Die Parkraumbewirtschaftung in Wien ab 1. März – ein Etikettenschwindel

Parkpickerl Wien ab 1. März22 Foto:R_by_KFM_pixelio.de

Wer glaubt dann leichter einen Parkplatz in Wien zu finden, wird enttäuscht sein.

Die Fakten: Die Kurzparkzone in Wien gilt ab 1. März 2022 in allen Bezirken von Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr für eine maximale Parkdauer von 2 Stunden.

Das muss man sich einmal auf der sprichwörtlichen Zunge zergehen lassen: Ab 1. März 2002 darf man in ganz Wien – außer in einigen Freiflächen im Wald oder Randgebieten – nirgends länger als 2 Stunden parken und dafür noch für 120 Minuten (2 Stunden) 4,40 Euro bezahlen. Dann muss man nach geltender Verordnung den Parkplatz räumen. Sehr zum Leidwesen aller Geschäftsleute, Vertreter die Kundentermine in Wien haben: Wenn nämlich die Verhandlungen und Gespräche bei ihren Kunden länger als 2 Stunden dauern, dann den Termin abbrechen müssen um den Parkplatz zu räumen und sich – wenn auch nur einem Meter weiter – wieder einen neuen Parkplatz suchen und wieder dafür bezahlen müssen. Wien ist anders!

All jene Lokalpolitiker von Herr BM Ludwig abwärts und allen Klimaaktivisten, die uns seit Monaten weiß machen wollen, dass man dann endlich wieder locker einen Parkplatz bekommt, werden sich wundern. Denn deren Überlegung ist grundsätzlich falsch.

Denn jeder der heute beruflich in Wien unterwegs ist und mehrere Termine hat, oder auch Geschäftsunterlagen wie Poster, großformatige Präsentationsunterlagen oder auch nur einen schweren Aktenkoffer mithat, hat keine Alternative als mit seinem Auto zu fahren.

Wer glauben Sie bezahlt die Parkgebühr: Die Endkunden, den jeder auch noch so kleine Unternehmer oder EPU wird die anfallende Parkgebühr seinen Kunden verrechnen.

Wien die Weltstadt mit provinziellen Anstrich

Hat sich Herr Bürgermeister Ludwig vor der Einführung gefragt, wie Urlauber und Touristen die mit dem Auto kommen, parken werden? Der Gast kommt in sein Hotel und parkt vor dem Hotel sein Auto. Der Portier erklärt ihm „Da können Sie nicht dauerhaft parken, nur zwei Stunden gegen Gebühr“. Der Gast fragt schüchtern „Wo kann ich dann parken?“ Der Portier „Nur in Garagen oder außerhalb Wiens“. Der Gast „Da kostet ja für die 3 Tage und Nächte enorm viel“. Ja leider, meint der Gast „Dann such ich mir ein Hotel mit Garage.“

Sie können sich den Ärger des Gastes vorstellen.

Aber es trifft auch andere

Wo sollen all die Handwerker mit ihren Kleinlaster parken, die bei Kunden in Wien Ausbesserungen, Renovierungen oder Reparaturen durchführen müssen. Sollen die von der Stadtgrenze Wiens mit der Trennscheibe, der Abdeckpapier und allen Werkzeugen mit der U-Bahn zum Kunden fahren? Wer glaubt bezahlt die Parkgebühr des Installateurs? Natürlich der jeweilige Kunde, denn der Handwerker muss mit dem Auto zum Kunden zu fahren um bei Bedarf schnell beispielsweise eine neue Schelle aus seinem Auto zu holen. Die Stadt Wien trägt somit zur weiteren Erhöhung der jährlichen Verbraucherpreisindexerhöhung bei, spricht aber gleichzeitig von Kostenbremse und meint vermutlich andere.

Die logische Schlussfolgerung daraus

Speziell Klimaaktivisten wollen uns permanent einreden, dass die meisten Autofahrer*innen nur aus Spass fahren und parken und eigentlich daheimbleiben könnten. Das dem nicht so ist, wurde mehrfach festgestellt.

Also werden an dem 1. März 2022 weiterhin viele mit ihrem Auto nach Wien fahren und Termine wahrzunehmen oder einkaufen zu gehen. Aber Vorsicht Stadt Wien: Diesen Einkauf könnten viel in Zukunft nach Niederösterreich unternehmen, dort kann man noch locker und kostenfrei am Parkplatz der jeweiligen Einkaufscenters parken. Das  schwächt die Wiener Wirtschaft Herr Präsident Ruck.

Also worum geht es bei der neuen Parkraumbewirtschaftung?

Es geht nur ums kassieren. Allein alle Wiener Bewohner werden gezwungen für ihren Wohnbezirk ein Parkpickerl pro Jahr zu kaufen, damit sie nach Rückkehr von Ihrem Job bis 22.00 Uhr dann parken können. Aber eben nur in ihrem Wohnbezirk. Bei seiner Arbeitsstelle ist die Situation noch völlig unklar wie das die Menschen lösen.

Viele Fragen sind noch offen und es „wahret“ nicht Wien, wenn es nicht dann doch 100 Ausnahmen gäbe.

Wir finden, eine Stadt wie Wien, sollte das Leben ihrer Bewohner, Hotelgästen und arbeitenden Menschen erleichtern und nicht daran verdienen – gerade dann nicht, wenn dann wenn wir eine galoppierende Inflation haben und viele Menschen schon jetzt Sorgen haben. Wien sollte doch eine lebenswerte Stadt bleiben und nicht den sprichwörtlichen Ruf von „Raubrittertum“ bekommen, meint

Ihre Spitzfeder

https://www.wien.gv.at/verkehr/parken/kurzparkzonen/parkpickerl-stadtweit.html

4 Kommentare

  1. Liebe Redaktion, sie sprechen mir aus der Seele. Es geht nur ums Geld, die Stadt Wien braucht Geld und verkauft uns das als Klima und Parkplatzgarantie. Dafür wird noch in vielen Medien teuer geworben!

  2. Schauen wir ob man leichter Parkplätze die Waren liefern oder die Handwerker dann wirklich. Sie schreiben richtig: Wir zahlen das alles.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.