelle, quadratische Heckleuchten mit auf Wunsch verfügbarer LED-Technik zieren das Heck.

Die Windschutzscheibe ist im Interesse besserer Aerodynamik stärker nach hinten geneigt und die Vier-Schrauben-Befestigung oben an den A-Säulen erlaubt ein einfaches und schnelles Herunterklappen der Scheibe. Der obere Scheibenrahmen bleibt dabei stehen und hält den Rückspiegel auch bei geklappter Scheibe zur Verfügung. In die Scharniere der leichteren Türen aus hochfestem Aluminium ist die Größe des zum Abnehmen der Türen benötigten Torx-Einsatzes gleich eingestempelt, um dem Fahrer bei der Werkzeugwahl ein Rätselraten zu ersparen.

Neuer Innenraum für Komfort und Funktionalität

Der Innenraum des neuen Jeep Wrangler ist eine Kombination aus authentischem Styling, Vielseitigkeit, Komfort sowie Bedienerfreundlichkeit. Im Fahrgastraum findet sich durchweg präzise Handwerkskunst kombiniert mit hochwertigen Materialien. Die von der Herkunft des Wrangler inspirierte Mittelkonsole präsentiert sich aufgeräumt und skulptural und nimmt die Formensprache der horizontalen Armaturenbrett-Gestaltung auf. Je nach Modellwahl präsentiert sich der Innenraum mit einem unterschiedlichen Finish. Jedenfalls, auch wir bei unseren Testfahrten empfanden die Robustheit und Langlebigkeit der Marteralien gelungen. Hervorzuheben sind auch die entsprechend große Beschriftung der einzelnen Bedientasten, Instrumente und Hinweise, die auch bei „harten“ Geländeeinsatz noch gut ablesbar sind.

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Das Kombi-Instrument weist wahlweise ein 3,5 oder auf Wunsch sieben Zoll großes TFT-Display auf (Bildschirmdiagonale 8,9 beziehungsweise 17,8 Zentimeter). Der große Monitor ermöglicht dem Fahrer hundert verschiedene wählbare Anzeige-Konfigurationen, er zeigt unter anderem den aktuell gespielten Musiktitel an, den Reifen-Luftdruck oder eine digitale Geschwindigkeitsanzeige. Mit den Tasten des Multifunktions-Lenkrades lassen sich Audio-, Sprachbefehl- und Cruise Control-Funktionen ansteuern, um die Hände des Fahrers während der Fahrt am Lenkrad zu halten. Auch bei Geländewagen hält inzwischen Elektronik Einzug.

Seine Qualitäten im Gelände

Auch die jüngste Wrangler-Generation basiert wieder auf einer Rahmenkonstruktion. Um sowohl die Geländefähigkeit als auch die Fahreigenschaften auf der Straße zu verbessern, nutzt der neue Wrangler ein leistungsfähiges Fahrwerk mit Fünflenker-Radführung. Der Einsatz von leichten, hochfesten Aluminium-Komponenten, darunter die Kotflügel, die Motorhaube, die Türen und deren Scharniere, der Frontscheiben-Rahmen sowie die aus Magnesium gefertigte Hecktüre sorgen für Gewichtsreduzierung und Kraftstoffeffizienz. Sensible Fahrzeug-Komponenten wie Automatikgetriebe, Ölwanne, Tank und Verteilergetriebe werden auf unwegsamem Terrain durch vier massive Unterfahrschutz-Elemente vor Beschädigungen geschützt. Die Rubicon-Versionen verfügen zusätzlich über einen schweren Stahl-Schwellerschutz, um potenzielle Schäden an der Karosserie zu verhindern, falls es im schweren Gelände doch einmal knirscht.

Die hintere Fünflenker-Radführung verfügt über zwei obere sowie zwei untere Längslenker aus geschmiedetem Stahl und eine Spurstange für die seitliche Achsstabilität. Die Längslenker sind außerhalb der Rahmenträger montiert, während die hinteren Stoßdämpfer geneigt sind (oben nach innen) um eine gleichmäßige Dämpfung bei verschiedenen Beladungszuständen zu gewährleisten.

Neue Motoren für den neuen Jeep Wrangler

In Europa haben Käufer beim neuen Wrangler die Wahl zwischen zwei neuen Vierzylinder-Reihenmotoren – dem 2.2 MultiJet II Turbodiesel und dem 2.0 Turbo-Benzinmotor. Beide Motoren sind stets mit einem Achtgang-Wandlerautomatikgetriebe kombiniert, anstelle der bisherigen Automatik mit fünf Gängen ersetzt. Wir testeten den Wrangler Unlimited (4-türig) mit dem 2.2 MultiJet II Turbodieselmotor. Zu den Konstruktionsmerkmalen des neuen Turbodiesels gehören die zweite Generation der MultiJet-Technologie, vier Ventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen (DOHC) mit Riemenantrieb, ein Common Rail Einspritzsystem mit 2.000 bar Einspritzdruck und Piezo-elektrischen Einspritzdüsen sowie der Turbolader mit variabler Turbinengeometrie.

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Der neue 2.2 MultiJet-Motor leistet im Wrangler 147 kW (200 PS) bei 3.500 Umdrehungen pro Minute und liefert ein Drehmoment von bis zu 450 Newtonmetern bei nur 2.000 Umdrehungen pro Minute. Der Motor verfügt außerdem über Start-Stopp-Technologie. Ein neues, gekühltes Mehrweg-Abgasrückführungs-System mit Hoch- und Niedrigdruck-Rückführung reinigt die Emissionen des Motors. Zusätzlich kühlt ein Wasser/Luft-Wärmetauscher die Ansaugluft, womit die Emissionen weiter reduziert werden und für ein gutes Ansprechen des Motors auf Gaspedalbewegungen gesorgt wird. Die Nachbehandlung der Abgase baut auf einen SCR Katalysator zur Reduzierung der Stickoxyde auf vernachlässigbare Werte und auf einen Dieselpartikelfilter. Der neue Turbodiesel erfüllt die RDE Euro 6/D Standards.

Das achtstufige Automatikgetriebe des neuen Wrangler nutzt das Motormoment optimal – wichtig im Geländebetrieb – und sorgt für eine geschmeidiges Vorwärtskommen. Das Automatikgetriebe des neuen Wrangler agiert schnell und spontan. Hier spürt man den Fortschritt auch deutlich, an der niederen Drehzahl und beim Verbrauch.

Unsere Fahreindrücke

Für all jene Menschen, die die Robustheit dieser Autospezies immer schon geliebt haben und auch das ein oder andere Mal ins Gelände müssen, kommen um Wrangler, Defender, Landcruiser nicht umhin. Die Auswahl treibt oftmals seine Blüten, echte Outdoor Fans schwören auf ihre bevorzugte Marke. Sicher eine persönliche Entscheidung, doch der Jeep Wrangler gehört schon immer dazu.

Man fährt inzwischen auf Autobahn und normalen Landstraßen sehr solid in Anbetracht des hohen Schwerpunktes. Natürlich ist ein Wrangler auf der Autobahn nicht so leise wie eine Premium Limousine. Echte Geländefahrer lässt dies sowieso kalt. Aber vorbei sind die Zeiten, wo man auf der Autobahn zwischen 100 und 120 km/h dahinzuckelte. Heute überrascht sein Antritt selbst auf der Autobahn bei 120 km/h für ein Überholmanöver. Auch auf Landstraßen spürt man die gute Lenkung, sie bietet einen guten Kompromiss zwischen Exakt und doch auch einen gewissen Spielraum für felsiges Gelände. Im Gelände ist man mit dem Wrangler natürlich in „seinem“ Element. Zentimetergenaues Fahren dank der guten Übersicht und ein sanftes Anfahren in Verbindung mit seinem Drehmoment von 450 Nm. Anfahren am Steilhang kein Problem und auch steile Bergabfahrpassagen stellen einem vor keine allzu große Probleme. Die Bodenfreiheit ist Garant für ein sicheres Überfahren von Mulden und Kuppen. Hier merkt man die lange Erfahrung und man bekommt Lust auf eine große Tour in eine rauere Umgebung. Mit ihm kein Problem.

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Alles in Allem, hat dem „Urgestein“ Wrangler die jüngste Überarbeitung gutgetan, eine wesentlich bessere Straßenlage auf normalen Straßen, eine nochmals verbesserte Geländefähigkeit und der Einsatz von modernen Technologien haben ihn FIT für seine Zukunft gemacht. Mit einem Verbrauch gemischt (Gelände, Autobahn, Bundesstraßen) von rund 10,0 Liter auf 100 Kilometer muss gerechnet werden.

Unser Resümee:

Beste Geländekompetenz, gute Straßeneignung, flexible Karosserievariante, gute Motor-/Automatikabstimmung. Langlebiges, robustes Konzept für viele außergewöhnliche Aufgabenstellungen. Der Wrangler ist auf der Höhe der Zeit, natürlich hat dies auch inzwischen seinen Preis, die starten ab 72.790,- (4-türig).

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