Wolf und Bär galten in Österreich lange als nahezu verschwunden. Heute kehren beide Großraubtiere zurück – und mit ihnen eine kontroverse Debatte.
Während Naturschützer darin einen Erfolg des Artenschutzes sehen, klagen Landwirte und Almhalter über gerissene Nutztiere. Die Frage ist deshalb berechtigt: War die Rückkehr tatsächlich notwendig, und wurde beim Schutz dieser Tiere zu weit gegangen?
Beim Bären ist die Antwort auf die Frage nach dem „Aussetzen“ eindeutig: Ja, es gab eine gezielte Wiederansiedlung. Der WWF Österreich startete 1989 ein entsprechendes Projekt und ließ bis 1993 insgesamt drei Bären aus Slowenien und Kroatien in den nördlichen Kalkalpen frei. Das Bundesministerium bezeichnete die Initiative als Teil eines Bärenschutzprogramms. Hintergrund war, dass der Braunbär in Österreich durch intensive Bejagung und den Verlust von Lebensraum ausgerottet worden war.
Besonders kritisch muss dabei die Rolle von Naturschutzorganisationen wie dem WWF betrachtet werden. Beim Braunbären ist die Sache eindeutig: Der WWF Österreich war maßgeblich an der Wiederansiedlung beteiligt. Ab 1989 wurden Bären aus dem Ausland in Österreich freigelassen. Die Absicht war, eine Bärenpopulation wieder aufzubauen. Doch ein solches Projekt wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wer trägt eigentlich die Verantwortung, wenn aus einem Naturschutzprojekt später ein Problem – auch für den Menschen entsteht?
Es reicht nicht, ein Wildtier zurückzubringen und anschließend zu erklären, die Gesellschaft müsse eben lernen, damit zu leben.
Beim Wolf liegt die Situation anders
Die Behauptung, Wölfe seien in Österreich ausgesetzt worden, ist so nicht richtig. Wölfe wandern selbstständig aus benachbarten Populationen ein. Das Österreichzentrum nennt unter anderem die alpine, die dinarisch-balkanische, die Karpaten- und die mitteleuropäische Tieflandpopulation als Herkunftsgebiete. Der Wolf wurde also nicht von einer Organisation in österreichische Wälder gesetzt.

Dennoch gibt es reale Probleme. 2025 wurden in Österreich durch Wölfe 454 Schafe und Ziegen, 26 Rinder sowie weitere Nutztiere getötet; zusätzlich wurden 654 Schafe und Ziegen als vermisst beziehungsweise abgängig registriert. Insgesamt wurden 1.181 Nutztiere getötet, verletzt oder im Zusammenhang mit Rissereignissen vermisst.
Auch Bären können Schäden verursachen
2025 wurden unter anderem 29 Schafe oder Ziegen, drei Rinder, vier Pferde oder Esel und mehrere Bienenstöcke als durch Bären geschädigt erfasst. Begegnungen mit Menschen sind dagegen ausgesprochen selten. Der WWF weist darauf hin, dass es in den vergangenen 20 Jahren in den Alpen acht Bärenangriffe gab. In Österreich kam es während der damaligen Bärenpopulation zu keinem gefährlichen Angriff mit Verletzten.
Tödliche Begegnungen gibt es allerdings in Europa
Besonders tragisch war 2023 der Tod des 26-jährigen Andrea Papi in Italien, der von einem Bären angegriffen wurde. Solche Fälle dürfen nicht verharmlost werden. Gleichzeitig wäre es falsch, daraus abzuleiten, dass jeder Bär oder Wolf eine unmittelbare Gefahr für Menschen darstellt.
Hier darf man kritisch nachfragen: Wie viel Verantwortung übernimmt der WWF tatsächlich für die Menschen, die mit den Folgen leben müssen?
Der WWF argumentiert, Herdenschutz könne viele Schäden verhindern. Das ist grundsätzlich sinnvoll. Der WWF fordert unter anderem mehr Hirten, Zäune und Herdenschutzhunde sowie eine bessere finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft. Woher das Geld kommen soll ist fraglich, da die Regierung nicht mal Geld für die Dürreschäden im Budget aufbringen kann. Doch Herdenschutz ist nicht überall gleich einfach. Auf einer ebenen Weide kann ein Elektrozaun funktionieren. Auf einer weitläufigen österreichischen Alm mit steilem Gelände, wechselndem Wetter und vielen hundert Tieren ist die Realität eine völlig andere.
Und genau hier darf Naturschutz nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden. Wenn eine Organisation für möglichst große Wolfspopulationen eintritt, muss sie sich auch der unbequemen Frage stellen: Wer bezahlt die Rechnung? Wer ersetzt den Wert eines gerissenen Tieres? Wer bezahlt Zäune, Hunde und zusätzliches Personal? Wer trägt die Verantwortung, wenn Herdenschutz trotz aller Bemühungen versagt?
Noch problematischer wird es, wenn einzelne Wölfe wiederholt Nutztiere reißen oder ihr Verhalten gegenüber Menschen auffällig wird. Dann darf der Schutzstatus nicht zu einem Selbstzweck werden. Der WWF argumentiert, dass Abschüsse einzelner Tiere häufig keine ausreichende Lösung seien und fordert stattdessen ein umfassendes Management. Das ist eine legitime Position. Aber ebenso legitim ist die Gegenfrage: Was geschieht mit einem Problemwolf, wenn alle anderen Maßnahmen versagen?
Hier braucht es klare Regeln statt grüner Ideologie
Interessant ist zudem, dass der WWF selbst ein funktionierendes Wolfsmanagement fordert. Gleichzeitig geht die Organisation regelmäßig juristisch und politisch gegen Maßnahmen der Bundesländer vor, wenn sie diese für unverhältnismäßig oder rechtswidrig hält. 2026 kritisierte der WWF beispielsweise die Wolfsregelungen in Salzburg und Vorarlberg scharf und wandte sich auch gegen die Abschusspolitik in Tirol.
Kritik daran bedeutet nicht, den WWF zum „Bösen“ zu erklären. Aber eine demokratische Gesellschaft muss auch große Umweltorganisationen kritisch hinterfragen dürfen. Sie beeinflussen politische Entscheidungen, öffentliche Meinungen und die Gestaltung des Naturschutzes. Deshalb sollte von ihnen dasselbe verlangt werden wie von Politik und Wirtschaft: Transparenz, Verantwortung und eine ehrliche Kosten-Nutzen-Abwägung.
Der Schutz von Wolf und Bär ist deshalb nicht grundsätzlich übertrieben. Übertrieben wäre vielmehr die Vorstellung, Naturschutz könne ohne Rücksicht auf die Lebensrealität der Menschen funktionieren. Wer Großraubtiere zurückbringt oder ihre Rückkehr begrüßt, muss auch Verantwortung übernehmen: für Herdenschutz, Entschädigungen, Aufklärung, Monitoring und letztlich für klare Regeln, wann ein Tier zum Problem wird.
Naturschutz darf nicht bedeuten, Risiken zu ignorieren. Umgekehrt darf die Angst vor einzelnen Tieren aber auch nicht zum Vorwand werden, eine gesamte Tierart wieder aus unserer Landschaft zu verdrängen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht „Wolf und Bär – ja oder nein?“, sondern: Wie viel Wildnis wollen wir – und sind wir bereit, die damit verbundenen Konflikte ehrlich und verantwortungsvoll zu bewältigen,
meint ihre Spitzfeder.

Schon wieder sind zwei Jäger fast von einem Bären angefallen worden.
Das wird schön langsam zu viel.
Man traut sich ja nicht mehr in den Wald.
Und wo sind die Befürworter wie der WWF????
Reine Nonsenspolitik der Grünen.
Sollen sich lieber um Ideen für ein bessere Umwelt kümmern. Nur kritisieren – un die Automobilindustrie zu zerstören – ist zu wenig, lieber Vorschläge liefern.
Völlig überzogen diese Aussetzen in der Natur.
Wer zahlt den Schaden den Bauern – die WWF???
Aus ideologischen Gründen setzt man Wildtiere aus, züchtet und ist noch stolz.
Wenn dann Jogger angefallen und getötet werden ist es den Naturschützen egal und keiner übernimmt die Verantwortung.
In der Natur lauern schon genug Gefahren, mehr und künstlich erzeugte Gefahren braucht kein Mensch – außer die Grünen.