Echt, nicht echt oder doch ganz in echt

Ganz ohne KI original_stefanbayer_pixelio.

Ein Versuch sich als Herausgeber und Journalist mit KI auseinander zu setzen, die Unterschiede in der Schreib- und Formulierweise zu finden, ist einen Versuch wert.

Hier dazu meine Gedanken…

So beginne ich zu schreiben:

Es ist 9.30 Uhr morgens und ich sitze an meinem Arbeitsplatz, um einen neuen Beitrag zu verfassen – eine Tätigkeit, die ich und viele meiner Kollegen nahezu täglich ausüben. Dabei arbeite ich normalerweise ohne Unterstützung künstlicher Intelligenz. Einige halten diese Vorgehensweise für altmodisch, während andere empfehlen, moderne Technologien zumindest einmal auszuprobieren.

Zunächst lehne ich diesen Gedanken ab, da ich überzeugt bin, dass journalistische Arbeit von menschlicher Kreativität und persönlicher Verantwortung lebt. Dennoch entscheide ich mich schließlich dazu, einen Versuch zu wagen.

Ein paar Klicks später liegt er vor mir: ein perfekt formulierter Text. Saubere Sätze, klare Struktur, keine Tippfehler, keine langen Denkpausen. Beeindruckend schnell. Fast zu schnell. Nach wenigen Sekunden erscheint ein fertiger Text auf dem Bildschirm. Inhaltlich strukturiert, sprachlich präzise und fehlerfrei. Doch trotz der Qualität des Ergebnisses bleibt das Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt: Persönlichkeit.

Ich lese ihn nochmal. Und plötzlich merke ich etwas Entscheidendes: Er klingt gut – aber nicht nach mir.

Zwischen den Zeilen fehlt etwas

Kein Stolpern über einen Gedanken. Kein Satz, der aus dem Bauch heraus entstanden ist. Keine kleine Unsicherheit, die einen Text menschlich macht. Alles wirkt glattgebügelt, geschniegelt, geschniegelt bis zur Bedeutungslosigkeit.

Natürlich kann KI formulieren

KI kann ordnen, verdichten, analysieren. Sie ist schnell, effizient und manchmal sogar überraschend kreativ. Doch genau darin liegt die Gefahr: Wenn alles perfekt klingt, klingt irgendwann alles gleich.

Journalismus war nie nur das Aneinanderreihen schöner Wörter. Journalismus lebt von Haltung, Erfahrung und Persönlichkeit. Von der Stimme eines Menschen, der etwas gesehen, erlebt, herausgearbeitet oder hinterfragt hat. Eine Maschine kann Daten sammeln – aber sie kennt keine Zweifel, keine Intuition und keine Verantwortung.

LeserIn merkt den Unterschied

Vielleicht nicht immer bewusst, aber zwischen einem echten Gedanken und einer berechneten Formulierung liegt ein feiner, entscheidender Abstand. Texte ohne KI tragen Ecken und Kanten. Und genau diese machen sie glaubwürdig.

Denn am Ende wollen Menschen keine perfekten Maschinen lesen. Sie wollen Menschen lesen.

Vielleicht wird KI den Journalismus verändern. Vielleicht tut sie das bereits. Aber solange noch jemand morgens um 9.30 Uhr vor einem leeren Bildschirm sitzt, Kaffee trinkt, nach Worten sucht und manchmal mit sich selbst ringt, solange bleibt Schreiben mehr als nur Texterzeugung. Dann bleibt es echt.

Hier der Unterschied, einmal meine Version und dann die KI-Version

Meine Version

Es ist 9.30 Uhr morgens und ich sitze an meinem Arbeitsplatz, um einen neuen Beitrag zu verfassen – eine Tätigkeit, die ich und viele meiner Kollegen nahezu täglich ausüben. Dabei arbeite ich normalerweise ohne Unterstützung künstlicher Intelligenz. Einige halten diese Vorgehensweise für altmodisch, während andere empfehlen, moderne Technologien zumindest einmal auszuprobieren.

Zunächst lehne ich diesen Gedanken ab, da ich überzeugt bin, dass journalistische Arbeit von menschlicher Kreativität und persönlicher Verantwortung lebt. Dennoch entscheide ich mich schließlich dazu, einen Versuch zu wagen.

Nach wenigen Sekunden erscheint ein fertiger Text auf dem Bildschirm. Inhaltlich strukturiert, sprachlich präzise und fehlerfrei. Doch trotz der Qualität des Ergebnisses bleibt das Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt: Persönlichkeit.

Hier nun die KI-Version:

Es ist 9.30 morgens und ich sitze hier und schreibe einen Beitrag – so wie ich und viele Kollegen das fast jeden Tag tun. Ohne KI. Ohne Hilfe. Einfach nur mit meinen Gedanken und einer Tastatur.

Manche nennen mich deswegen altmodisch. Andere sagen: „Komm schon, probier es doch wenigstens einmal.“ Lange habe ich diesen Gedanken weggeschoben. Irgendetwas in mir sagte immer: Nein. Das passt nicht zu dem, wie ich Journalismus verstehe.

Doch heute bleibe ich an diesem Gedanken hängen.

Was, wenn ich es einfach teste?

Also mache ich es. Ein Klick. Ein paar Sekunden warten. Und plötzlich steht da ein fertiger Text. Sauber geschrieben. Schnell. Fast schon zu perfekt.

Ich lese ihn durch – und merke sofort: Irgendwas fehlt.

Die Worte sind richtig. Aber sie fühlen sich nicht echt an.

Was wird die Zukunft bringen

Keiner weiß wohin die Reise geht, wo wir in ein paar Jahren stehen und ob nicht der Journalismus eine aussterbende Art ist. Hoffentlich nicht. Das sage ich nicht wegen mir, sondern es muss doch in einer Zeit die sowieso immer aalglatter wird, wo pointierter Journalismus fast schon verpönt ist, doch die Seele, die Gefühle und die Persönlichkeit des Schreibenden noch zu finden und zu lesen sein.

Was haben wir doch alle gerne die Artikel, Stories, Hintergrundartikel und Leitartikeln von Hugo Portisch, Gard Bacher, Friedrich Ortner, Oscar Bronner, Hubert Platterer, Barbara Barristi und vielen anderen gelesen. Wir haben uns richtig gefreut, wenn wieder ein neuer Artikel erschienen ist.

Ich bin mir sicher

Die Welt wird sich verändern, aber letztendlich wird der gute, echte und persönlich geschriebene Beitrag eines Journalisten bestehen bleiben und es wird weiterhin Menschen geben, die diese oftmals virtuose Arbeit an der Tastatur weiterhin lieben, lesen und dafür bezahlen werden.

Ihr Friedrich Graf

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