Schloss Burg, oft einfach nur Burg an der Wupper genannt, ist eine der bekanntesten und größten Burganlagen in Nordrhein-Westfalen.
Sie thront oberhalb des Flusses Wupper im heutigen Solingen und gilt als bedeutendes Wahrzeichen des Bergischen Landes. Wir haben das Schloss Burg während unserer Radtour durch das Bergische Land besucht. Hier alles was wir herausgefunden und erlebt haben.

Geschichte
Die Anfänge der Anlage reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Graf Adolf II. von Berg ließ um 1130 die erste steinerne Burg errichten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Schloss Burg mehrfach erweitert und diente lange Zeit als Residenz der Grafen und Herzöge von Berg. Hier entstand die Machtbasis, die das Bergische Land prägte und ihm seinen Namen gab.
Im Spätmittelalter verlor die Burg an Bedeutung, nachdem die Herrscher ihre Residenz nach Düsseldorf verlegten. In den folgenden Jahrhunderten verfiel sie zunehmend, ehe sie im 19. Jahrhundert beinahe eine Ruine war. Zwischen 1890 und 1914 erfolgte schließlich eine umfassende Wiederaufbauphase, die Schloss Burg in der heutigen Form prägte.

Architektur
Die Burganlage ist ein beeindruckendes Beispiel für mittelalterliche Wehr- und Wohnarchitektur. Sie verfügt über mächtige Ringmauern, Türme, Tore und eine große Vorburg. Besonders markant ist der Bergfried, der einen weiten Blick über das Tal der Wupper bietet. Im Inneren der Burg finden sich repräsentative Säle wie die Kemenate und der Rittersaal, die heute für Ausstellungen, Feste und Veranstaltungen genutzt werden.


Schloss Burg heute
Heute ist Schloss Burg ein Kultur- und Ausflugsziel, das jährlich viele Besucher anzieht. Das dortige Museum widmet sich der Geschichte des Mittelalters, der Grafen von Berg sowie dem Alltagsleben vergangener Jahrhunderte. Neben Führungen und Ausstellungen finden regelmäßig Märkte, Konzerte und Ritterspiele statt, die das Mittelalter lebendig werden lassen.
Ein Highlight ist die Seilbahn, die Besucher vom Tal direkt hinauf zur Burg bringt – eine Besonderheit, die es so bei wenigen Burgen gibt. Auch die umliegenden Wanderwege durch das Bergische Land machen die Burg zu einem beliebten Ausgangspunkt für Ausflüge.
Bedeutung
Schloss Burg ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein Identifikationsort für die Region. Es verbindet Geschichte, Kultur und Freizeit und zeigt, wie lebendig ein mittelalterliches Bauwerk bis heute sein kann.
Mehr zur Geschichte und Besitzer
Schloss Burg wurde um 1130 von Graf Adolf II. von Berg errichtet und hieß damals Burg „Neuenberge“. Es diente als Stammburg der Grafen (später Herzöge) von Berg. Unter Engelbert II. von Berg (1218–1225) erfolgte eine bedeutende Erweiterung: Bau des Palas, Burgkapelle, Kemenate, Doppelmauern, Türme und Tore; Burg wurde repräsentativer. Später wechselten die Eigentumsverhältnisse über indirekte Erbfolgen – z. B. durch Heiraten (z. B. der Grafen von Limburg)
Im Verlauf: nach der Schlacht von Worringen (1288) und später mehreren Umbauten im 14. bis 16. Jahrhundert. Während des Dreißigjährigen Krieges und durch andere Zerstörungen verlor die Burg an Bedeutung; Teile wurden beschädigt. Später driftete sie in Verfall, besonders im 19. Jahrhundert.
1887 wurde der Schlossbauverein gegründet mit dem Ziel, die Burg als bergisches Nationaldenkmal zu retten und wiederherzustellen. Ab etwa 1890 bis 1914 erfolgte ein Wiederaufbau in Etappen, wie man sich damals eine mittelalterliche Burg vorstellte. Viele der Bauformen stammen aus dieser Phase.

Sanierung und Aktueller Zustand
Seit 2013 ist Schloss Burg als Denkmal von nationaler Bedeutung gelistet. Die Sanierung ist Teil eines großen Projekts, getragen von den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal sowie dem Schlossbauverein.
Zielsetzungen: Erhalt der Substanz, energetische Modernisierung, Verbesserung des touristischen Angebots, Erschließung bisher nicht zugänglicher Bereiche. Kosten der Renovierung, die fast 10 Jahre dauerte: Insgesamt wurden etwa 54,65 Millionen Euro in die Sanierung investiert.
Wiedereröffnung

Die offizielle Eröffnung nach Abschluss der Sanierungsarbeiten fand am 7. September 2025 statt. Wir hatten die Ehre einer speziellen Führung bereits am 4. September – also noch vor der regulären Eröffnung.
Es gab ein Eröffnungswochenende:
- Am 6. September einen Festakt mit geladenen Gästen.
- Am 7. September der „Entdeckertag“ – rund 3.400 Bürgerinnen und Bürger konnten an diesem Tag das Innere der Burg besuchen.
- Ab 10. September 2025 gelten reguläre Öffnungszeiten ohne die vorher notwendigen Einschränkungen (z. B. Bauzäune).
- Die neue Dauerausstellung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll einsatzbereit, geplant für November 2025.

Eine Übersicht über das komplette Veranstaltungsprogramm bietet der Terminkalender von Schloss Burg:
Ritterspiele der „Georgs Ritter“
- Es gibt regelmäßige Vorführungen der Georgs Ritter zu bestimmten Feiertagen wie Christi Himmelfahrt und Pfingsten.
- Beispiel: Stück „Die Hexe und der Pferdedieb“. Aufführungen an mehreren Tagen, meist drei Shows pro Tag.
Theaterstücke / Abendvorstellungen
- Die Georgs Ritter bieten auch Abendaufführungen, z. B. das Stück „Engelbert – 1225” rund um Engelbert II. von Berg.
- Diese Abendvorstellungen finden nicht tagsüber statt, sondern zu festgelegten Terminen, oft abends und in historischer Umgebung.
Familienprogramme / Schatzsuche
- Es wird eine neue Familien-Schatzsuche angeboten: „Der Schatz des Drachen“. Kinder und Familien können sich auf Zeitreise durch die Sagen- und Märchenwelt rund um Schloss Burg begeben.
- Führungen speziell für Kinder, Erlebnisführungen, thematische Führungen etc.
Mittelalterfeste und Burgbelebung
- Mittelalterfest: Gaukler, Spielleute, Tavernen, mittelalterliche Spiele, Stände, Handwerk etc. Positioniert als Mitmach-Event für Jung & Alt.
- „Burgbelebung“ durch die Wahre Bergische Ritterschaft – bislang pausiert aufgrund der Sanierung, aber geplant und etabliert als regelmäßiges Angebot.
https://www.schlossburg.de/termine-tickets/terminkalender

Zusammenfassung
Schloss Burg empfängt Besucher wie ein Tor ins Mittelalter, wo mächtige Mauern, weite Ausblicke und lebendige Ritteratmosphäre Geschichte zum Anfassen machen. Auch wir waren von der professionellen Sanierung und den neuen, interaktiven Ausstellungsangeboten beeindruckt. Ist einen Besuch wert.
Tipp: Mit wunderbaren Rundblick kann man rund um Schloss Burg, Kaffee oder eine kleine Erfrischung zu sich nehmen, in bester Atmosphäre.


Sehr interessant geschrieben und dargestellt.
Schaut nach einer gelungenen Restaurierung aus.
Ist nicht gleich ums Eck, aber wenn es mich in die region verschlägt, ist das auf meinem programm.