Deutschland auch in der Pandemie ein beliebtes Auslandsreiseziel für Ösis

Celle - Altes Rathaus mit Stadtkirche St. Marien Quelle: DZT Copyright: Francesco Carovillano

Die Lockerung der Einschränkungen vor Beginn der Sommersaison ist ein weiterer Meilenstein für die Recovery des deutschen Incoming-Tourismus.

Bei der jährlich stattfindenden Jahrespressekonferenz erläuterte Laszlo Dernovics, Leiter der Auslandsvertretungen in Österreich und der Slowakei und Regional Manager Südosteuropa der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) die Auswirkungen der Pandemie und die Ziele für das Jahr 2022.

Auch nach den beiden Krisenjahren 2020 und 2021 hat sich Österreich als eines der TOP 5-Quellmärkte für Deutschland fest etabliert, was einem Marktanteil von 25 Prozent darstellt, stellte Laszlo Dernovics fest.

Das für Deutschland ebenfalls wichtige Segment der Geschäftsreisen hingegen entwickelte sich 2021 nochmals rückläufig. Viele traditionelle Geschäftsreisen wanderten in den virtuellen Raum ab. Im Bereich der Messen und Kongresse, die pandemiebedingt nicht stattgefunden haben, zeichnet sich teilweise eine Verlagerung zu Hybridformaten ab. Gewinner nach Marktanteilen sind die sonstigen Privatreisen, wie Besuche von Freunden und Verwandten.

Die Covid 19-Pandemie bedeutete eine tiefe Zäsur für die gesamte Reiseindustrie weltweit. Das betraf zunächst auch den Reiseverkehr von Österreich nach Deutschland: nach 16 Rekordjahren in Folge fiel die Zahl der Übernachtungen österreichischer Gäste in Deutschland 2020 um 57 Prozent. Allerdings waren bereits nach dem ersten Lockdown im Sommer 2020 schnell wieder Erholungstendenzen zu verzeichnen. Diese setzten sich in den Sommermonaten 2021 fort, so dass Deutschland Ende 2021 im Vorjahresvergleich ein Plus von vier Prozent bei den Übernachtungen aus Österreich bilanzieren konnte. Das Jahr 2021 lag mit 31,0 Mio Übernachten von Österreicher*innen, dass entspricht praktisch den Ergebnissen des Jahres 2019 mit 34,9 Mio Übernachtungen.

Die Lockerung von Reisebeschränkungen trifft auf eine kontinuierlich steigende Reisebereitschaft

6 Prozent der Österreicher wollten in der Umfrage der European Travel Commission vom März in den kommenden sechs Monaten gern oder sehr gern verreisen – der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im August 2020. Dabei liegen europäische Auslandsziele mit 58 Prozent weit vorn, gefolgt von inländischen Reisezielen mit 24 Prozent und Fernreisezielen mit 13 Prozent. Der jüngsten Studie von IPK International zufolge wollen 25 Prozent der Europäer in diesem Jahr wieder nach Deutschland reisen, aus Österreich sind es 38 Prozent, die eine Deutschlandreise beabsichtigen.

Das Reiseland Deutschland genießt hohe Sympathiewerte

Dieses Renommee haben sich alle Leistungsträger der touristischen Wertschöpfungskette während der Krise hart erarbeitet – durch professionelle Sicherheitsmaßnahmen, wie moderne Luftreinigungssysteme, Hygieneprotokolle, Echtzeit-Besuchererfassung und -lenkung sowie kontaktarme Check-Ins, und vor allem ein starkes Engagement für einen nachhaltigeren Tourismus und eine umfassende Digitalisierung. In Verbindung mit der steigenden Reiselust, der unkomplizierten Anreise mit dem eigenen PKW oder den zahlreichen Angeboten öffentlicher Verkehrsmittel stehen die Chancen gut, dass die touristische Nachfrage aus Österreich nach Deutschland zügig wieder einsetzt und sich aus der Nachfrage auch eine reale Reisetätigkeit entwickelt.“, erklärt Laszlo Dernovics.

Wie seht das Jahr 2022 und die nahe Zukunft aus?

Alle Marketingaktivitäten des Reiseland Deutschland stehen unter dem Motto „German.Local.Culture“. Hier drei der wichtigsten Themencluster.

Themencluster Taste:

Leidenschaft für das Handwerk und Liebe zu den Produkten – was viele junge Gastronomen und Köche in Deutschland antreibt, schmecken auch ihre Gäste. Dabei greifen die ‚Jungen Wilden‘ aktuelle Trends auf, um sie in einem überraschenden Kontext auf den Teller zu bringen. Da treffen regionale Produkte auf internationale Einflüsse, handwerkliche Meisterschaft auf Street Food. Heraus kommt eine moderne Heimatküche, die auf Regionalität, Nachhaltigkeit, Qualität und Gastfreundschaft basiert.

Frau und Bäcker riechen an frisch gebackenem Brot Quelle: DZT
Copyright: Julia Nimke

Themencluster Craft

Die erste industrielle Revolution prägte viele Regionen Deutschlands mit Tagebauen, Schachtanlagen und Hochöfen. So, wie die industrielle Fertigung das Leben der Menschen prägte, entwickelte sie auch eine ganz eigene kulturelle Identität. Der Umbau von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft öffnet neue Perspektiven: Aus Schachtanlagen werden Kulturzentren, aus gefluteten Tagebauen Naherholungsgebiete. UNESCO-Welterbestätten, wie die Zeche Zollverein, die Völklinger Hütte, das Bergwerk Rammelsberg bei Goslar, die Montanregion Erzgebirge, das Fagus-Werk Alfeld oder die Hamburger Speicherstadt sind Zeugnisse der Industriekultur.

Göhren – Verkäufer zeigt Fischspezialitäten Quelle: DZT
Copyright: Christoph Jorda

Themencluster Green

Deutschland ist eines der waldreichsten Länder in Europa: Fast ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Aus dem Ruhrgebiet ins Sauerland, aus der Kölner Region in die Eifel oder im Rhein-Main-Gebiet in den Taunus – alles liegt nah beieinander. Der grüne Lebensraum bietet Besuchern viele Möglichkeiten: Wer Erholung sucht, kann beim Waldbaden neue Kraft tanken, während Abenteuerlustige auf Baumwipfelpfaden oder in Kletterwäldern die oberen Stockwerke der Bäume erkunden. Wissenswertes vermitteln Wald- und Forstmuseen oder Nationalparkzentren. Ranger laden in verschiedenen Waldregionen Gäste dazu ein, mit ihnen zusammen in die geheimnisvolle Welt des Waldes einzutauchen und das Leben des Waldes hautnah zu spüren.

Dagebüll – Wattführer im Wattenmeer Quelle: DZT
Copyright: Julia Nimke

red

 

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