Älter werden lässt sich nicht verhindern. Und das ist auch gar nicht nötig. Was kann man dafür tun?
Denn Älterwerden bedeutet nicht automatisch, weniger fit, weniger aktiv oder weniger neugierig zu sein. Vielmehr verändert sich unser Körper – und mit ihm unsere Bedürfnisse und Prioritäten. Die gute Nachricht: Wir können einiges dafür tun, auch im höheren Alter möglichst lange gesund, selbstbestimmt und aktiv zu bleiben.
Älterwerden beginnt nicht mit einer Zahl
Wann ist man eigentlich alt? Mit 50? 60? 70? Eine eindeutige Antwort gibt es darauf nicht. Das biologische Alter und das gefühlte Alter können weit auseinanderliegen. Während manche Menschen mit 70 noch regelmäßig wandern, Rad fahren oder neue Dinge lernen, fühlen sich andere schon deutlich früher weniger belastbar.
Tatsächlich beginnt der Alterungsprozess schleichend. Muskelmasse und Muskelkraft nehmen im Laufe der Jahre ab, die Regeneration dauert länger und auch Knochen, Gelenke, Herz-Kreislauf-System und Sinne verändern sich. Das sind normale Prozesse. Sie bedeuten aber nicht, dass wir ihnen völlig ausgeliefert sind.
Was wir selbst beeinflussen können
Ein wichtiger Schlüssel für gesundes Älterwerden ist Bewegung. Dabei muss es nicht immer Sport im klassischen Sinn sein. Regelmäßiges Gehen, Radfahren, Schwimmen, Tanzen oder Gartenarbeit halten den Körper in Bewegung. Besonders wichtig wird mit zunehmendem Alter auch das Training von Kraft und Gleichgewicht. Denn starke Muskeln helfen nicht nur im Alltag, sondern können dazu beitragen, Stürzen und dem Verlust von Selbstständigkeit vorzubeugen.
Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Mit den Jahren verändert sich der Energiebedarf, während bestimmte Nährstoffe weiterhin oder sogar verstärkt gebraucht werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und hochwertigen Eiweißquellen liefert wichtige Bausteine für den Körper. Ausreichend zu trinken gehört ebenfalls dazu.
Nicht unterschätzt werden sollte außerdem der Schlaf. Erholung wird mit zunehmendem Alter nicht weniger wichtig – auch wenn sich Schlafdauer und Schlafrhythmus verändern können. Regelmäßige Schlafzeiten, Bewegung am Tag und bewusste Ruhephasen können dabei helfen, die eigene Erholung zu unterstützen.
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Gesund älter werden heißt auch: verbunden bleiben
Gesundheit ist mehr als körperliche Fitness. Menschen brauchen Beziehungen, Austausch und das Gefühl, gebraucht zu werden. Freundschaften, Familie, Nachbarschaft oder gemeinsame Aktivitäten können wesentlich zum Wohlbefinden beitragen.
Auch unser Gehirn möchte gefordert werden. Eine neue Sprache lernen, ein Instrument ausprobieren, lesen, Rätsel lösen oder sich mit einem neuen Thema beschäftigen: Entscheidend ist weniger, was man tut, sondern dass man geistig aktiv und neugierig bleibt.
Nicht jünger werden – sondern gut älter werden
Vielleicht sollten wir deshalb aufhören, das Alter ausschließlich als etwas zu betrachten, das es möglichst lange hinauszuzögern gilt. Anti-Aging verspricht häufig, den Lauf der Zeit aufzuhalten. Das ist unrealistisch. „Better Aging“ verfolgt einen anderen Gedanken: Es geht darum, die Jahre nicht nur zu zählen, sondern möglichst gesund und selbstbestimmt zu erleben.
Dabei darf man realistisch bleiben. Nicht jede Veränderung lässt sich verhindern, und Krankheiten gehören für viele Menschen zum Älterwerden dazu. Aber zwischen „jung bleiben“ und „alt sein“ liegt ein großer Raum voller Möglichkeiten.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas für das eigene spätere Ich zu tun. Eine zusätzliche Runde zu Fuß. Ein Krafttraining pro Woche. Ein gemeinsames Essen mit Freunden. Ein neues Hobby. Oder einfach die Entscheidung, der eigenen Gesundheit wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Denn älter werden wir ohnehin. Die spannendere Frage lautet: Wie möchten wir älter werden?

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