Zeckenstiche: Informationen rund um FSME

Zeckenstiche Foto: Thorben-Wengert_pixelio.de

Laut Meteorolog*innen war der diesjährige Mai einer der zehn wärmsten Mai-Monate der Messgeschichte.

Dementsprechend waren viele Menschen im Freien unterwegs und sind in Kontakt mit Zecken gekommen, die ja ebenfalls bei Wärme aktiv werden. Die Folge: Die ersten Personen mussten bereits wegen FSME hospitalisiert werden. Auch wenn die FSME-Impfung als Schutzmaßnahme in Österreich den meisten bekannt ist, fehlt es doch immer wieder an Detailwissen, wie zum Beispiel über die genaue Übertragung, Auffrischungsimpfungen und Informationen inklusive eines Aufklärungsinterviews mit dem Science Buster Martin Moder zusammengestellt.

Diese sind auf seiner Website https://oevih.at/was_wir_wissen/fsme/  für alle Interessent*innen frei abrufbar.

FSME-Monat Mai

Bis Ende Mai wurden beim Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien bereits 14 hospitalisierte FSME-Fälle registriert, bis zuletzt waren es sogar 27. Im Vorjahr waren es um diese Zeit erst vier bzw. zehn Fälle. Für die Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH), Mag.a Renée Gallo-Daniel ist dies ein Grund, wachsam zu sein und die Bevölkerung noch einmal verstärkt auf die Gefahren einer FSME-Infektion aufmerksam zu machen.

„Wir wissen aus Umfragen, dass vielen Menschen zwar bewusst ist, dass Österreich ein Land mit einer besonders hohen FSME-Gefahr ist, oft aber Detailwissen zum eigenen Schutz fehlt.“

Hier wolle man nun ansetzen

Der ÖVIH hat daher bereits zum Start der FSME-Saison gemeinsam mit dem Molekularbiologen und Science Buster Martin Moder ein knapp fünf Minuten dauerndes Aufklärungsvideo produziert, in dem viele wichtige Informationen rund um FSME in gewohnt humorvoller Art und Weise verpackt sind.

Weltweit über 800 Zeckenarten

Unter anderem kann man sich da über die verschiedenen Zeckenarten informieren. Wer weiß zum Beispiel, dass es weltweit über 800 Zeckenarten gibt? Oder dass bei uns FSME hauptsächlich vom „Gemeinen Holzbock“ übertragen wird, dessen Weibchen das etwa 100- bis 200-Fache ihres Gewichtes an Blut aufnehmen können? Und was man sich als Mensch auch nur schwer vorstellen kann: Nach nur einer Mahlzeit kann eine Zecke bis zu zwei Jahre ohne weitere Nahrung überleben.

Ebenfalls vielen noch nicht bekannt und möglicherweise ein Symptom des Klimawandels ist, dass 2018 in Österreich und Deutschland erstmals Tropische Riesenzecken (Hyalomma-Arten) gefunden wurden, die es bei uns normalerweise nicht gibt. Sie kommen üblicherweise in tropischen und subtropischen Gebieten vor und können das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber und das Zeckenfleckfieber (Rickettsiose) übertragen. Die vollgesogenen Nymphen dieser Zecken werden wahrscheinlich im Frühjahr mit den Zugvögeln aus dem Süden zu uns gebracht.

Wichtig ist – und darauf wird auch auf der ÖVIH-Website explizit hingewiesen: Wer gestochen wurde, sollte – egal welche Zeckenart es war – diese so schnell wie möglich entfernen und auf potenzielle Krankheitszeichen achten. Und wer nicht gegen FSME geimpft war, sollte so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und die Impfung nach Rücksprache mit seiner* seinem Ärzt*in nachholen.

Zecken beißen nicht, sie stechen

Geklärt wird auch die Frage: Beißen oder stechen Zecken? Sie stechen! Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen reißen Zecken die Haut des Wirts auf und graben mit ihrem „Stechrüssel“ eine Grube in das Gewebe, die mit Blut vollläuft. Das Blut saugen sie immer wieder ab. Bereits während des Stechens sondern Zecken mit ihrem Speichel ein spezielles Mittel ab, das die Einstichstelle betäubt. Deshalb spürt man Zeckenstiche nicht.

Das Wahrnehmen von Zeckenstichen wird zusätzlich noch dadurch erschwert, dass auch die Nymphen und sogar die Larven der Zecken Überträger von Viren sind. Am gefährlichsten sind die nur etwa einen Millimeter großen Nymphen, da ihr Stich meist nicht auffällt und sie in großer Zahl auftreten. Expert*innen raten daher, nach jedem Aufenthalt im Grünen den Körper gründlich nach Zecken – auch den ganz kleinen – abzusuchen und diese so rasch wie möglich zu entfernen.

Richtig impfen

Dazu kommen Informationen rund um die FSME-Impfung. Auch wenn bereits viel Wissen dazu vorhanden ist, lohnt sich ein Blick auf die Details, ist ÖVIH-Präsidentin Gallo-Daniel überzeugt.

„Viele Menschen haben sich beispielsweise irgendwann einmal gegen FSME impfen lassen, haben dann darauf vergessen und wissen nun nicht, wie sie wieder ins korrekte Impfschema kommen“, erläutert sie.

Wer das persönliche Gespräch vorzieht: Ärzt*innen und Apotheker*innen informieren jederzeit gerne.

ots

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