Stilbrüche: Kombinieren für Profis

Reine Farbenlehre

Mode und Farben Foto: Rainer-Sturm_pixelio.de

Mit ein paar Tipps machen Sie mehr aus dem Inhalt Ihres Kleiderschranks – und gestalten Ihren ganz persönlichen Look.

Was ist eigentlich ein Stilbruch?

Eigentlich liegt die Definition bereits im Namen: Ein Stilbruch ist die bewusste Unterbrechung eines bestimmten Looks durch ein Kleidungsstück, das sich von diesem abgrenzt. Der Stilbruch kommt als Begriff ursprünglich aus der Kunst. Dort wird mit dem Wort das Auftreten eines Elements bezeichnet, das nicht zum Gesamtbild des Werks passt und als provozierend empfunden wird. Dafür ist zum Beispiel der deutsche Künstler Gerhard Richter weltweit bekannt. In der Mode sorgen Stilbrüche dafür, dass auch ein durch und durch klassischer Look auffällt. Das Beste daran: Man kann diese Form des Kombinierens lernen, wenn man sich an ein paar Regeln hält.

Stilbruch durch Material-Mix

Bei dieser Form des gekonnten Stilbruchs gilt die Faustregel: Derb passt zu zart, strukturiert zu glatt. Einige Beispiele: Eine Bluse aus fließender Seide wird zu einem Rock aus Wildleder kombiniert, ein sommerlicher Grobstrickpulli zu einer Hose aus feiner Baumwolle. Ein Chiffontop dagegen wirkt zu einer Jeans getragen besonders feminin. Besonders edel ist die Kombination aus unterschiedlichen Materialien übrigens dann, wenn man in einer Farbfamilie bleibt. Auch Accessoires eignen sich bestens zur Umsetzung dieses Styling-Tipps: Zur Hose aus mattem Velours passen Pumps aus glänzendem Lackleder hervorragend. Wer mag, kombiniert noch eine Lacktasche dazu.

Stilbruch durch Farben

Diese Form des Stilbruchs lebt von bewusst gesetzten Kontrasten. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann man beispielsweise ein Outfit in dunklen, ruhigen Tönen wie Anthrazit mit einem Stück in einer leuchtenden Nuance wie Knallrot kombinieren. Umgekehrt funktioniert das ebenso gut: Zu Hose und Shirt in sanften Pastellen einfach eine leichte Strickjacke in einem dunklen, leuchtenden Ton paaren. Modemutige arbeiten beim Stilbruch durch Farben mit Komplementärfarben. Nach dem sogenannten Farbkreis von Johannes Itter, einem Schweizer Kunstmaler, liegen sich Komplementärfarben gegenüber. Rot gegenüber von Grün, Blau gegenüber von Gelb. Kombiniert man ein Kleid in Königsblau mit einer Jacke in Sonnengelb entsteht ein toller Kontrast. Auch das sogenannte Color-Blocking gehört dazu. Hier werden starke Farben wie Rot, Blau, Gelb und Grün großflächig miteinander kombiniert. Wichtig dabei: Die Farben müssen unbedingt zum Typ und Trend passen. Wer sich so recht noch nicht an dieses Thema traut, kann den Stilbruch zunächst mit Accessoires ausprobieren: Schuhe und Tasche in leuchtendem Orange sehen toll aus zu einem Outfit in sanftem Beige.

Stilbruch durch Muster

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Das ist ein wenig die Königsklasse des Kombinierens, lässt sich aber mit ein wenig Fingerspitzengefühl gut umsetzen. Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass verschiedene Muster durchaus für unterschiedliche Stile stehen. So gelten klassische Karos als elegant, Blumenmuster als romantisch und Streifen als eher sportlich. Um solche Muster gekonnt miteinander zu kombinieren, ist es wichtig darauf zu achten, dass alle Teile aus einer Farbwelt stammen: Zum Hosenanzug im blauen Karo passt beispielsweise eine Streifenbluse in Weiß mit Hellblau. Wer mutiger ist, bezieht auch andere Muster in seinen Stilbruch mit ein – beispielsweise Animal-Prints. So sieht Leo-Print klasse aus zu einem Kleidungsstück mit Blumenmuster. Schöne Beispiele für Stilbrüche mit Mustern sind auch Karo mit Paisley oder Polka-Dots, also große Punkte mit Blumen. Bei diesem Trend ist vor allem die eigene Kreativität gefragt, denn erlaubt ist alles, was gefällt und gut aussieht. Auf klobigen Schmuck und auffallende Accessoires sollte man allerdings verzichten – das ist sonst leicht zu viel des Guten.

Doch nicht nur in der Mode, auch in den eigenen vier Wänden kann man durchaus mit kräftigen Farben und Stilbrüchen arbeiten. Beim Wohnen sind es beispielsweise unterschiedliche Möbel-Epochen, die miteinander kombiniert werden, oder kontrastierende Stoffe, die den Reiz dieses Looks ausmachen.

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