Hyundai Kona Elektro – Wie weit kommt man mit ihm?

Voll Praxistauglich ohne Einschränkung

Er ist der erste reine Elektro-SUV im B-Segment mit dem man eine maximale Reichweite von 449 Kilometern laut Hersteller erreicht.

Hyundai gibt ordentlich Gas – Verzeihung, wir meinen natürlich Elektro oder Wasserstoff. Aber wie sagt man „Gas geben“ bei Elektro- oder Wasserstoffautos? Hyundai ist einer der wenigen Hersteller die inzwischen über eine komplette Modellpalette von Benzin- und Dieselmotoren, über Hybrid, Wasserstoff/Elektro bis zum reinen Elektroauto wie den Hyundai Kona Elektro, verfügt. Wir haben uns den Kona Elektro näher angesehen und sein Praxistauglichkeit getestet.

Was er ist und kann?

Der Kona ist die klimaschonende Version des Lifstyle-SUV (Es gibt in auch als Diesel und Benziner) und er kombiniert zwei wichtige Trend, einerseits ein kompaktes Auto im SUV-Format zu sein und andererseits dabei nur mit einem emissionsfreien Elektroantrieb zu fahren. Das Hyundai dies sehr gut beherrscht, zeigte man schon mit dem IONIQ Elektro. Aber Hyundai hat den Kona verbessert und ihm in der 150-kW-Version stattliche 64 Kilowattstunden spendiert. Der Stromspeicher des Hyundai Kona Elektro ist eine Lithium-Polymer-Hochleistungsbatterie, für die Hyundai eine erweiterte Garantie über 8 Jahre/200.000 km gewährt.

Damit wartet der Kona mit überzeugenden Leistungswerten auf: 150 kW (204 PS) und auch sein Drehmoment von 395 Newtonmeter garantiert für ein agiles und dynamisches Vorwärtskommen. Er beschleunigt in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, Höchstgeschwindigkeit 167 km/h und gehört damit zu den schnellsten SUV. Unterbrechungsfreie Beschleunigung gehören ebenso dazu, leider haben bei regennasser Fahrbahn und erst recht im Winter bei Vollbeschleunigung die angetriebenen Vorderräder ihre liebe Mühe die Kraft auf den Boden zu bringen. Aber mal ehrlich, man beschleunigt ja auch nicht immer mit Vollgas oder Vollelektro wie es vermutlich korrekt heißen muss.

Hier gehts zum Testbericht des Kona Benziner.

Wie steht es um seine Langstreckenqualitäten?

Neben seinen fast sportlichen Fahrleistungen besitzt er sehr gute Langstreckenqualitäten, wie wir uns bei einer Fahrt von Wien zum Achensee in Tirol überzeugen konnten. Seine Batteriekapazität beträgt stattliche 64 Kilowattstunden, die in Kombination mit dem effizienten Elektroantrieb für eine Reichweite von 449 Kilometern nach der Norm WLTP möglich machen. Natürlich – wie bei jedem Elektroauto – hängt die Reichweite mit der Fahrgeschwindigkeit und den benutzten Verbrauchern ab. Aber eines vorweg, auch wir kamen 356 Kilometer in einem Stück weit und sogar noch etwas Reserve. Damit liegt er hinsichtlich Reichweite gleich auf mit dem zweimal so teureren Tesla.

Nach guter alter Regel „Elektroauto tankt man immer auf, wenn man stehen bleibt und nie erst wenn der Akku fast leer ist“, haben wir auf unserer Tour von Wien zum Achensee das erste Mal am Mondsee bei der Raststätte halt gemacht und uns ein vorgezogenes Mittagessen gegönnt um unseren Kona wieder aufzuladen. Nach gut einer Stunde war der Kona wieder zu 90% voll. Natürlich könnten echte Benzinbrüder einwenden – am Mondsee habe ich noch nie von Wien kommend schon eine Pause von einer Stunde gemacht. Aber darum geht es auch nicht bei einem Elektroauto, es geht um die Umwelt.

Nun kam für uns der vermeintlich schwierigere Teil unserer Reise das deutsche Eck. Die Kollegin fragte noch dazu: „Können wir mit unserer SMATRICS-Karte auch in Deutschland zur Not aufladen?“ Wir hatten keine Ahnung, jedoch als wir rein zufällig später am Achensee beim Besuch des historischen Sixenhof in Achenkirch vom Museumsleiter – der begeistert erzählte, er fahre schon seit 2 1/2 Jahren ein IONIQ Elektro, erfuhren dass Elektroauto-Fahrer und Fahrerinnen bis zu 10 Karten zum Nachladen haben. Er hatte 5 Karten, zwei für den Süddeutschen Raum, eine für den Achensee (Tiroler Wasserkraft), zwei Karten für den italienischen Norden und natürlich seine SMATRICS Karte. Wieder etwas gelernt.

Jedenfalls hatten wir keine Probleme unsere nächste Station in Wörgl anzupeilen. In Deutschland fuhren wir sogar teilweise um die 140 km/h, aber da meldet sich die Farbgebung am Tacho und springt auf Rot und signalisiert, so kommen wir nicht sehr weit. Überwiegend haben wir uns um die 120 km/h bewegt und die Geschichte, dass einem mit einem Elektroauto die LKWs ins Heck fahren, weil man so langsam ist, stimmt rein gar nicht.

Viele Tankkarten sind ein Vorteil

Schade eigentlich nur, dass die Ladestationen nicht auf der Autobahn direkt ist, am Beispiel Wörgl ist die Ladestation beim McDonalds am Stadtrand von Wörgl. Unser Benzinbruder nörgelte das wir schon wieder eine Pause machen und noch dazu beim McDonalds. Aber als der Weihnachtsmann im McDonalds uns Geschenke überreichte und wir einen guten Kaffee tranken, war er wieder versöhnt. Unsere Pause dauerte 50 Minuten, dabei wären wir laut Anzeige der Restreichweite noch locker bis zum Achensee gekommen. Aber laut SMATRICS gibt es dort keine Ladestation, daher gingen wir auf Nummer sicher. Ja hätten wir nur mehrere Tankkarten, denn direkt beim neuen Super Sport-Welnessbad dem ATOLL am Achensee stehen Ladesäulen von der Tiroler Wasserkraft, wo man auch mit der Bankomatkarte bezahlen kann. Ja man muss sich einerseits umstellen, die Routen, die Fahrzeiten und Ladestellen genauer planen, dann kommt man gut zurecht mit dem Kona Elektro. Eines muss gesagt werden, er ist voll praxistauglich und man muss keine Einschränkungen machen, außer mehr Tankpausen und etwas langsamer fahren. Das ist der Preis für unsere Umwelt.

Seine Ausstattung ist komplett

Gegenüber dem Kona Benzin oder Diesel ist der Kona Elektro innen wesentlich moderner, verschönert mit viel Aluminium. Auch gibt es keinen Schalthebel für die Automatik mehr, es sind Tasten (Shift by Wire) wie R (Retour), N (Neutral), P (Parken) und D (Drive). Anfangs etwas ungewöhnlich, doch dann funktioniert es ganz gut und einfach. Innen sitzt man dank seiner Breite von 1,80 m komfortabel und vier Personen finden ausreichend Platz. Ganz SUV hat der Kona kurze Überhänge vorne und hinten und hat trotzdem einen Radstand von 2,60 Metern.

Die Schnittstelle zum Fahrer startet in die Zukunft

Bewährtes mit Neuem verbinden, diese Eigenschaft trifft auch innen zu. Im Innenraum, dominiert edles Schwarz oder Grau, seine belüfteten und beheizten Ledersitze sind sehr bequem. Die Armaturen spielen in verschiedenen Farben, je nach Leistungszustand, das farbige Head up Display ist justierbar und gut ablesbar.

Eine Besonderheit sind die am Lenkrad befindlichen Paddels, die in mehreren Stufen (links mehr, rechts weniger) die Bremswirkung steuern. Tatsächlich in der Stadt links mehr eingestellt, rollt man zur Kreuzung fast ohne zu bremsen und ladet dabei wieder etwas auf. Überland rechts gewählt, rollt man auf Autobahnen ebenso ohne zu bremsen und ladet dabei etwas weniger auf. Aber auch dabei ladet man wieder auf und am Display kann man dies auch ablesen, wie viele Kilometer man sich wieder zurückgeholt hat. Besonders hervorzuheben muss man das kabellose Aufladen des Smartphones über die integrierte Smartphone-Ablage. Kein Kabelsalat mehr und kein Problem mit vergessenen Ladekabel.

Das mittig angeordnete Navigations-Display kann viel. Neben dem eigentlichen Navigieren zeigt das System den aktuellen Stromverbrauch, rechnet permanent ob man das gewählte Ziel erreicht und wo die nächste Stromtankstelle sich befindet. Zugegeben man muss sich damit schon etwas beschäftigen um all die Möglichkeit auch richtig einzusetzen.

Natürlich verfügt der Kona über alle wesentlichen Assistenzsysteme wie Abstandsregelung, Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent, Autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Toter-Winkel Erkennung .

Unsere Meinung:

Ein Auto für alle Menschen, die etwas mehr für die Umwelt tun wollen und wie in unserem Fall mit dem aktuellen Kona Elektro keinerlei Einschränkungen machen wollen. Er ist ein SUV, etwas höher mit all seinen Vorteilen und voll praxistauglich. Gut gemacht Hyundai.

Fotos: ©Hyundai

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