Briefe künftig “schnell”, “mittel” und “langsam”

Neues Post-Tarifmodell nach Dringlichkeit oder Zwei-Klassen-Gesellschaft im Briefverkehr?

Die Österreichische Post stellt ab 1. Juli 2018 ihr Tarifsystem für Pakete und Briefe um. Das neue Produkt- und Tarifmodell bietet die Wahlmöglichkeit zwischen zeitkritischen (z.B. Dokumente, dringende Briefe und Pakete) und nicht zeitkritischen Sendungen (z.B. Telefonrechnungen, Kontoauszüge). Betrachtet man etwa den Standardbrief mit 20g (z.B. Kuvert C5), so haben Versender ab Juli 2018 drei Wahlmöglichkeiten: Zusätzlich zur Prio-Variante für die Zustellung am nächsten Tag um 0,80 Euro gibt es dann im Universaldienst eine Eco-Zustellung innerhalb von 2-3 Tagen um 0,70 Euro. Darüber hinaus wird außerhalb des Universaldienstes eine Eco-Business-Leistung angeboten um 0,65 Euro innerhalb von 4-5 Tagen.

Post Briefe künftig schnell, mittel und langsam

Erstaunlich das uns die Post diese deutliche Schlechterstellung als neue Serviceleistung verkaufen will. Nur zur Anmerkung: Wurde vor 100 Jahren ein Brief vormittags aufgeben, wurde er nachmittags zugestellt. Wie auch andere Dienstleistungen, wie das Tanken oder die Leistungen beim Fliegen, verschlechtert sich der Service eindeutig, zudem wird es auch noch teurer.

Erfreulich für die Post das Paketgeschäft pusht Gewinn

Bei Gesamtumsätzen von rund 490 Millionen Euro legte das Ebit im ersten Quartal um 4,3 Prozent auf 56,7 Millionen Euro zu. Ausschlaggebend waren Zuwächse im Paketgeschäft, die dem Online-Shopping-Boom zu danken sind. Künftig sollen die Kapazitäten erweitert und die Sortierleistung auf 100.000 Pakete pro Stunde mehr als verdoppelt werden, so Konzernchef Georg Pölzl. Das Paket-Geschäft konnte den Rückgang der Umsatzerlöse von 3,5 Prozent in der Division Brief, Werbepost & Filialen kompensieren.

(jw)

Foto: © W. Streitfelder für Österreichische Post AG

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