Bundeskanzler Sebastian Kurz im Exklusiv-Interview bei uns

Was meint Sebastian Kurz zur älteren Generation

Bundeskanzler Sebastian Kurz ©BKA
Bundeskanzler Sebastian Kurz ©BKA

Wir haben BK Sebastian Kurz zu den wichtigsten Themen, die ältere Menschen besonders interessieren gefragt. Hier die Antworten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz im Exklusiv-Interview bei uns.

BLL: Herr Bundeskanzler, der heurige Sommer ist sehr heiß, was auch die langjährigen Wetteraufzeichnungen zeigen. Wie ist ihr Sommer, zwischen den vielen Terminen für den EU-Ratsvorsitz und zuletzt die Hochzeit von BM Karin Kneissl und dem Treffen mit Präsident Putin gelaufen? Konnten Sie sich ein paar Tage Urlaub gönnen?

BK Kurz: Es war ein ereignisreicher Sommer. Der EU-Ratsvorsitz ist eine zusätzliche Aufgabe, die wir sehr ernst nehmen – wir wollen unseren Beitrag zur Lösung der Migrationskrise leisten. Ende Juni konnten wir noch den Familienbonus beschließen. Bei unserer „Bergauf Österreich“-Tour hatte ich dann im Sommer die Gelegenheit mit fast 6000 Unterstützerinnen und Unterstützern gemeinsam zu wandern und viele persönliche Gespräche zu führen. Ein paar Tage Urlaub waren Zwischendrin auch möglich.

BLL: Bei Antritt der neuen Regierung im Jahr 2017 wurden viele Reformvorhaben und ein Umbau der Republik Österreich (schlanker Staat, geringere Steuern, Entlastung der Wirtschaft) versprochen und geplant. Was wurde seitens der Regierung bisher umgesetzt und sind Sie mit den Fortschritten zufrieden? Wann wird es zu einer Steuerquote von 40% kommen?

BK Kurz: Wir sind als Bundesregierung mit dem Ziel angetreten, die Menschen spürbar zu entlasten. Gleichzeitig wollen wir aber keine neuen Schulden machen. Mit dem Familienbonus haben wir die größte steuerliche Entlastung der zweiten Republik für Familien geschaffen. Davon profitieren ab 1. Jänner 2019 rund 1,6 Millionen Kinder in 950.000 Familien. Ein weiterer spürbarer Schritt, um die Steuer- und Abgabenquote in Richtung 40 Prozent zu senken, ist die Verringerung des Arbeitslosen-Versicherungsbeitrags für niedrigere Einkommen. Das bedeutet für bis zu 900.000 Österreicherinnen und Österreicher im Schnitt ca. 310 Euro mehr pro Jahr. Gleichzeitig erhöhen wir die Pensionen.

BLL: Große Themen wie beispielsweise Sozialversicherungen, AUVA – Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Arbeitszeitflexibilisierung, Effizienterer Staat stehen an. Was sollte – aus Ihrer Sicht – jedenfalls noch bis zur nächsten Nationalratswahl unbedingt erledigt werden? Sind Sie hier zuversichtlich dass dies gelingt, hat doch die Opposition einen heißen Herbst angekündigt.

BK Kurz: Als Regierung werden wir genau die Reformvorhaben umsetzen, wofür wir gewählt wurden. Eine große Sozialversicherungsreform ist längst überfällig. Nach jahrelangen Ankündigungen geht diese Bundesregierung das Vorhaben jetzt erstmals aktiv an und schaffen durch die Einsparungen in der Verwaltung mehr Investitionen in die ärztliche Versorgung. Wir schaffen echte Entlastung durch Reformen, bei denen wir den Staat und die Verwaltung schlanker und effizienter gestalten, damit am Ende mehr für die Menschen übrig bleibt.

BLL: Welche Vorhaben folgen demnächst? Für wen werden sich diese Maßnahmen – und in welcher Form auswirken?

BK Kurz: Wir arbeiten konsequent weiter das Regierungsprogramm ab. Gerade im Herbst werden einige der ersten Maßnahmen bereits für die Bevölkerung spürbar und wirksam. Die ersten Deutschklassen sind beispielsweise jetzt im September an unseren Schulen gestartet. Das Ziel ist, dass alle Kinder künftig dieselben Chancen im Leben haben.

BLL: Ihr Regierungspartner und so manche ihrer Vorhaben werden von den Oppositionsparteien gescholten. Viele meine Sie schweigen zu vielen, statt auf den Tisch zu hauen und Klartext zu sprechen. Wie sehen Sie dies persönlich?

BK Kurz: Das Entscheidende in der Politik ist nicht, wie viel man kommuniziert, sondern was man tut und umsetzt. Insofern liegt mein Fokus sicher nicht darin, als Schnellster am ausführlichsten jedes tagespolitische Ereignis zu kommentieren, sondern jeden Tag hart daran zu arbeiten, dass wir das, was wir uns vorgenommen haben, auch umsetzen. Und da gibt es viel zu tun.

BLL: Was wird die Regierung zum Thema Senioren unternehmen. Man hört einerseits von einer Pensionserhöhung von 2% für das Jahr 2019, die Sie planen, während der SPÖ Seniorenvertreter 4% fordert, oder die NEOS sogar eine totale Pensionsreform fordern. Was passiert mit Mindestpensionen und was mit „ausufernden“ Funktionärspensionen am oberen Ende. Was wird es geben?

BK Kurz: Wir heben die Mindestpension ab 2020 deutlich an – auf 1200 Euro ab 40 Beitragsjahren. Zusätzlich haben wir Ende August den Beschluss gefasst, die kleinen und mittleren Pensionen stärker zu erhöhen – um bis zu 2,6 Prozent, das ist deutlich mehr als die Inflation. Da es uns um mehr Gerechtigkeit geht, schaffen wir auch konsequent bestehende Sonderpensionsprivilegien im staatlichen und halbstaatlichen Bereich ab.

BLL: Wird es zukünftig zu gravierenden Veränderungen für ältere Menschen kommen? Wenn wir beispielsweise an das Thema Pflege, Pflegeregress und Pflege zu Hause denken.

BK Kurz: Uns ist wichtig, die Qualität der Pflege und Betreuung nachhaltig zu verbessern. Wir wollen garantieren, dass das Geld bei den Menschen ankommt und nicht in den Strukturen versickert. Die Schwerpunkte werden unter anderem die Stärkung der Pflege zu Hause sowie die Unterstützung der pflegenden Angehörigen sein. Im Vordergrund steht für uns dabei immer die Selbstbestimmung des Einzelnen. Mit der Abschaffung des Pflegeregresses wurde im Juli vergangenen Jahres ein ungerechtes System beseitigt.

BLL: Nachdem Sie mit den Projektfortschritten zufrieden sind, in welcher Höhe beziffern Sie die bisherigen Budgeteinsparungen?

BK Kurz: Wir haben die Wende in der Budgetpolitik erreicht und nächstes Jahr erstmals seit 1954 ein Nulldefizit. Die ersten großen Reformen wie beispielsweise die Zusammenlegung der Sozialversicherungen oder die Reform der Mindestsicherung sind bereits in der Umsetzung oder in der Finalisierung.

BLL: Wie wollen Sie das laufende Budgetjahr 2018/19 abschließen. Wird es gelingen die in den letzten Jahren schon zur Tradition gewordene Neuverschuldung zu reduzieren? In welchem Ausmaß wird sich die Neuverschuldung bewegen?

BK Kurz: Die Bundesregierung spart über 2,5 Milliarden Euro im System: Einerseits durch 190 Millionen Einsparungen im Bereich staatlicher Förderungen und andererseits durch Sparen bei Personalkosten, indem nur mehr jede dritte Planstelle nachbesetzt wird.

BLL: Viele ältere Menschen schätzen Sie als jüngeren Menschen für Ihr Durchsetzungsvermögen, ihr klares Weltbild und ihre zielorientierte Arbeitsweise. Wie sehen Sie sich selbst als Mensch und was wollen Sie älteren Menschen vermitteln, die manchmal Sorge um die Zukunft haben.

BK Kurz: Ich bin liberal und christlich-sozial. Ich halte den Solidargedanken für grundrichtig, dass wir Lebensrisiken gemeinsam absichern. Für mich ist deshalb klar: Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, muss im Alter finanziell abgesichert sein. Sichere und nachhaltige Pensionen sind die wichtigste Grundlage dafür. Wir setzen uns daher für ein staatliches Pensionssystem ein, das jenen Menschen, die jahrzehntelang Beiträge für unsere Gemeinschaft geleistet haben, soziale Sicherheit garantiert.

BLL: Dürfen wir Sie zum Abschluss unseres Gespräches drei private Fragen stellen? Was ist Ihre Lieblingsspeise, welche Musik hören Sie gerne und was wird ihr privates nächstes Ziel heuer sein?

BK Kurz: Ich esse am liebsten Nudelgerichte und Wiener Schnitzel. Meine Lieblingsband ist „MUSE“, eine britische Rockband. Ich war heuer schon im Urlaub, ein paar Tage in Kroatien.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Hier geht es zum Video zur Europaerklärung von Bundeskanzler Sebastian Kurz im Nationalrat vom 14. Juni 2018 https://besserlaengerleben.at/news/aktuelles/sicherheit-stabilitaet-und-wohlstand-in-der-eu-erhalten.html 

16 Kommentare

  1. Ich wäre ja mit der Regierung und dem Programm das sie verfolgen sehr einverstanden. Darum habe ich es auch gewählt, damit endlich die sozialistisch geprägten „Pfründe“ ein Ende haben. Aber die verschiedenen „Auszucker“ des Regierungspartners FPÖ machen mir Sorgen. Endlich klare Worte vom Bundeskanzler wären angebracht.

  2. Ganz ehrlich – ganz Österreich spürt den Aufschwung. Endlich ist der Wechsel des politischen „alten“ Systems vollzogen. Die Wirtschaft blüht auf, Unternehmer sein lohnt sich wieder, den Menschen bleibt wieder mehr Geld und der Bundeskanzler ist unverbraucht und wirkt normal. Klar das dies der Opposition allen voran der SPÖ nicht gefällt. Aber endlich sind die Menschen wieder wichtiger als Politikerversorgung.

  3. Bei allen Problechhhhhhhen im Unterschied zur Opposition, die mit sich selbst beschäftigt sind und nur „unken“ wollen, arbeitet die Regierung zügig und kraftvoll. Sehe und empfinde ich so.

  4. Sachlich, korrekt und Polemik und offenbar ein harter Arbeiter. Schon lange keinen so dynamischen Kanzler in Österreich gehabt. Die Wirtschaft dankt.

  5. Ein schönes Interview!
    Ich habe den Eindruck, er versucht sich nicht irgendwo hinauszuwinden oder Dinge zu verschönern, sondern sagt klar was Sache ist.

  6. Ich für meinen Teil bin begeistert.
    Ich denke Österreich hat die richtige Wahl getroffen und es wird sich nicht negativ auswirken.
    Guter Bericht, ich würde gerne mehr in diese Richtung hier lesen.

  7. Ich bin mir noch etwas unsicher muss ich ehrlich sagen, habe ein bisschen Angst, dass es erstmal alles so gut wirkt aber im Hintergrund Dinge passieren, die erst mit der Zeit heraus kommen werden..

  8. Einige Rätsel sind aber noch nicht gelüftet.. Wie soll denn zum Beispiel mehr Geld für Pensionen etc. da sein und gleichzeitig Schulden abgebaut werden..?

  9. Also mir ist er trotzdem unsympathisch, so kalt und schnöselig, aber bis jetzt auf jeden Fall ein guter Bundeskanzler, da kann man nichts sagen.

  10. Ich habe Bedenken, dass uns die Richtung in die es geht, irgendwann überholen könnte.
    Bis jetzt ist es zwar großteils recht positiv, aber das geht dann vielleicht auch schnell andersherum.

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