Blasenschwäche in den Wechseljahren: Das können Sie tun

Frauenprobleme Foto: Jürgen-Reitböck_pixelio.de

Frauen haben öfter im Laufe ihres Lebens mit der Blase zu tun.

Mehr als Männer neigen sie zu Blasenentzündungen, Beckenbodenproblemen und Blasenschwäche. Vor allem während der Wechseljahre, wenn sich die Hormone im Körper umstellen, wird dieses Organ oft zum Thema. Wir erklären, warum das so ist – und was Sie tun können, wenn Sie selbst betroffen sind.

So entsteht Blasenschwäche in der Menopause

Die Hauptursache für sämtliche Wechseljahresbeschwerden ist der Abfall der Östrogene, der weiblichen Sexualhormone. Stellen die Eierstöcke langsam ihre Funktion ein, hat das Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Was die Blase anbelangt, reagiert der Körper dadurch sensibler auf Reizstoffe, die sich im Urin befinden. Außerdem steigt der pH-Wert im weiblichen Genitaltrakt, wodurch die Schleimhäute insgesamt schlechter durchblutet werden. Die Folge: Bakterien und Viren können leichter eindringen und sich festsetzen – das Risiko für Blasenentzündungen steigt. Häufig auftretende Infektionen, vor allem wenn sie chronisch werden, begünstigen wiederum Inkontinenz. Gleichzeitig haben die Hormone Östrogen und Gestagen, deren Menge in der Menopause absinkt, diverse Auswirkungen auf Schließmuskel und Beckenbodenmuskulatur. Fehlen sie im weiblichen Körper, kommt es zu einer leichten Absenkung von Gebärmutter und Blase. Dadurch wird der Blasenschließmuskel stärker belastet und kann auf Dauer nachgeben – mit Blasenschwäche als möglicher Folge.

Natürliche Hilfe bei Blasenschwäche

Obwohl Inkontinenz kein Grund ist, sich zu schämen, ist sie bei vielen Frauen leider noch immer ein Tabuthema. Dabei ist es keinesfalls so, dass man nichts dagegen tun kann. Im Gegenteil: Oft schon sind Übungen zur Stärkung des Beckenbodens, wie sie hier beschrieben werden, eine effektive Gegenmaßnahme. Diese haben keinerlei Nebenwirkungen und können überall und zu jeder Zeit unkompliziert durchgeführt werden. Auch andere Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen oder Yoga sind wirksame Therapiemethoden. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl an Tipps für die Linderung von Wechseljahres-Beschwerden, die vor allem den Lebensstil betreffen. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ausreichend Erholung und das Halten des Normalgewichts. All diese Faktoren wirken sich auch günstig auf die Kontrolle der Harnblase aus: Wenn Sie ein gesundes Körpergewicht halten, lastet insgesamt viel weniger Druck auf dem Beckenboden. Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, verringert das Risiko von chronischen Blasenentzündungen und sorgt dafür, dass Bakterien schneller wieder ausgeschwemmt werden.

Als medizinische Maßnahme wird in der Regel eine Behandlung mit Östrogenen vorgeschlagen. Die Hormone lassen sich über Zäpfchen oder Salben einfach lokal anwenden, ohne dass dies mit einem großen Risiko verbunden wäre. Lokal angewandte Östrogene haben zur Folge, dass Blase und Becken besser durchblutet werden und das Gewebe elastisch und stabil bleibt. Außerdem kann ein spezielles Blasentraining helfen. Achten Sie dabei darauf, dass die Blase weder über- noch unterfordert wird. Das bedeutet, dass Sie nicht bei jedem Harndrang sofort zur Toilette gehen – jedoch auch nicht so lange damit warten, dass es unangenehm wird.

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