Wo verbringen Österreicher heuer ihren Sommerurlaub

Urlauber sind verunsichert

Urlaubspläne 2020 Foto: RainerSturm_pixelio.de

Neueste Studie – Trotz Grenzöffnung: Urlaub im Ausland fällt für viele aus.

Urlaubsplanung: 60 Prozent bleiben in Österreich – nur 28 Prozent wollen ins Ausland – Corona-Schock reduziert Budgets – Jugend und Familien entdecken die Liebe zur Heimat neu, Das wird natürlich die Tourismusverantwortlichen aus den Nachbarstaaten nicht freuen, doch heuer ist es Realität. Damit müssen wir alle leben.

Trotz der mittlerweile erfolgten Grenzöffnung zu den Nachbarländern planen 60 Prozent jener Österreicher, die einen Urlaub vorhaben, ihren Sommerurlaub heuer in der Heimat zu verbringen. Lediglich 28 Prozent wollen ins Ausland fahren, obwohl für fast doppelt so viele der Urlaub in einem anderen Land – meist am Meer – das Ideal darstellt. Das ist das Ergebnis der jüngsten Gallup Umfrage zu den Urlaubsplänen der Österreicher, die zwischen 10. und 15. Juni 2020 durchgeführt wurde.

„Die Grenzöffnung hat an den Mitte Mai geäußerten Urlaubspräferenzen der Österreicher so gut wie nichts verändert. Sechs von zehn Personen, die einen Urlaub planen, wollen diesen im eigenen Land verbringen. Die Hotellerie und Gastronomie können aber auch mit zusätzlichen Gästen rechnen, die aus praktischen Überlegungen heuer ausnahmsweise nicht im Ausland Urlaub machen wollen. Die Vorteile Österreichs, insbesondere leichte Erreichbarkeit, geringes gesundheitliches Risiko und begrenzte Anreisekosten, überwiegen bei vielen den Wunsch, im Urlaub im Meer zu baden oder ferne Länder zu erkunden. Jugend und Familien entdecken die Schönheiten des eigenen Landes neu. Überraschend viele jüngere Menschen wollen Österreich auch einfach besser kennenlernen. Die rückläufige Angst vor einer Ansteckung lässt auch das Interesse an Wellness – und Städteurlauben wieder steigen“ sagt Gallup – Geschäftsführerin Dr. Mag. Andrea Fronaschütz.

Welche Rolle spielt der Coronavirus für jene, die heuer auf den Auslandsurlaub verzichten?

Fronaschütz: „Angst vor einer Infektion spielt eine untergeordnete Rolle, denn die ist in den vergangenen Wochen kontinuierlich zurückgegangen. Man befürchtet eher, im Fall einer neuerlichen Grenzsperre zum Beispiel von einer griechischen Insel oder einem italienischen Badeort womöglich nicht zurückkehren zu können.“

Wenn Ausland, dann führt Kroatien vor Italien

Wer heuer trotz allem jenseits der österreichischen Grenzen Urlaub macht, bleibt in der Nachbarschaft: Ein Drittel dieser „Nachbarschafts-Urlauber“ fährt nach Kroatien (32 Prozent). Nummer zwei der Ziele ist Italien (15 Prozent), gefolgt von Griechenland (8 Prozent), den Nachbarländern Ungarn, Tschechien oder Slowakei (7 Prozent), Deutschland (7 Prozent) sowie Spanien und den Kanarischen Inseln (7 Prozent) und der Türkei (4 Prozent). Unter „ferner liefen “ rangieren mit je zwei Prozent Zypern, Großbritannien/Schottland, Frankreich und Zypern.

Was die verfügbaren Mittel betrifft, hinterlässt der Corona- Schock tiefe Spuren in den Budgets der erwerbstätigen Generation und der Familien. Fronaschütz: „Der Hauptgrund, heuer ganz auf den Urlaub zu verzichten, ist ein finanzieller, ausgelöst von Kurzarbeit und Kündigungen.“ Bei den Senior*innen, die naturgemäß mit keinen Pensionskürzungen zu kämpfen haben, grassiert die Angst, während bei den Jüngeren noch 32% meinen, sie hätten Angst und bleiben lieber daher, sind dies bei Senior*innen 45% die daheim bleiben wollen. Insgesamt schwierige Zeiten für Hotels, Reiseveranstalter und Touristiker, die einen langen Atem brauchen um dies durchzustehen Wenn Österreicher heuer in den Uralub ins Ausland fahren, dann liegt Kroatien 32%, Italien 15% und Griechenland mit 8% schon abgeschlagen. Sehen Sie hier die Grafik.

Neben diesen Ergebnissen umfasst die Umfrage unter anderem Kriterien für die Auswahl des Urlaubsortes, die Dauer des Urlaubes und die daran geknüpften Erwartungen. Hier zeigt sich ein deutlicher Trend zu Kurzurlauben (1-3 Tage), dies hängt natürlich auch mit finanziellen Sorgen zusammen. Nur 25% wollen 2 Wochen Urlaub machen, 7% nur mehr über 3 Wochen.

Die nächsten Wochen werden Klarheit bringen, kommt eine 2. Welle, dann verunsichert das die Menschen noch mehr. Geht alles gut und die ersten Urlauber berichten von problemlosen Reisen, dann wird sich das Urlaubsverhalten und die Bereitschaft doch ins Ausland zu fahren vergrößern. Ein Hoffnungsschimmer für Touristiker.

* Bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Österreichischen Gallup Instituts (Methode: Computer Assisted Web Interviewing im Gallup Onlinepanel, rep. für die webaktive Bevölkerung 16+, durchgeführt vom 10. bis 15. Juni 2020, 1.000 Befragte)

3 Kommentare

  1. Wir werden voraussichtlich auch erstmal in Österreich bleiben. Es gibt genug wunderschöne Orte hier zu entdecken.

  2. Erst einmal die schönsten Ecken in der Heimat erkunden und danach kann man sich wieder umso mehr auf die nächste Urlaubsplanung ins Ausland freuen!

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