Situation für Tourismusbranche in Deutschland alarmierend

Alarmierende Zahlen auch in Deutschland

Dänische Zurückhaltung: Von außen wirkt das Gutshaus Ludorf eher schlicht. Prächtig hingegen ist nicht nur seine Lage in einem Landschaftspark am Ufer der Müritz, sondern auch sein Inneres. Barocke Malereien verzieren die Decken des Renaissance-Gebäudes. ©MVP

Das Ergebnis der TMV Studie: Rund jeder zweite Freizeitanbieter ist laut Umfrage in seiner Existenz gefährdet beziehungsweise akut gefährdet.

Auch in Deutschland hat die Corona-Pandemie und der Lockdown seine Spuren hinterlassen. Nach dem Ausbleiben einer Perspektive für die Tourismusbranche im Zuge der Verlängerung des Lockdowns bis zum 22. Mai, ist die Situation in der Tourismusbranche im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern alarmierend.

Das macht eine aktuelle Umfrage des Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern deutlich, an der sich rund 550 Unternehmen, davon mehr als 400 Beherbergungsbetriebe und 150 Freizeitanbieter, beteiligt haben.

©TMV

Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes erklärte dazu: „Die Lage spitzt sich weiter zu. Wir müssen alles tun, um eine Sommersaison zu ermöglichen und bald Klarheit darüber zu erreichen. Sonst geht an vielen Stellen das Licht aus. Er hoffe in dem Zusammenhang auf die Wirkung des aktuellen Lockdowns, um touristische Öffnungen in Mecklenburg-Vorpommern spätestens im Juni zu erreichen. Ein neuerlicher Öffnungsansatz unter größtmöglicher Absicherung würde derzeit in der Branche vorbereitet werden.“

Wirtschaftliche Lage angespannt wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie

Laut Umfrage ist die wirtschaftliche Lage der Unternehmen alarmierend und markiert einen neuen Negativrekord seit Beginn der Corona-Krise: Sowohl jedes zweite Beherbergungsunternehmen als auch jeder zweite Freizeitanbieter ist laut Umfrage in seiner Existenz gefährdet beziehungsweise akut gefährdet (vgl. März 43 Prozent/Beherberger; vgl. Februar 35 Prozent/Freizeitanbieter).

Auf die Frage, wie lange die Befragten ihr Unternehmen noch durch die Krise führen können, erwägen 18 Prozent der Beherberger und 17 Prozent der Freizeitanbieter bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Geschäftsaufgabe, sofern nicht weitere Hilfen greifen. 40 Prozent der Beherbergungsbetriebe können nach eigenen Angaben ihr Geschäft bis Ende Juni aufrechterhalten; bei den Freizeitanbietern ist es rund jeder dritte. Der Anteil der Unternehmen, die staatliche Hilfe benötigen, ist bei den Beherbergern im Vergleich zum März noch einmal leicht gestiegen und liegt bei 60 Prozent (vgl. März: 58 Prozent). Etwas deutlicher ist der Anstieg bei den Freizeitanbietern – von 51 Prozent im Februar dieses Jahres auf jetzt 66 Prozent im April. Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer im Beherbergungsbereich (56 Prozent) und mehr als jeder dritte Arbeitnehmer im Freizeitbereich (38 Prozent) befindet sich in Kurzarbeit.

Wie sollte eine Wiedereröffnung sein: So bewerten die Befragten mögliche Strategien

Die Umfrage nimmt auch die Bewertungen unterschiedlicher Öffnungsstrategien in den Blick und zeichnet ein gemischtes Bild: So sprechen sich 32 Prozent der Beherberger für eine stufenweise Öffnung aus, ebenso viele (33 Prozent) für eine Öffnung ohne jegliche Restriktionen. Zehn Prozent halten so genannte Modellregionen wie etwa in Schleswig-Holstein für sinnvoll. Drei Viertel der Befragten halten die Inzidenz als alleinige Maßgabe für eine mögliche Wiedereröffnung nicht für sinnvoll. Knapp 60 Prozent der Beherberger und 40 Prozent der Freizeitanbieter erachten eine Testpflicht als Voraussetzung für die Nutzung touristischer Angebote für sinnvoll; rund ein Drittel der Unternehmer gibt darüber hinaus an, über Kapazitäten für die Durchführung von Corona-Tests bei Mitarbeitern und Gästen zu verfügen.

Die pure Idylle: Mit dem Hausboot über kristallklare Seen und durch eine Naturkulisse, an der man sich gar nicht sattsehen kann. Für viele Freizeitkapitäne ein Traum. In der Mecklenburgischen Seenplatte kann dieser wahr werden. ©MVP

Ein Blick in die Welt: So sieht es für internationale Reiseziele aus

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus, zeigt, dass sich in anderen touristischen Reisegebieten zunehmend Klarheit für die kommende Saison einstellt und sich Veranstalter mit entsprechenden Angeboten darauf einstellen: So kündigte etwa die TUI kürzlich an, dass die Urlaubsorte am Mittelmeer startklar für den Sommer 2021 seien und sie ihre Offerten ab 1. Mai daraufhin ausrichte. Nach Mallorca, die Insel steht Gästen seit Ostern offen, würden jetzt auch bei Deutschen beliebte Ziele wie Ibiza, Formentera, die griechischen Inseln wie Kos, Kreta und Korfu sowie Portugal öffnen. Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer gäbe es laut Konzern in vielen Hotels. Darüber hinaus meldete der Münchner Veranstalter Hauser Exkursionen, dass er als einer der ersten Veranstalter die Kategorie für „Geimpfte und Genesene“ einführen will, der Aktivreisen-Veranstalter „Wikinger Reisen“ betreut derzeit bereits schon Gruppen auf Mallorca und Menorca.

„Der Öffnungsdruck steigt und wir müssen aufpassen, dass wir nicht ins Hintertreffen geraten, weil die Deutschen dorthin reisen, wo es schon Klarheit gibt. Urlaubstage sind begrenzt und die Nöte der Betriebe im Land groß“, meinte Tobias Woitendorf abschließend.

Sehen Sie hier alle Details der Studie: https://urlaubsnachrichten.de/fileadmin/Media_Urlaubsnachrichten/Short_News/04_2021_Branchenumfrage_Freizeiteinrichtungen_Gesamtauswertung_v1.pdf

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